Elisabeth Steiner

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Elisabeth Steiner

Elisabeth Steiner (* 28. August 1930 in Schluderns, Südtirol) ist Kellnerin, ehemalige Hausgehilfin und Näherin. Steiner hat einen Sohn und zwei Enkelkinder und berichtet beim "Erzähl-Café" in den Seniorenzentren Wals und Herrnau gern über ihre Zeit als Südtirol-Optantin.

Vorgestellt

Etliche ihrer langjährigen Stammgäste sind schon in Pension. Die Kellnerin kannte sie schon, als diese noch in den Windeln lagen. Elisabeth Steiner ist in ihrem Element, sobald sie den Gürtel mit der Kellnerbrieftasche umgebunden hat: "Ich helfe jeden Sonntag beim Kirchenwirt in Itzling aus. Es macht mir viel Spaß und ein bissl was verdien' ich auch", sagt die 80-Jährige.

Ein Satz ist so etwas wie ihr Lebensmotto geworden: "Ich muss in Bewegung bleiben." Der Dienst mit dem Tablett hält Frau Steiner auch geistig fit: "Man hört etwas, man erfährt etwas – und kann mit den Leuten reden. Wenn ich herumsitze, werde ich nur krank." Einer ihrer Stammgäste habe schon als Bub beim Trachtenverein, der sich beim Kirchenwirt trifft, angefangen: "Der ist heute schon 75 – und kommt immer noch jeden Sonntag auf ein Seidl", freut sich Steiner.

Bewegt war Steiners Lebensweg: Geboren 1930 im Südtiroler Vinschgau als drittes von neun Kindern, kam sie als Neuneinhalbjährige mit ihrer Familie ins Bregenzerwälder-Dorf Bezau, nachdem sich ihre Eltern entschieden, für das Deutsche Reich zu "optieren". "Das war ganz schlimm, weil wir die Leute wegen des Dialekts nicht verstanden haben." Zunächst musste sie in die erste Klasse zurück, erst nach etlichen Monaten durfte sie in die nächste Schulstufe aufsteigen. "Diese Zeit hat mich geprägt und meinen Ehrgeiz geschürt." In Bezau schloss sie die Schule ab und arbeitete als Hausgehilfin und Näherin.

In der Vorarlberger Zeit hat Steiner auch ihre sportliche Leidenschaft entwickelt: "Ich war als Schülerin beim Turnverein in Lauterach", auch das Berggehen kam dazu. Heute ist Elisabeth Steiner immer noch sportlich aktiv: Sie macht Yoga in der 50-Plus-Gruppe.

Dazwischen begann sie wieder ein neues Leben: Mit ihrem Mann zog sie nach Wals-Siezenheim und wurde 1958 Mutter. Nebenbei hat sie immer gearbeitet, ob als Büglerin in Heimarbeit oder beim Kartoffelklauben bei Walser Gemüsebauern. "Das Heimchen am Herd war nicht meine Rolle."

Geistige Herausforderung sucht Steiner auch beim Sprachenlernen: Früher war es ein Spanischkurs, seit zehn Jahren besucht sie mit Unterbrechungen den Italienischkurs an der Volkshochschule. "Obwohl ich ab 1938 in Südtirol Italienisch lernen musste, habe ich erst in Österreich richtig begonnen", sagt sie und zieht ein Vokabelheft aus dem Jahr 1952 hervor.

Am liebsten ist ihr aber die Kellnerei, weiß auch Kirchenwirtin Christine Simmer: "Frau Steiner kann so lang bei uns arbeiten, wie es ihr Spaß macht. Sie gehört für uns zur Familie."

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Stefan Veigl)