Ferdinand Aichhorn

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Ferdinand Aichhorn

Ferdinand Aichhorn (* 1934) ist Architekt und Pionier der Raumplanung in Salzburg.

Vorgestellt

Das Außergewöhnliche begleitet Ferdinand Aichhorn seit frühen Tagen: Als Borromäum-Schüler erster Maturant in der Geschichte seiner Heimatgemeinde Kleinarl, als Architekt Pionier der Raumplanung in Salzburg und in benachbarten Bundesländern, Karriereplan so gestaltet, "dass sich jedes Jahr vier bis sechs Wochen Reisen nach Asien ausgehen müssen", Aufbau einer Textilsammlung mit seltenen Stücken aus dem asiatischen Raum. Stationen seines Lebens spiegeln sich in seiner überdimensionalen Weihnachtskrippe, der Aiko-Krippe wieder, die seit dem Jahr 1963 in liebevoller Kleinarbeit immer weiter wächst.

Eine Lebensgeschichte auf viereinhalb Metern Länge und drei Metern Höhe: Die Welt ist klein in der großen Weihnachtskrippe des Ferdinand Aichhorn. Sein Kleinarler Elternhaus steht im Modell hier, die Loferer Steinberge sind angedeutet, weiter geht es zur "Trattoria ai Cugnai", eine Referenz an sein Stammlokal in Venedig. Die Fischhalle von Fuerteventura ist ebenso da wie Bauten aus der Salzburger Altstadt. Über 300 Figuren beleben die Häuser, Straßen und Plätze – von fliegenden Engelchen bis zum schwarz gekleideten Jüngling mit einem Klapphandy am Ohr. Nur in Bethlehem ist es menschenleer. Von Josef und Maria keine Spur. Das traute Heilige Paar ist noch auf Herbergssuche – und weilt in der Auslage der Textil-Kunst-Galerie, im Haus Steingasse 35. Diese Figuren kommen erst zu Weihnachten an ihren Platz.

"Im Prinzip ist hier alles erfunden, aber gleichzeitig hat alles mit meinem Leben zu tun", sagt Ferdinand Aichhorn, der 2004, an seinem siebzigsten Geburtstag beschlossen hatte, ein neues Leben anzufangen. Er schied aus dem von ihm gegründeten Architekturbüro aus und eröffnete die Galerie. Auch die Weihnachtskrippe übersiedelte vom Büro mit in die Steingasse, aber die Wurzeln dieses verblüffenden Werkes reichen zurück bis in das Jahr 1963.

"Es begann in der Schweiz, wo ich in Zug meine erste Beschäftigung als Architekt gefunden hatte", schildert Aichhorn, "meine heute von mir getrennt lebende Frau Brigitte Aichhorn-Kosina hat damals die ersten Figuren aus Holz geschnitzt. Richtig gewachsen ist die Krippe in unserem Reihenhaus in Taxham, wo wir 1975 eingezogen sind. Da hatten wir ein Bücherregal und jedes Jahr sind mehr Bücher woanders hin gekommen, um Platz für die immer größer werdende Krippe zu schaffen." Erinnerungen an die Kindheit (in den Loferer Steinbergen etwa war während des Krieges die Familie von Frau Aichhorn evakuiert), frische Eindrücke aus Reisen und die wechselnden Moden in der Gesellschaft sind dargestellt.

Beruflich hat Aichhorn auf vielfältige Weise Spuren hinterlassen. In vierzig Gemeinden war er in der Raumplanung tätig. Ob Dorferneuerung in Filzmoos, ob Gewerbegebiet in Kuchl – Aichhorn war einbezogen.

Oft hat er "Beamte verärgert", denn Dorferneuerung endet bei Aichhorn nicht mit dem Anlegen von Blumenschmuck. Aichhorn: "Ich habe immer möglichst viele Leute mitplanen lassen." Teamarbeit auch im Büro: "Auch wenn ich weg war, musste der Laden laufen." Weg war (und ist) er oft. Mit Rucksack bereist er Asien, und das mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Um Leute und Sitten besser kennen zu lernen.

O-Ton

  • Weihnachten ist eine Gelegenheit, dass die Menschen ein bisschen zur Ruhe kommen sollten und dass die Beziehungen zueinander wieder ehrlich werden.
  • Als ich Ende der siebziger Jahre meine Tätigkeit als Raumplaner in Salzburger Gemeinden begann, fragten mich die Leute, ob ich Vorhänge und Tapeten mache.
  • Ich bin kein praktizierender, aber ein beobachtender Katholik. Mich fasziniert die Auseinandersetzung mit anderen Religionen.

Quelle