Gasthof Mitteregg

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der Gasthof Mitteregg 2010
Josef Eibl
der Gasthof Mitteregg 1933
der Gasthof Mitteregg 1939
Wirtsleute Anni und Franz Rihar
die legendären Kasnocken des Hauses
Gasthof Mitteregg im März 2011

Der Gasthof Mitteregg, heute Zum Kasnocknwirt, ist ein Gasthof am Gaisberg auf 980 m ü. A.

Lage

Von der Stadt Salzburg kommend fährt man auf der Gaisbergstraße bis kurz unterhalb der Zistelalm und biegt dann nach rechts ab, folgt der Straße etwa 200 m. Von Elsbethen kommend fährt man zur Vorderfager in Richtung Schwaitlalm, biegt aber dann nach links Richtung Gaisberg ab und fährt einige Kilometer, bis man direkt am Alpengasthof vorbeikommt.

Geschichte

Ganz genau weiß es Franz Rihar, der Enkel des ersten Alpengasthofwirts Josef Eibl (* 1894; † 1976), auch nicht mehr, wann der Alpengasthof errichtet wurde. Wohl weiß er aber zu erzählen, dass die Gastwirtschaft ihren Anfang mit der Verköstigung der Bauarbeiter der Gaisbergstraße hatte. Und diese wurde 1928/29 erbaut. Nach einem Vollbrand am 17. August 1936 wurde am 25. Juni 1939 nach dem Wiederaufbau als moderne Landwirtschaft mit angeschlossenem Gasthaus und Fremdenzimmern neu eröffnet.

Josef Eibl

Zu Mitteregg gehörten damals umfangreiches, landwirtschaftliches Grünland, Wald und auch eine Alm in der Umgebung. Eibl war eine weitum geachtete Persönlichkeit und hat in seiner Zeit als Gast- und Landwirt auf Mitteregg einige Akzente gesetzt, wie beispielsweise die Stiftung und Errichtung des Kaiserschützendenkmals in unmittelbarer Nähe des Hauses. Bemerkenswert ist sicherlich auch seine Idee und der Versuch, in der Kurve des Kaiserschützendenkmals durch einen Stollen unter dem Rauchenbichl einen direkten Verkehrsweg zur Gaisbergstraße zu schlagen. Der Stollen sollte bei der Rauchenbichlkurve münden. Das Unterfangen wurde wegen technischen Schwierigkeiten nach rund 20 Metern im Fels aufgegeben, der Stollen ist heute noch vorhanden. Während des Zweiten Weltkrieges schloss Eibl mit den Bayerischen Flugzeugwerken - BFW, dem damaligen Mutterkonzern der 'BMW' eine Kooperation. Mitteregg war während dieser Zeit Sportheim für die Arbeiter des BFW-Konzerns. Die politischen Umstände dieser Zeit führten 1945 auch zu einer mehrmonatigen Internierung von Eibl im Lager Glasenbach durch die Amerikaner.

Anna und Ludwig Kornherr

Eibl führte Land- und Gastwirtschaft bis in die 1950er Jahre und übergab in dieser Zeit die Landwirtschaft an seine Tochter Franziska, die Gastwirtschaft wiederum an seine Tochter Anna. Diese führte den ‚Alpengasthof Mitteregg‘ mit ihrem Mann, Ludwig Kornherr, in den 1960er-Jahren zu einer weiteren Blüte. In dieser Zeit wurde auf der Mitteregg-eigenen Wiese, hinter dem Haus, auch ein Skilift durch Sport Hintner betrieben, die Wirtsleute betrieben dazu einen hauseigenen Skiverleih. Das Haus wurde großzügig erweitert. Mitteregg wurde zu einer bekannten Salzburg-Adresse für österreichische und internationale Stars aus Film, Theater, Oper und Sport.

Film „Die Kinder meiner Schwester auf Hochzeitsreise”

Hauptartikel (mit Video): Die Kinder meiner Schwester auf Hochzeitsreise

Eine 1967 gedrehte dänischen Komödie („Die Kinder meiner Schwester auf Hochzeitsreise” dänisch "Min sösters börn paa bryllupsrejse“) spielt rund um und auch in Mitteregg selbst, in einer Szene im Saal, ist der Wirt Ludwig Kornherr singend zu sehen. Auch zahlreiche österreichische Heimatfilme und Komödien wurden in den 1960er Jahren rund um Mitteregg gedreht - der heutige Wirt, Franz Rihar, hat in einem Film mit Peter Alexander einen kurzen Statisten-Auftritt als Bub. Auch so spannende Gäste wie der persönliche ‚Hofschneider‘ der britischen Queen Elisabeth II. war bis in die späten 1990er Jahre, hochbetagt, noch gern gesehener Stammgast in Mitteregg. Zahlreiche, persönlich gewidmete, Porträts im Gastzimmer auf Mitteregg, zeugen heute davon und geben dem Raum seinen besonderen Charme. Zu den Gästen zählten u. a. der Sänger Bata Ilic, Festspielteilnehmer Bernhard Conz, Karlheinz Böhm und Sunnyi Melles Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein, die von 1990 bis 1993 die „Buhlschaft“ im „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen spielte, um nur einige zu nennen, deren Erinnerungsfoto im Alpengasthof noch an den Wänden hängen. Nicht wenige treue Stammgäste aus dieser Zeit, heute bereits in der nächsten Generation, besuchen noch regelmäßig Mitteregg für ein paar Tage im Jahr.

Franz Rihar

Im Jahr 1977, am 17. Oktober – der Wirt Ludwig Kornherr war schwer erkrankt – erwarben die heutigen Wirtsleut Anni und Franz Rihar (Enkel von Josef Eibl und Neffe von Ludwig Kornherr), den Alpengasthof Mitteregg durch Kauf und führten das Haus erfolgreich in die dritte Generation. Mit zahlreichen Erneuerungen und Renovierungen seit Beginn der Übernahme, haben die neuen Wirtsleute das Haus in neue Zeiten geführt und für die Zukunft fit gemacht. Erst 2010 wurde die Gemeindestraße verlegt und der Gastgarten erweitert. Schon in den Anfangsjahren der jungen Wirtsleut, entstand die Idee, bodenständige Kasnocken (Käsespätzle) entsprechend bodenständig zu servieren. Dazu wurde ein eigenes Schmiedegestell konstruiert, auf welchem die Kasnocken, in der Originalpfanne, von einer Flamme heiß gehalten werden, begleitet von frischem Salat. Nicht zuletzt dank dieser Idee, ist Mitteregg heute in der ganzen Region um Salzburg unter dem Namen ‚der Kasnockenwirt am Gaisberg‘ bekannt, die Kasnocken nach einem geheimen Spezialrezept der Wirtin Anni Rihar, sind in den letzten 30 Jahren zu DEM Markenzeichen von Mitteregg geworden. Insgesamt wird Mitteregg für seine hochwertige und bodenständige Küche geschätzt, 2011 wurde das Haus mit dem ‚AMA-Gütesiegel‘ für hochwertige, authentische und regionale Produkte ausgezeichnet. Der Alpengasthof Mitteregg befindet sich heute am Sprung in die vierte Generation.

Die Wände in den holzvertäfelten Gastzimmern, in denen Kachelöfen an kalten Tagen wohlige Wärme verbreiten, sind voll mit Erinnerungsstücken vergangener Zeiten.

Wintersport beim Alpengasthof

Mit dem Alpengasthof Mitteregg ist auch ein Stück Gaisberger Wintersportgeschichte verbunden. Unmittelbar neben dem Alpengasthof befand sich die Sprungschanze vom Gaisberg, auf der auch Hans Hauser, der erste Salzburger Medaillengewinner bei Alpinen Skiweltmeisterschaften - er wohnte im Gasthof Zistelalm - und der Bischofshofener Bubi Bradl sprangen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, am 20. März 1949 gewann vor 10 000 Zuschauern Paul Ausserleitner das „Zistelspringen am Gaisberg“, wie es genannt wurde, mit dem damaligen Schanzenrekord von 55 Metern.

Etwas weiter entfernt vom Alpengasthof war das Ende einer Skipiste, die von der Gaisbergspitze über die Zistelalm bis eben dorthin, es heißt Oberwinkl und gehört bereits zu Elsbethen, führte. Hier fanden in den 1950er Jahren spannende Skirennen des Skiclubs Salzburg statt. Im Abfahrtslauf am 12. Jänner 1947 gab es einen Doppelsieg für die beiden Grödiger Max Wörndl und Hans Helminger. „Schweizer Gedächtnislauf am Gaisberg“ hießen diese Skirennen. Als Wirt Rihar 1958 zum ersten Mal im Alpengasthof war, stand wohl noch die Sprungschanze, aber es fanden keine Veranstaltungen mehr statt.

Adresse

Oberwinkl 78
5061 Elsbethen - Gaisberg
Telefon: (06 62) 64 13 47
E-Mail: info@zum-kasnocknwirt.at

Ruhetage: Mittwoch und Donnerstag

Historische Aufnahmen

Weblink

Quelle