Gefangenenlager Thalgau

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Das Gefangenenlager Thalgau war eine Außenstelle des (russischen) Lagers Niederalm in der Flachgauer Marktgemeinde Thalgau.

Geschichtliche Notizen

Während des Ersten Weltkrieges waren der Gemeinde Thalgau knapp 800 russische und serbische Gefangene des Lagers Niederalm für die unterschiedlichsten Tätigkeiten, vor allem auch für den Bau der „Russenstraße“, zugeteilt worden.

Wie die Pfarrchronik berichtet, wurde am Palmsonntag, 16. April 1916, auf der Wiese vor dem „Tanzbergerstadl“ neben der Pfarrkirche Thalgau eine gemeinsame Feldmesse der Bevölkerung mit einigen hundert russischen Gefangenen des Lagers zum Zeichen für die allgemeine Friedenssehnsucht gefeiert.

Am 21. Jänner 1917 verstarb im „Knechtstöckl“ des Pfarrhofes der als Feldarbeiter eingesetzte 27-jährige Kriegsgefangene Korporal Sawaty Maslejnikov mit der Strafnummer 81243 an Herzversagen. Das Begräbnis am 24. Jänner um drei Uhr nachmittags wurde, wie die Salzburger Chronik berichtete, unter der Teilnahme sämtlicher Kriegsgefangenen der drei Lager im Dorf zu einer beeindruckenden Kundgebung. Mitgeführt wurde ein Transparent mit der Aufschrift „In ewiger Erinnerung an den in der Gefangenschaft verstorbenen Genossen“.

Die Beisetzung fand am Ortsfriedhof Thalgau statt, am Grab Nr. 581 wurde ein russisch-orthodoxes Kreuz aufgestellt. Dieses vom Volksmund so genannte „Russenkreuz“ musste 1954 wegen der Holzfäulnis entfernt werden. Zur Eröffnung der 23. Thalgauer Bildungswoche unter dem Titel „An meine Völker!“ wurde am Sonntag, dem 2. März 2014, beim Pfarrhof das neue „Russenkreuz 1917“ gesegnet.

Quelle