Hannes Sungler

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Hannes Sungler mit seinem Horn vor dem Zauberflötenhäuschen im Mozarteum Gärtchen
Bläsercamp in Mattsee 1948 – links außen: Prof. Franz Gerstendörfer, 2. Bläser v.li. Hannes Sungler

Hannes Sungler (* 27. November 1929 in St. Wolfgang; † 14. Jänner 1984 in Bad Ischl) war Hornist. Sein Bruder Karl Sungler war Facharzt für Innere Medizin und langjähriger Chefarzt der Sozialversicherungsanstalt der Bauern.

Leben

Hannes Sungler absolvierte vor seinem Musikstudium eine handwerkliche Ausbildung, eine Lehre zum Tischlergesellen. Im Anschluss begann er sein Komposition- und Hornstudium am Mozarteum in Salzburg bei Prof. Franz Gerstendörfer und später in Wien bei Prof. Gottfried von Freiberg, Vorstand der Wiener Philharmoniker, den er schon aus seiner Heimat Zinkenbach kannte. Eine bereichernde musikalische Fortsetzung waren die Studien mit Professor Dr. Bernhard Paumgartner, mit der Camerata Academica des Mozarteum Salzburg. Hannes Sungler spielte auch als Solohornist im Kammermusik-, Bläser- und Serenaden-Ensemble von Bernhard Baumgartner.

Schallplatten-, Records und CD – Aufnahmen wie die vier Hornkonzerte von Wolfgang Amadé Mozart auf dem Wiener Naturhorn für Tonträger Aufnahmen wurden eingespielt. Konzerttourneen im In und Ausland – Tokio, und USA folgten.

Prof. Franz Gerstendörfer war als Lehrer, Fachgruppenvorstand der Bläser und Kammermusiker in den schwierigen Nachkriegsjahren am Mozarteum um die Jungbläser bemüht und hielt jährlich ein Bläser-Sommercamp in Mattsee ab. Eine Besonderheit bei diesen Bläserstudenten war die aktuelle Pflege des musikalischen Zusammenspiels auf dem Naturhorn, Parforce-Hornblasen, wie Jagdhornfanfaren, vor allem wichtig. Für die Mozarteum Studenten stand die musikalische Klangbereicherung im Vordergrund, aber auch erheiternde, wie ländliche Köstlichkeiten für die ausgehungerte Jugend waren in Mattsee ein Trumpf. In dem gut organisierten Camp wurden die Jungbläser bestens versorgt und verköstigt.

Während der Studienjahre und der Aufbruchszeit von 1948 bis 1952 in Salzburg waren die Faschingsveranstaltungen, Gschnasfeste und Bälle im Mozarteum an der Schwarzstraße nicht nur kulinarisch mit großer Unterstützung der Amerikanischen Besatzung, wie auch musikalisch eine unübertroffene Besonderheit und an Fröhlichkeit nicht zu überbieten. Die Stiegenaufgänge und Säle waren mit fröhlicher musizierender Jugend, Jass Saxofonisten, Foxtrott, Tango, Swing, Boogie, Blues, Walzer tanzender Studenten mit einzigartiger Stimmung erfüllt.

1952 schloss Hannes Sungler die Studien im Mozarteum sehr erfolgreich ab, eine sofortige Anstellung als Hornist im Tonkünstlerorchester in Wien folgte.

Schon während seiner Tischlerlehre in St. Wolfgang war Hannes Sungler in Zinkenbach Hornschüler bei Prof. Alexander Wunderer und spielte das Wiener Horn im örtlichen Musikverein und bei großen kirchenmusikalischen Veranstaltungen wie auch bei großen Messen, Krönungsmesse, Deutsche Messe, Vespern und musikalischen Aufführungen in der Wallfahrtskirche von St. Wolfgang. Im Kreise der Zinkenbacher Malerkolonie war Wunderer als Philharmoniker, Musikkünstler und Mitbegründer verankert. Wunderer unterrichtete während des Zweiten Weltkrieges und bis zu seinem Tod 1955 zahlreiche Buben in Zinkenbach in seinem Privathaus, natürlich alle umsonst. Auch die Wolfganger Buben fuhren zur Unterrichtsstunde mit dem Traunerl nach Zinkenbach über den See. Eine Besonderheit bei dieser Jugendarbeit war die Pflege der Jagdmusik für Naturhörner. Diese gut ausgebildeten Nachwuchsbläser waren eine große Bereicherung für die örtlichen Blasmuikkapellen und die Musikvereine rund um den Wolfgangsee. In Zinkenbach erinnert heute noch der "Wunderer-Weg" mit dem romantischen Häuschen der Familie Wunderer an den Komponisten und langjährigen Vorstand der Wiener Philharmoniker Alexander Wunderer.

Während der Sommermonate waren die Wiener Philharmoniker in Zinkenbach beim Adambauer und im Gasthof Huber in der Nähe der Salzburger Festspiele einquartiert. So manche kirchenmusikalische Aufführung in St. Wolfgang wurde durch die geschulten philharmonischen Musiker, die das ländliche Ensemble bereicherten, zu einem großen Festkonzert.

Weitere Horn Studien von Hannes Sungler folgten in Wien bei Gottfried von Freiberg, dem Ersten Hornisten der Wiener Philharmoniker, bei dem er als begeisterter Kammermusiker im Ensemble Philharmonisches Quartett und Oktett mit konzertierte.

Hannes Sungler verstarb 1984. Er war seit 15. August 1969 mit Irmgard Zehetner verheiratet.

Quelle

Verfasser

  • Dieser Artikel wurde von Adele Sungler verfasst und als Word-Dokument an das Salzburgwiki gesandt.