Haushuhn

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Frei laufende Haushuhnschar auf der Kalchkendlalm
Gemeinsame Siesta
Sonnenbad
Sandbad
Auf dem Misthaufen, Vorderbrandstätthof, Taxenbacher Sonnseitberge
"Hahn im Korb" am Vorderbrandstätthof in Taxenbach
"Jungspund" auf dem Misthaufen
21 Tage alte Haushuhnküken auf Pflegeurlaub
Erste Ausbüchsversuche
Kurzfristiger menschlicher Bruthennenersatz vor dem abendlichen Einschlafen

Das Haushuhn (Gallus gallus domesticus) ist die domestizierte Zuchtform des Bankivahuhns, eines südostasiatischen Wildhuhns.

Zuordnung

Das Haushuhn zählt zur Klasse der Vögel (Aves) und in dieser zur Ordnung der Hühnervögel (Galliformes) sowie zur Familie der Fasanenartigen (Phasianidae). Es gehört zur Gattung der Kammhühner und in dieser zur Art Bankivahuhn; das Haushuhn ist eine Unterart des Bankivahuhnes.

Bezeichnungen

Die Jungtiere werden als Küken, das männliche erwachsene Tier als Hahn, Gockel oder Gockelhahn, das erwachsene weibliche Tier als Huhn oder Henne, Glucke oder Gluckhenne bezeichnet.

Erscheinungsbild

Je nach Rasse beträgt das Gewicht einer Henne 1,5 bis 5 kg, der Hahn ist in der jeweiligen Rasse etwa ein Kilogramm schwerer als die Hennen. Tiere der Zwergrassen wiegen zwischen einem halben und 1,2 Kilogramm.

Der rote Kamm ziert beide Geschlechter, ist aber beim Hahn größer. Beim Kamm gibt es unterschiedliche Ausformungen (Stehkamm, Rosenkamm, Erbsenkamm). Der Gockel ist auch an seinem sichelförmigen Schwanz erkennbar.

Die meisten Rassen weisen keine Fußbefiederung auf. Drei der vier Zehen sind nach vorne ausgerichtet, die vierte nach hinten. Bei jenen Rassen, die über fünf Zehen verfügen, weisen zwei Zehen nach hinten. Ausgewachsene Gockel verfügen über der Hinterzehe über einen Sporn, der ihnen als Waffe dient.

Die Federn weisen unterschiedlichste Farben und Farbzusammenstellungen auf. Das Federkleid des Hahnes ist farbenprächtiger als das der Hennen. Im Herbst kommt das Haushuhn in die Mauser. Während des Jahres leidet das Aussehen der Hühner durch das Treten der Hahnes beim Geschlechtsakt. Nach der Mauser erscheint das Federkleid am schönsten.

Verhalten

Die Lautäußerung des Hahnes, die zu jeder Tageszeit möglich ist, meist aber am Morgen, gegen Mittag und gegen Abend erfolgt, dient zur akustischen Reviermarkierung. In Ortsgebieten und hier besonders in Fremdenverkehrsregionen wird das „Kikeriki“ manchmal zum Zankapfel, der in Einzelfällen sogar das Gericht beschäftigen kann. Das Gackern der erwachsenen Haushühner dient der Verständigung und enthält je nach Situation Warn-, Droh- oder Lockrufe.

Nahrungsverhalten

Hühner scharren während der Nahrungssuche häufig auf dem Boden, fressen von Natur aus Körner, Würmer, Schnecken, Insekten und auch Mäuse. Während der Nahrungssuche sind sie wachsam und suchen nach Möglichkeit deckungsreiche Landschaften auf.

Lege- und Brutverhalten

Hennen der Legerassen können jährlich bis zu 300 Eier legen, dazu muss ihnen jedoch das gelegte Ei tagtäglich genommen werden. Ohne Entfernen der Eier beginnt die Henne mit dem Brüten, sofern ihr Bruttrieb noch nicht weg gezüchtet wurde, wie es bei „modernen“ Rassen der Fall sein kann. (Stellt man das Futter ausschließlich auf Weizen um, taucht der Bruttrieb oft wieder auf.) Auch das Brutverhalten ist vor allem bei Hühnern, die selbst in einem Brutapparat geschlüpft sind, gelegentlich gestört. Die Bruthenne verlässt dann das Nest, bevor die Küken schlüpfen. Im Normalfall dauert die Brutphase 21 Tage.

Sozialverhalten

Die Hackordnung ist zwischenzeitlich sprichwörtlich geworden. Sitzstangen sollten gleich hoch angebracht werden, damit keine Rangkämpfe um die höher gelegenen Schlafplätze provoziert werden. Aus demselben Grund sollte das Körnerfutter großflächig gestreut werden, damit auch rangniedere Tiere zu ihrem Futter kommen. Haltungsunabhängig kann Federpicken und auch Kannibalismus vorkommen. Die Haltung in Legehennenbatterien zerstört das natürliche Sozialverhalten, weil die Tiere an Langeweile, an Platzmangel und der nicht vorhandenen Scharrmöglichkeit leiden.

Lebensdauer und Erkrankungen

Angeblich könnten Haushühner viele Jahre alt werden, werden aber ohne vorhergehende Schlachtung üblicherweise maximal acht bis neun Jahre alt. Hühner, die als Legehennen gehalten werden, erreichen ein geringeres Alter als freilaufende Haushühner. Ab dem Alter von etwa zwei Jahren nimmt die Legefreudigkeit ab. Neben der gefürchteten Geflügelpest können Milbenbefall und andere Erkrankungen auftreten. Gefährlich ist die sog. Newcastle-Krankheit, eine Seuche, die Tiere aller Altersstufen befallen und den Bestand zu 100 % vernichten kann. In den letzten Jahren hat auch die Vogelgrippe besonderes Aufsehen erregt. Hier fürchtet man neben dem Ausfall der Tierbestände auch die mögliche Übertragung auf die Menschen, die in Einzelfällen bereits erfolgt ist.

Hühnerhaltung und –zucht

Man geht heute davon aus, dass das Haushuhn in China bereits im 6. Jahrtausend vor Christus domestiziert wurde. Sicher ist, dass es im Industal zwischen 2500 und 2100 vor Christus als Haustier gehalten wurde. In Mitteleuropa stammen die ersten sicheren Hinweise auf ein noch recht flugfähiges, wenig standorttreues, aber bereits domestiziertes Huhn aus der Hallstattzeit. Die weite Verbreitung erfolgte seit den Römern, die Haushühner als Eier- und Fleischlieferanten im großen Stil hielten und züchteten. Es existierten bereits in dieser Zeit landwirtschaftliche Ratgeber zur Haltung und Züchtung.

Gegenwart

Haltung in landwirtschaftlichen Anwesen

Gegenwärtig finden sich im Bundesland Salzburg in vielen landwirtschaftlichen Betrieben für den Hausgebrauch noch immer freilaufende Hühnerscharen. Immer seltener beobachtet man noch ein paar Hennen im Umfeld von Almgebäuden, wo sie für den Eibedarf des Almpersonals während der Zeit der sommerlichen Almwirtschaft sorgen. Da und dort erfolgt eine reine Stallhaltung oder die Haltung in flexiblen Freigehegen, da die Hinterlassenschaften auf Hausvorplätzen oder Terrassen nicht unbedingt geschätzt werden. Die Küken stammen meist aus Brutbatterien.

Manche Betriebe haben die früher nicht nur für Bauern so selbstverständliche Hühnerhaltung ganz eingestellt, da sie durch den notwendigen Futterzukauf nicht kostendeckend ist. Kaum jemand hat heute noch Zeit oder Muße Speisereste klein zu schneiden und den Hühnern neben den Körnern zu verabreichen und meist fehlt es vor allem an konfliktfreien Auslaufmöglichkeiten. Mittlerweile sind heimische Haushuhnrassen wie das Altsteirer Haushuhn und das Sulmtaler Haushuhn hoch gefährdet.

Industrielle Haltung und Vermarktung

Zucht- und Legehennenbetriebe existieren in Salzburg nicht in dem Größenausmaß wie im benachbarten Deutschland und in anderen Nachbarländern. Trotzdem ist anzumerken, dass kaum ein Nutztier – ausgenommen das Hausschwein – in den letzten Jahrzehnten derart artfremd gehalten und ausgebeutet wurde wie das (industriell erzeugte und vermarktete) Haushuhn. Und es macht trotz gesetzlicher Verbesserungen auch heute noch Sinn, sich vor dem Kauf für die Herkunft von Eiern und Hühnerfleisch zu interessieren und mit dem eigenen Kaufverhalten artgerechte Produktionsbedingungen zu begünstigen.

Quellen

  • Deutsche Wikipedia, Stichwort Haushuhn

Weiterführend

Für Informationen zu Haushuhn, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema