Johannes Voggenhuber

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Johannes Voggenhuber

Johannes Voggenhuber (* 5. Juni 1950 in Salzburg) ist ein österreichischer Politiker, Autor und Publizist. Er war Mitbegründer der Grünen Österreichs und erster Grün-Politiker Europas in einer Regierungsfunktion.

Leben

Voggenhubers politischer Werdegang begann als Sprecher der Bürgerliste Salzburgs (1977 - 1982) . Von 1982 bis 1987 war Voggenhuber Salzburger Stadtrat der Bürgerliste und zuständig für Stadtplanung, Altstadtsanierung, Verkehr, Umwelt und Baubehörde. Infolgedessen initiierte er das Salzburger Stadtplanungsmodell. Von 1988 bis 1992 war Voggenhuber Bundesgeschäftsführer der Grünen Alternative und von 1990 bis 1992 Fraktionsvorsitzender der Grünen im Nationalrat. Bis 1996 war Voggenhuber Nationalratsabgeordneter und ab 1991 Europasprecher der Grünen. Als Abgeordneter zum Europäischen Parlament von 1995 bis 2009 war Voggenhuber 1996 Mitglied des BSE Untersuchungsausschusses, Mitglied des Geschäftsordnungsausschusses, des Institutionellen Ausschusses, des Kulturausschusses sowie der Slowakei Delegation.

Im Zuge dieser Funktionen wurde Voggenhuber von 1999 bis 2002 zum Vize–Präsidenten des Ausschusses für konstitutionelle Fragen bestellt und Ersatzmitglied des Ausschusses für die Freiheiten und Rechte der Bürger, Justiz und innere Angelegenheiten.

Ferner war Voggenhuber Mitglied der Rußland Delegation, Ko-Berichterstatter der Grundrechtscharta der Europäischen Union und Mitglied im Konvent zur Erarbeitung der Grundrechtscharta. Von 2002 bis 2003 arbeitete der Salzburger Politiker Mitglied im Ausschuss für konstitutionelle Fragen, als Ersatzmitglied im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten und als Mitglied im Verfassungskonvent. Ab 2004 war Johannes Voggenhuber stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für konstitutionelle Fragen. Der Grüne-Politiker war Mitglied der Delegation für die Beziehungen zu Israel und war sowohl im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres als auch in der Delegation für die Beziehungen zum Palästinensischen Legislativrat, als Stellvertreter tätig.

Im November 2008 kündigte Voggenhuber an, nur als Listen-Erster bei der Wahl zum EU-Parlament 2009 antreten zu wollen und löste damit eine innerparteiliche Debatte um die EU-Politik der Grünen aus. Am 18. Jänner 2009 verlor er eine Kampfabstimmung gegen Ulrike Lunacek beim grünen Bundeskongress. In der Folge scheiterte er auch mit dem Wunsch, am Ende der Kandidatenliste aufgenommen zu werden, um einen Vorzugsstimmen-Wahlkampf führen zu können. Am 1. Februar 2009 erklärte Voggenhuber daher, nicht mehr kandidieren zu wollen und sein Engagement für die Grünen zu beenden.

In der Folgezeit trat er als Autor und Publizist sowie durch eine Gastprofessur an der Universität Innsbruck in Erscheinung. 2012 initiierte Voggenhuber das Volksbegehren "MeinOE - Demokratie jetzt!", eine Initiative, welche das erste Volksbegehren in Österreich für eine umfassende Reform von Demokratie und Rechtsstaat in allen Bereichen der österreichischen Bundesverfassung eintrat.

Am 4. Februar 2019 wurde bekannt, dass Johannes Voggenhuber mit seiner "Initiative 1 Europa" für die Liste Jetzt seines ehemaligen Parteifreundes Peter Pilz bei der EU-Wahl 2019 antreten wird.

Johannes Voggenhuber ist seit 1972 verheiratet und hat zwei Kinder (* 1972 und 1976).

Auszeichungen

  • Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2002)
  • "Mister Konvent" - Journalisten-Wahl des engagiertesten Europarlamentarier im Konvent (2003)
  • "Jugendfreundlichster Politiker Österreichs" - "Jugendoscar" der JUFO.

Werke

  • Das Salzburg-Projekt. Entwurf einer europäischen Stadt. Architektur - Politik – Öffentlichkeit. Falter Verlag 1986
  • Berichte an den Souverän. Der Bürger und seine Stadt. Wien/Salzburg 1988.
  • Die Einheit Europas – Grundriss einer europäischen Verfassung. 2002
  • Res publica. Reden gegen die Schwerkraft. (Aufsatzsammlung) Residenz-Verlag, St. Pölten/Salzburg 2010, ISBN 978-3701732067.
  • Möglichkeitsräume gestalten: Eine urbane Rekartografie des Sulzer-Areals in Winterthur, 1989-2009 (Urban Studies)
  • Schillerndes Leben in Salzburg.: Johannes Voggenhuber „Süßes Gift der Provinz“ mit Texten von M. Blaeulich, M. Stolhofer, H. Krawagna, W. Radlegger, G. Seidenauer, M.S. Stronegger

Weblinks

Quelle