MDF-Hallein

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MDF-Werksanlage in Hallein-Neualm, Ansicht von Kaltenhausen
MDF-Firmengelände vom Oberalmberg aus
MDF-Firmengelände samt Umgebung aus östlicher Ansicht
Helisky-Luftbild, Neualm, Salzachverlauf MG 8642-30-300.jpg
Das geschlossene Binder MDF Werk in Hallein

MDF-Hallein GmbH & Co KG war ein Unternehmen der Binder-Holz-Gruppe, das sich mit der Erzeugung auf Holz basierender Verbundstoffe befasst.

Geschichtliche

Die Errichtung der Werksanlage in Hallein mit einer Gebäudefläche von 48 000 m²[1] für die Firma Binder-Holz stand mit der Beendigung der Salzproduktion im Salzbergwerk Dürrnberg im Zusammenhang. Durch die Stilllegung der Saline Hallein verloren die kunststofferzeugenden Betriebe Solvay und Halvic in Hallein ihre Rohstoffquelle und mussten geschlossen werden. Die Firma MDF-Hallein gehörte zur Firmengruppe binderholz mit Stammsitz in Tirol siedelte sich im Jahr 1999 auf dem dadurch brach liegenden Gelände in Hallein-Neualm an.

Die Investitionen am Standort Hallein betrugen 73 Millionen Euro. binderholz-Eigentümer und Geschäftsführer Hans Binder fand dann bald den deutschen Holzwerkstoff-Konzern Pfleiderer als 50-Prozent-Joint-Venture-Partner für seine MDF-Platten. Doch Pfleiderer zog sich rasch wieder aus Hallein zurück und ging vor ein paar Jahren in Konkurs[2].

Am 11. November 2011 brach gegen 16 Uhr bei einer Plattenpresse ein Brand aus, der sich auch auf die in der Maschine befindlichen mitteldichten Faserplatten (MDF-Platten) ausbreitete. Beim Eintreffen des Einsatzleiters der Freiwilligen Feuerwehr Hallein zeigte sich eine starke Rauchentwicklung in der Produktionshalle. Die betriebsinterne Brandschutzgruppe war bereits vor Ort und führte einen ersten Löschangriff durch[3].

Wie am 16. Jänner 2014 bekannt wurde, wird die Firma MDF Hallein mit Ende März 2014 geschlossen und 111 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Als Gründe für die Schließung der MDF Hallein hat binderholz-Eigentümer und Geschäftsführer Hans Binder am 16. Jänner 2014 den großen wirtschaftlichen Druck und die starke Billigkonkurrenz genannt. Die Holzwerkstoffindustrie leide seit der Krise 2008 massiv an den hohen Rohstoffpreisen, man habe bis zuletzt vergeblich darauf gehofft, dass sich die Situation verbessere. Darüber hinaus seien zentrale Absatzmärkte eingebrochen. Alleine der Hauptmarkt Italien habe seit dem Jahr 2009 einen Rückgang von 40 Prozent aufgewiesen.

2012 erwirtschaftete die MDF Hallein einen Umsatz von rund 63,7 Mio. Euro, schrieb aber Verluste.

Binder hat neben dem Hauptsitz in Fügen in Tirol fünf weitere Standorte, unter anderen in St. Georgen bei Salzburg im Flachgau und Unternberg im Lungau.

Über die binderholz Gruppe

Die binderholz Gruppe wurde in den 1950er Jahren von Franz Binder senior gegründet. binderholz produziert als Komplettanbieter durchdachte Lösungen aus massivem Holz. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Rohstoff und der Umwelt garantiert hochwertige Massivholzprodukte und Biobrennstoffe. Neben dem Stammhaus in Fügen, Tirol, zählen fünf weitere Standorte zur binderholz Gruppe. Im Massivholzplattenwerk St. Georgen bei Salzburg, im Brettschichtholzwerk Jenbach, Tirol, am Produktionsstandort des Brettsperrholzwerks in Unternberg und am Vertriebsstandort der binderholz Bausysteme in Hallein, Salzburg, sowie in der Holzindustrie Kösching bei Ingolstadt, Deutschland, waren Anfang 2014 mehr als 1 200 MitarbeiterInnen beschäftigt[4].

Wiederaktivierung des Standortes in Hallein ist geplant

Nachdem vor vier Jahren das Werk in Hallein geschlossen wurde, besteht jetzt von der Firma Binder ein Vorhaben, in Hallein in einem Dreischichtbetrieb Baumodule aus Holz für den Fertigbau zu erzeugen. Damit könnten wieder etwa 180 neue Arbeitsplätze und neue Büros geschaffen werden. Was hier noch fehlt, wäre eine Umwidmung in ein Gewerbegebiet. Auch die Verkehrsfrage wäre noch offen, deswegen komme der frühere Plan einer Brücke über die Salzach neuerlich auf das Tapet, um die Bewohner von Neualm nicht wieder mit dem Firmenverkehr zu belasten. (ORF-Meldung am 28.5.2018).

Weblinks

Quellen