Martin Panosch

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Martin Panosch 2013

Dr. iur. Martin Panosch (* 3. Dezember 1967 in Schwarzach im Pongau) ist Honorarkonsul der Ukraine in Salzburg und Landesdirektor der Wiener Städtischen Versicherung für das Bundesland Salzburg. Von 2004 bis 2013 war er Mitglied der Stadtregierung der Landeshauptstadt Salzburg.

Karriere

Aufgewachsen als Sohn des seinerzeitigen Schwarzacher Gendarmerie-Postenkommandanten, übersiedelte Panosch 1986 nach Salzburg und studierte Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg.

Nach seiner Promotion mit Auszeichnung 1992[1] arbeitete er bis 1994 als Vertragsassistent am Institut für Bürgerliches Recht und Privatversicherungsrecht. Ab 1994 übernahm er die Funktion eines Klubgeschäftsführers im Salzburger Landtag. 1994 holte ihn Gabi Burgstaller als Jurist in den Landtagsklub der SPÖ. Im selben Jahr wurde er auch Lehrbeauftragter an der Universität Salzburg für Österreichisches und Europäisches Privatrecht.

Nach den Gemeinderatswahlen 1999 wurde das neue Gemeinderatsmitglied zum Vorsitzenden des Ausschusses für Planung, Verkehr und Umwelt gewählt. Am 5. Mai 2004 wurde Panosch zum Stadtrat gewählt und gehörte bis 2013 der Stadtregierung an. Seine Zuständigkeiten umfassten die Bereiche Bauverwaltung und Wohnungswesen. Unter seiner Ressortführung kam es zu einer Modernisierung der städtischen Bauverwaltung, etwa durch den Aufbau eines elektronischen Vergabewesens und die Ausgliederung der Immobilienbewirtschaftung. Nach der Gemeinderatswahl 2009 wurde er neuer Bürgermeister-Stellvertreter und im Stadtrat zuständig für Soziales, Senioren und Wohnungswesen. Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren u.a. die inhaltliche Neuorientierung des InfoCenter Soziales (ICS) als zentrale Anlaufstelle für Menschen in einer Notlage in der Stadt Salzburg, die Schaffung einer Servicestelle für Kinderbetreuung sowie der Aufbau einer ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe für alleinstehende SeniorInnen.

In diesen Jahren bekleidete er zahlreiche Funktionen in Aufsichtsräten und anderen Gremien:

  • Vorsitzender des Bezirks-Sozialhilfebeirats Salzburg-Stadt
  • Mitglied im Hauptausschuss des Österreichischen Städtebundes
  • Mitglied im Fachausschuss Soziales, Gesundheit und Jugend des Österreichischen Städtebundes
  • Mitglied im Landes-Sozialhilfebeirat
  • Vertreter der Stadt in der Generalversammlung der Kommunalen gswb Liegenschaftsverwaltung GmbH (KgL)
  • Aufsichtsrat der Salzburg AG
  • Mitglied im Vorstand des Reinhalteverbands Großraum Salzburg
  • Aufsichtsratsvorsitzender der Salzburger Parkgaragen GmbH
  • Vertreter der Stadt in der Generalversammlung der Stadt Salzburg Immobilien GmbH (SIG)
  • Aufsichtsrat der Altstadt Salzburg Marketing GmbH (später Altstadtverband)

Im September 2013 wechselte Panosch in die Privatwirtschaft als stellvertretender Landesdirektor der Wiener Städtischen Versicherung.[2] Mit Oktober 2014 wurde er zum Landesdirektor ernannt und ihm in weiterer Folge die Prokura verliehen. Seit Mai 2015 ist er Mitglied des Wirtschaftsparlaments der Wirtschaftskammer Salzburg und Obmann-Stellvertreter der Sparte Bank und Versicherung.[3]

Mit Juni 2015 übernahm er weiters den Landesvorsitz des Wirtschaftsforums der Führungskräfte für das Bundesland Salzburg. Dabei handelt es sich um das größte parteiunabhängige Netzwerk von Führungskräften in Österreich.[4]

Schließlich wurde ihm im August 2016 das Exequatur als Leiter der konsularischen Vertretung der Ukraine in Salzburg erteilt, seit September 2018 ist er auch Aufsichtsrat in den Ukrainischen Versicherungsgesellschaften UIG, Kniazha und Kniazha Life.[5]

Martin Panosch ist seit Mai 2000 verheiratet und hat vier Kinder. Er bestreitet internationale Hickory Golf-Turniere. Zu seinen größten sportlichen Erfolgen zählen der Gewinn der Netto-Wertung bei der European Hickory Championship in Den Haag 2014 (Koninklijke Haagsche Golf & Country Club) und der Gewinn des Brutto-Titels International Polish Hickory Champion 2017 und 2018 (2017: Binowo Park Golf Club und Modry Las Golf Club, 2018: Krakow Valley Golf & Country Club).[6]

Chronik

Die Dienstwagen-Affäre

Am 9. April 2011 war Panosch mit einer Delegation Salzburger Politiker in Meran, Südtirol, zu einem dienstlichen Termin in einem angemieteten Reisebus angereist. Da er abends desselben Tages jedoch zu einer privaten Geburtstagsfeier von LHStv. David Brenner (SPÖ) im Gusswerk (Salzburg-Kasern) eingeladen war, ließ er seinen Chauffeur mit Dienstwagen nach Meran kommen und fuhr alleine nach Salzburg zurück[7].

Panosch verteidigte sich dann gegenüber medialen Vorwürfen, dass es möglich gewesen wäre, die Feier zeitgerecht auch mit dem Zug zu erreichen. Panosch argumentierte, dass sowohl Chauffeur als auch Limousine so oder so bezahlt werden müssen, ob sie fahren oder nicht. Darüber hinaus vertrat er in Medienberichten die Ansicht, die Einladung zur privaten Geburtstagsfeier von Brenner sei eine dienstliche Verpflichtung in seinen Augen gewesen[8].

Die Affäre löste eine neuerliche Diskussion um Dienstwagen von Politikern aus, und es hieß, Panosch sei durch sie bei Bürgermeister Heinz Schaden in Ungnade gefallen. Am 18. September 2013 hielt der 45-jährige Panosch im Gemeinderat seine Abschiedsrede.

Quellen

  • SPÖ Stadt Salzburg
  • Wiener Städtische Versicherung

Einzelnachweise

  1. http://www.energytalks.com/Contents/Referenten_E/panosch.html, abgefragt am 19. Jänner 2017
  2. Salzburger Nachrichten, 2. Oktober 2013, Lokalteil S. 3: Zwei Pongauer führen Wiener Städtische
  3. https://www.wko.at/Content.Node/Funktionaerskontaktseite.html?rollenid=3240507, abgefragt am 16. November 2016
  4. https://www.wdf.at/Das-WdF/Organisation/Landesvorstand#Salzburg, abgefragt am 16. November 2016
  5. Die Ukraine ist in Salzburg wieder diplomatisch vertreten - Stöckl bei der Ernennung von Martin Panosch zum Honorarkonsul der Ukraine, Salzburger Landeskorrespondenz, 29. August 2016
  6. http://www.hickorygolf.at, abgefragt am 13. Juni 2018
  7. Quelle u.a. www.salzburg24.at
  8. Quelle www.salzburg.com