May

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Die Familie (von) May ist oder war eine deutsche Adelsfamilie, die im 17. und 18. Jahrhundert auch im Land Salzburg vertreten war.

Die Landtafel

Seit 1679 scheinen die folgenden Personen in die Salzburger Landtafel auf:[1]

  • Joseph Casimir von May
  • Franz Anton von May
  • Johann Philipp Joseph von May
  • Georg Ignaz von May

Die nachfolgenden Angaben belegen, dass diese Personen nicht zugleich in die Landtafel eingetragen worden sein können, sondern dass dies zu verschiedenen Zeiten geschehen sein muss.

Überblick

Die nachfolgenden Belege betreffen den Zeitraum von 1665 bis 1780 und lassen erkennen, dass der Stammvater (des Salzburger Zweiges) der Familie in eine Salzburger neuadelige Familie einheiratete sowie dass er und seine Nachfolger jeweils kaiserlichen Räte und Gesandte beim Reichstag zu Regensburg waren. Dort war demnach wahrscheinlich auch ihr Lebensmittelpunkt, wenngleich sie im Salzburgischen Besitz hatten.

Einzelbelege

Franntz Mathias May († 1669?) war beider Rechte Doktor, hochfürstlich Salzburgischer Hofrat und Professor, und verheiratet mit Maria Anna geb. Weckherlinin von Adelstetten; die beiden erwarben in der Stadt Salzburg das sogenannte Krotachhaus.[2]

Erwähnenswert ist, dass zu jener Zeit der Salzburger Fürsterzbischof (1654 - 1668) Guidobald Graf von Thun und Hohenstein (*1616; † 1668) seinerseits eine enge Beziehung zu Regensburg hatte: Seit 1662 fungierte er als Kaiserlicher Prinzipalkommissär auf dem Immerwährenden Reichstag zu Regensburg, von 1666 bis 1668 war er auch Bischof von Regensburg; dementsprechend hielt er sich von 1662 an mehr in Regensburg als in Salzburg auf.

Im Jahr 1669 war Franntz Mathias May nicht mehr am Leben. Er hinterließ seine Witwe Maria Anna und (zumindest) die drei gemeinsamen Kinder Maria Ursula Francisca, Franz Joachim und Polycarp.[3]

Maria Anna geb. Weckherlinin von Adelstetten (* 1637) starb am 6. Mai 1668 in Salzburg und wurde in St. Andrä begraben.[4]

1669 wurden die drei Kinder der Witwe Maria Anna geb. Weckherlin mit einem Hälftanteil an dem im Jahr 1665 erworbenen Krotachhaus in Salzburg belehnt.[3] Da die Witwe aber damals selbst nicht mehr am Leben war, dürfte dies der von ihr hinterlassene Hälftanteil gewesen sein.

Ein weiterer Sohn, vielleicht aus einer früheren Ehe des vorgenannten Franz Mathias May, könnte (wenn er nicht etwa mit Franz Joachim ident war) jener Franciscus Mathias May gewesen sein, der

  • im Jahr 1674 Assessor der Speyerer Kammer[5] war und[6]
  • im Jahr 1678 als kaiserlicher wirklicher Reichshofrat und bevollmächtigter Concommissarius beim Reichskonvent zu Regensburg den Sitz und Hof zu Täching (Pfarre Wäging, Gericht Tettlham) zu Lehen erhielt.[7]

Im Jahr 1679 war Franz Mathias May bereits Salzburgischer Landmann und erwarb mehrere Güter im Pfleggericht Lichtenthann und im Pfleggericht Tittmoning.[8]

Derselbe, nun benannt als Franntz Mathias May von und zu Obertäching, erhielt im Jahr 1682 und nochmals 1693 den bereits 1678 erhaltenen Sitz und Hof zu Täching im Pfleggericht Tettlhamb zu Lehen.[9]

Im Jahr 1696 verkauften die Geschwister des (zuvor verstorbenen?) Frantz Joachim von May, kaiserlichen Rates und Sekretärs der österreichischen Gesandtschaft auf dem Reichstage in Regensburg:

  • Georg Policarp von May, fürstlich Passauischer „Truckhseß" und Kammerrat,
  • Frantz Pancraz von May, Kanonikus des kaiserlichen Stifts Beatae Mariae Virginis zur alten Kapelle in Regensburg,
  • Maria Ursula Francisca von May,
  • Anna Maria von May,
  • Gertraudt Catharina Kunigundt von May und
  • Maria Anna von May,

– hier werden also die drei vorerwähnten Kinder der Maria Anna geb. Weckherlin von Adelstetten zusammen mit vier weiteren Geschwistern genannt –
an Georg Casimir von May, kaiserlichen Rat, hochfürstlich Salzburgischen und Hoch- und Deutschmeisterlichen Rat sowie Abgesandten bei dem allgemeinen Reichskonvent zu Regensburg, die Lehensgerechtigkeiten auf mehreren benannten Gütern in den Pfleggerichten Lichtenthann und Tittmoning.[10]

Im Jahr 1709 war Georg Casimir von May nicht mehr am Leben. Mit seinen Gütern in den Pfleggerichten Liechtenthann und Tittmoning wurden nun seine Kinder

  • Joseph Casimir,
  • Franz Xaver Ignatius,
  • Benedict Cajetan und
  • Maria Monica

belehnt.[11]

Diese Belehnung wurde für drei Kinder (ohne Benedict Cajetan) mehrfach erneuert: 1728[12], sowie (diesmal nur für im Pfleggericht Liechtenthann gelegene Güter) 1746[13] und 1748[14]

1780 wurde Georg Ignatius von May, Erzbischöflich Salzburgischem Hofrat, derzeit zu Wien, als neuangestelltem Lehenträger des kaiserlichen Kollegiatstifts zur alten Kapelle in Regensburg, ein Achtel des großen und kleinen Zehent zu Rekenhofen, der von der Stadt Nürnberg zu Lehen rührte, im Namen der Stadt Nürnberg zu wahrem Mann- und Weiberlehen verliehen.

In die Verwandtschaft dieser Familie gehören wohl auch

  • Johann Carl von May († 18. Juli 1723), Dekan des Kollegiatstifts zur alten Kapelle in Regensburg,[15] und
  • Carl Joseph von May, kurpfälzischer wirklicher Hofgerichtsrat zu Heidelberg, der zuvor Lehensinhaber des oben erwähnten Achtels des großen und kleinen Zehent zu Rekenhofen gewesen war.[16]

Georg Casimir von May und seine Erben hatten bis 1757/1763 auch Grundbesitz war im Pfleggericht Mittersill, also im Pinzgau.[17]

Quellen

  • Joseph Schmid, Urkunden-Regesten des Kollegiatstiftes U. L. Frau zur Alten Kapelle in Regensburg. Zweiter Band. Regensburg 1912.
  • siehe die Einzelnachweise.

Einzelnachweise

  1. Lorenz Hübner, Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte, Zweiter Band (Statistik), Salzburg 1793. S. 280.
  2. Schmid aaO S. 329 f Nr. 1159. Das kaufgegenständliche Haus wurde umschreiben als fürstlich ChiemseeischeUrbars-Behausung“ in Krottach, „gegen dem Berchtoldsgadner Hof über“, „sonst die Suntzingerische Behausung genannt“.
  3. 3,0 3,1 Schmid aaO S. 332 f Nr. 1167.
  4. Franz Martin, Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte: 57. Weckherlin von Adlstetten, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde Band 78 (1938) S. 165-168 (167) = Derselbe, Hundert Salzburger Familien (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1946), S. 210-212. Da für das Jahr 1669 belegt ist, dass Maria Anna Witwe war, ist Franz Martins Angabe für Franz Matthias Mays Todestag († 23. Juli 1693) zu verwerfen und ist davon auszugehen, dass es einen zweiten Franz Matthias May gab, auf den diese Angabe zutreffen mag.
  5. Assessor camerae Spirensis.
  6. Schmid aaO S. 336 Nr. 1182.
  7. Schmid aaO S. 341 f Nr.n 1196, 1197. Die Eintragung Nr. 1002 vom 23. März 1629 (S. 248 f) betrifft wie die Eintragung Nr. 1196 aus 1678 einen Verkauf der Helena Rohrwolff an Franz Mathias May und wird hier als in Bezug auf die Zeitangabe unglaubwürdig beiseitegelassen.
  8. Schmid aaO S. 342 f Nr. 1200.
  9. Schmid aaO S. 343 f (Nr. 1203) und 348 (Nr. 1217). Derartige Wiederbelehnungen fanden insbesondere bei Wechsel des Lehensherrn statt.
  10. Schmid aaO S. 349 f Nr. 1220.
  11. Schmid aaO S. 352 Nr. 1225.
  12. Schmid aaO S. 358 Nr. 1250.
  13. Schmid aaO S. 360 f Nr. 1262.
  14. Schmid aaO S. 363 Nr. 1270.
  15. Genannt bei Schmid aaO S. 356 Nr. 1244.
  16. Erwähnt bei Schmid aaO S. 358 Nr. 1250.
  17. Erschließbar aus der Existenz folgender Archivalien im Salzburger Landesarchiv laut dortigem Repertorium 21-11/01 (alt 141): Buchförmige Archivalien der geistlichen und weltlichen GRUNDHERREN. Salzburg 1996. LNr. 657: 1726, 1734-1757: Rechnung der † Georg Casimir von May’schen Güter und Zehente. LNr. 658: 1763/1808: Notelbuch der May’, nun Priesterhaus’schen Untertanen im PflG. Mittersill.