Metzger (Kaufmannsfamilie)

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Metzger oder Mezger ist der Name einer Salzburger Kaufmannsfamilie des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, die Stadträte und einen Bürgermeister stellte.

Allgemeines

Die Verwandtschaftsbeziehung zwischen den in der Geschichte vorkommenden, dem Kaufmannsstand angehörenden Trägern dieses Namens ist allerdings, soweit ersichtlich, weitgehend unerforscht oder undokumentiert. Der Umstand, dass die im Folgenden genannten Personen hohe städtische Ämter bekleideten und in Heiratsbeziehungen mit bekannten Kaufmannsfamilien standen, legt aber die Annahme nahe, dass es sich um eine und dieselbe Familie handelt.

Personen

Eine Zusammenschau der bruchstückhaften Quellen legt nahe, dass Ignaz Christof Metzger und der Vater von Bürgermeister Johann Peter Metzger ein und dieselbe Person waren.

Ignaz Christof Metzger

Der Vater von Bürgermeister Metzger (* 1690 Würzburg, Franken) wurde bereits 19jährig bei seiner Heirat Bürger der Stadt Salzburg, kam 1724 in den Rat der Stadt und war neben anderen Funktionen von 1742 bis 1752 Stadtkämmerer[1].

Ignaz Christof Metzger († nach 1745) war (zumindest 1745) Handelsmann in Salzburg und zumindest im Jahr 1736 Stadtrat von Salzburg. Als Ehefrau werden „M. Senzenberger“ und „Appolonia Sechtenberger“ genannt, bei der es sich wohl um ein und dieselbe Person (mit den Vornamen „Maria Appolonia“) handelt.

Nach Barchetti (1982): Ignaz Christian Metzger (* 1686; † 1753), der vor 1709 nach Salzburg kommt und in erster Ehe 1709 Maria Apollonia Sechtenberger (* 1678; † 1745) heiratet, in zweiter Ehe 1745 Maria Ehrentrudis Gassner († 1794)[2]

Kinder

Sie hatten zumindest die Töchter

  • Eleonora (* 1716; † 2. Juni 1764; Mutter: M. Senzenberger), heiratete am 3. August 1745 Sigmund Haffner den Älteren (dessen zweite Ehefrau sie war) und schenkte ihm fünf Töchter und einen Sohn; zwei dieser Kinder waren:
    • Marie Elisabeth (* 24. Oktober 1753; † 1. November 1781), vermählt am 22. Juni 1776 mit Franz Xaver Späth (I.), Handelsfaktor in Salzburg (* 8. April 1750; † 10. Februar 1808),
    • Sigmund Haffner der Jüngere (* 1756; † 1787), (geadelt) von Innbachhausen;
  • Maria Elisabeth Franziska († 1778; Mutter: Appolonia Sechtenberger), heiratete am 10. September 1736 im Salzburger Dom Johann Sigbert Valentin (von) Heffter (* 1717); sie ist die Mutter Ignaz von Heffters und übernahm von Johann Nepomuk Anton von Heffter, Neffen ihres Ehemanns, dessen Leinenhandlung;

Weitere Familienmitglieder

Ferdinand Metzger, Kaufmann, erscheint als Gemahl der Maria Anna Metzger, geb. Hagenauer (* 1713).[3]

Johann Peter Metzger (* 1723; † 1795) war Tuch- und Seidenwarenhändler[4] und von 1775 bis 1795 Bürgermeister der Stadt Salzburg.

Er hatte drei Söhne, von denen einer, L. Columban, ins Kloster (Seeon) ging.[5]

Joseph Metzger (* 1763; † 1847) war Stadtrat der Stadt Salzburg von 1799 bis vermutlich 1816.

Ein (v.a. dem Familiennamen Metzger nach zu schließen:) Angehöriger der Familie Metzger heiratete Barbara Hoffer (* 24. April 1765; † 3. Jänner 1824), Tochter des Kaufmanns Andre Hoffer (* 17..; † 1807), welche in weiterer Ehe mit dem Tuchhändler Mathias Gschnitzer vermählt und Mutter des Salzburger Bürgermeisters Mathias Gschnitzer war.[6]

Orte

Die Metzgers besaßen in der Altstadt von Salzburg das Haus Judengasse 14.[7]

Familiengrabstätte war die – in der Folge Gschnitzer/Gesselesche – Arkadengruft Nr.  XXVIII auf dem Salzburger Friedhof von St. Peter. [8]

Quellen

Fußnoten

  1. Gunda Barth-Scalmani, Zur Lebenswelt des altständischen Bürgertums am Beispiel des Handelsstandes in Salzburg, in: Robert Hoffmann, Bürger zwischen Tradition und Modernität (Bürgertum in der Habsburgermonarchie 6). Wien-Köln-Weimar 1997. S. 29 ff. (S. 31 FN 18)
  2. Theodor v. Barchetti: Die Salzburger Familie Metzger aus Würzburg, in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 34 (1982), S. 64-74, bes. S. 71 Stammtafel; im Artikel auch weitere Hinweise, die z.T. von den hier vorliegenden Angaben abweichen.
  3. Quelle: Salzburgwiki-Artikel „Hagenauer
  4. Barth-Scalmani aaO S. 45.
  5. Barth-Scalmani aaO S. 40.
  6. Quelle: Nekrolog auf Mathias Gschnitzer, in Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde XXIV, 1884, S. 191.
  7. Barth-Scalmani aaO S. 51 FN 89.
  8. Quelle:Grabinschrift für Mathias Gschnitzer in der Gschnitzer/Gessele’schen Gruft (Nr. XXVIII) auf dem Salzburger Friedhof von St. Peter.