Schwert und Galgen

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Titelbild Buch Schwert und Galgen

Buchtipp Schwert und Galgen, Geschichte der Todesstrafe in Salzburg

Autoren: Gerhard Ammerer, Christoph Brandhuber
Verlag: Verlag Anton Pustet
Erscheinungsjahr: 2018
ISBN 978-3-7025-0887-6

Verlagsinformation

Henker und Scharfrichter in Salzburg

Blutrünstig und grausam ist die Geschichte der Salzburger Justiz. Bis zum Ende des geistlichen Fürstentums 1803 galt die 'Peinliche Halsgerichtsordnung' Kaiser Karls V. von 1532, die bei zahlreichen Vergehen die Todesstrafe vorsah. Zur Abschreckung inszenierte die Obrigkeit den gewaltsamen Tod als Massenspektakel, selbst in der Zeit der Aufklärung kannte man selten Mitleid und Erbarmen.

Doch wer waren die Männer, die für Geld töteten? Wie viel kostete eine Hinrichtung? Wie stand es um die Familie und die Sozialkontakte des Scharfrichters? Ging die Handhabung von Schwert und Galgen immer den gewohnten Gang? Und konnte ein Henker eigentlich in Pension gehen?

Diesen und anderen Fragen gehen Gerhard Ammerer und Christoph Brandhuber in ihrem Buch nach. In Akten, Briefen und Tagebüchern verfolgen sie die blutige Spur, die sich durch die vergangenen Jahrhunderte zieht, vom Mittelalter bis zur letzten Hinrichtung am 22. November 1949. Das Ergebnis ist ein Manifest gegen die Todesstrafe.

Rezension 1

Ein hervorragend recherchiertes Nachschlage-Sachbuch mit Lesecharakter

Dieses über 200 Seiten dicke Buch bietet detaillierte Informationen zu den Themen der geschichtlichen Entwicklung von Strafrecht und Todesstrafe in Salzburg, über alle Richt- und Hexenverbrennungsstätten; es schildert die genauen Abläufe von der Gefangennahme bis zur Hinrichtung, deren Formen und Riten; ein ausführliches Kapitel beschäftigt sich mit dem Scharfrichter samt Stammtafeln der Scharfrichter des 17. und 18. Jahrhunderts und über die Gesetze und wissenschaftlichen Methoden im 19. Jahrhundert führt das Buch ins 20. Jahrhundert mit der Aufhebung der Todesstrafe, in die Zeit des Nationalsozialismus und bis zur letzten Hinrichtung.

Neben dem erzählenden Text bieten die beiden Autoren auch zahlreiche Originalzitate. So erhält der Leser Einblick in zeitgenössische Ausdrucksweisen. Bilder, Zeichnungen und Abbildungen, beispielsweise von Rechnungen über Galgenbauten bis hin zu Abdrucken von Urteilsverkündigungen, bietet dieses Sachbuch mit Lesecharakter einen sehr umfassenden Einblick in die Geschichte der Todesstrafe in Salzburg.

Einiges in Beiträgen wird den Salzburgern sicherlich bekannt erscheinen: die Geschichte des Hexenturms in der Stadt Salzburg, der Fall des Caspar Vogl, Pfleger im Pinzgau, oder die Zauberer-Jackl-Prozesse. Aber auch weniger Bekanntes und doch Interessantes kann man lesen, wie den Fall des Werfener Bürgermeisters Johann Oberreiter, der wegen Meuchelmordes hingerichtet wurde. Wer sich in Hallein schon einmal gefragt hat, woher der Molnar-Platz seinen Namen hat, kann im Kapitel „Wehrkraftzersetzung – Der Fall Edmund Molnar“ mehr über die namensgebende Person erfahren.

Manches mag natürlich dem Leser grausam vorkommen, aber die Autoren bemühen sich, über unsere Salzburger Rechtsgeschichte sachlich zu berichten.

Rezension 2

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Quellen