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St. Koloman in der Lebenau

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Nebenkirche St. Koloman bei Fridolfing
:St. Koloman Lebenau, Altarbild

Die ehemalige Wallfahrts- und Nebenkirche St. Koloman in der Lebenau gehört zur Pfarrei Fridolfing im historischen Rupertiwinkel in Bayern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In einem Wald an der B20 zwischen Fridolfing und Laufen befindet sich etwas versteckt die St.-Koloman-Kirche. Sie wurde um 1500 im spätgotischen Stil erbaut und am 18. Juli 1518 durch Weihbischof Berthold Pürstinger konsekriert.

In ihr befindet sich ein Hochaltar von 1682/1683 (Salzburger Barock), der ursprünglich für die Kirche in Untereching gefertigt wurde und seit 1774 in St. Koloman steht. Das Altarbild mit Darstellung des hl. Koloman und des hl. Dionysius ist aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert.

Heilquelle

Vermutlich sind die den Gnadenort umgebenden Quellen als Ursprung der Wallfahrt anzusehen. Die spätgotische Kirche ersetzte wohl eine kleine Kapelle, die bei den als heilkräftig erachteten Quellen stand. Der wenige Jahre zuvor erfolgte Um- und Neubau der nahe gelegenen Burg Lebenau dürfte damit in Zusammenhang stehen. Nach einer Aufzeichnung aus dem Jahre 1612 versorgte einer der Brunnen die etwa einen Kilometer entfernte Burg mittels einer hölzernen Rohrleitung mit Trinkwasser.

Der heilige Koloman galt, da er erhängt wurde, als Patron gegen Kopfkrankheiten und wurde auch bei Gewitter und Seuchen angerufen. Zusätzlich wandte man sich in Lebenau an den Nebenpatron Dionysius, welcher wegen seiner Enthauptung ebenfalls bei Beschwerden des Kopfes und bei Krämpfen helfen sollte.

In einer Kirchenrechnung des Jahres 1594 erscheint die Quelle zum ersten Mal, als man eine eiserne Schöpfkelle an einer Kette vom Schmied anfertigen ließ. Mit dieser Vorrichtung konnte man Wasser aus dem Brunnen schöpfen. Ab 1624 werden eine Brunnensäule, die in Form eines Bildstocks gestaltet war und ein Brunnentrog aus Stein genannt. Der dort ebenfalls vorhandene Opferstock bestätigt eine Einbindung der Quelle in das Wallfahrtsgeschehen. Ein hölzernes Brunnenhaus scheint 1702 errichtet worden zu sein.

Eine weitere Quelle, das so genannte „Fieberbrünndl“, liegt südwestlich der Kirche. Es galt als hilfreich bei Augenleiden und Fieber.

Ab der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stieg die Zahl der Wallfahrer immer weiter an, was sich auch auf die Einnahmen des am Brunnen angebrachten Opferstocks auswirkte. Dadurch war die St. Koloman-Kirche finanziell gut gestellt und konnte immer wieder ohne fremdes Kapital renoviert und neu ausgestattet werden. Trotz ihrer einsamen Lage, vom Pfarrdorf Fridolfing weit entfernt, war St. Koloman durch die Jahrhunderte immer Ziel von Prozessionen und Bittgängen. Doch auch zahlreiche einzelne Personen suchten die Kirche und die Brunnen auf. Ein allmählicher Niedergang der Wallfahrt machte sich zu Ende des 18. Jahrhunderts bemerkbar.

Durch den Erwerb einer Reliquie des heiligen Koloman vom Benediktinerstift Melk in Niederösterreich, gelang es dem Fridolfinger Pfarrer die Wallfahrt für einige Zeit wieder zu beleben. Um 1900 wurden nach Aussage von Gewährspersonen beide Brunnen noch von Wallfahrern aufgesucht. Das in den Jahrzehnten zuvor in Vergessenheit geratene und zugewachsene „Fieberbrünndl“ wurde Anfang der 1990er-Jahre freigelegt.

Besonderheiten

Tonkopfvotive

In St. Koloman war eine besondere Form von Votivgabe üblich, die unter anderem auch für der Filialkirche Sankt Alban in Lamprechtshausen nachgewiesen ist. Das waren Tongefäße in Kopfform, die mit Getreide gefüllt, bei Kopfleiden als Opfer dargebracht wurden. Das Verbreitungsgebiet der Tonkopfvotive liegt zwischen der niederbayerischen Isar (St. Corona in Altenkirchen bei Frontenhausen und St. Theobald in Geisenhausen bei Landshut) und den Wallfahrtsstätten St. Koloman in der Lebenau und Kolomansberg in Thalgau.

Weiters zahlreiche Kerbschnitzereinen am Portal sowie freigelegte Rötelzeichnung.

Bildergalerie

Quellen

  • Andreas Hirsch (Bad Reichenhall): St. Koloman in der Lebenau – zwei heilende Quellen im Wald, EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein (Hg.): Quellen und Gesundbrunnen, eine Übersicht zu kulturhistorisch bedeutsamen Quellen und Gesundbrunnen, 2017
  • Hans Roth: Die St.Koloman-Kirche in der Lebenau. Zum 475. Jahrestag ihrer Weihe, in: Das Salzfass 1/1993
  • EuRegio-Publikation über St. Koloman in der Lebenau
  • Pfarre Fridolfing