Burg Lebenau (Laufen)

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Das Gschloß Lebenau, (16. Jh.), Ausstellung "200 Jahre Leben an der Salzach", Tittmoning 2016
Ansicht von Schloss Lebenau im 16. Jahrhundert
Marmortafel von Leonhard von Keutschach bei der Burg Lebenau

Die Burg Lebenau ist eine abgegangene Burg auf dem Stadtgebiet von Laufen an der Salzach im Rupertiwinkel, Landkreis Berchtesgadener Land, Bayern.

Lage

Die Burg stand 400 Meter nordöstlich des Ortes Lebenau, der zur Gemeinde Fridolfing, Landkreis Traunstein, gehört, direkt an der heutigen Gemeinde- und Landkreisgrenze. Der Burgstall befindet sich auf der Hochfläche eines Geländesporns an der Mündung des Schinderbachs in die Salzach und ist etwa 100 m lang und 70 m breit. Zum Schinderbach (früher Lebenauer Bach) und zur Salzach fällt das Gelände steil ab. Durch einen noch heute erkennbaren Halsgraben ist der Burgstall von der im Südosten angrenzenden Hochfläche getrennt.

Geschichte

Graf Siegfried von Spanheim errichtete auf dem Erbgut seiner Gattin Hildburg, der Tochter des letzten Grafen von Tengling, um 1130 die Burg Lebenau. Der Erbauer und seine Nachkommen nannten sich fortan nach der Burg „Grafen von Lebenau“. Es handelte sich dabei vermutlich um einen von einer Mauer umgebenen Wohnturm. Von diesem Platz aus beherrschten sie mit Unterstützung ihrer Gefolgsleute und Dienstmannen ein Jahrhundert lang das Gebiet an beiden Ufern der Salzach. Die Burg diente vor allem zur Überwachung der Schifffahrt auf der Salzach. Die Grafen von Lebenau verwalteten kein räumlich geschlossenes Gebiet, wie etwa eine Amtsgrafschaft, sondern bauten ihre Herrschaft auf dem Besitz von eigenen Gütern und Lehensgütern auf. Der Kernbereich dieser Herrschaft, die „Lebenau“, umfasste das Gebiet um den Lebenauer Bach, etwa vom Abtsee bis Fridolfing und den Lebenauer Forst, der sich bis vor Laufen erstreckte. Durch dieses Gebiet führte die wichtige Salzhandelsstraße aus Reichenhall in Richtung Norden (in etwa die heutige B 20). Im südlich der Burg gelegenen Weiler Höfen lag der große Wirtschaftshof der Grafen.

Ursprünglich besaßen die Grafen von Lebenau die Hochgerichtsrechte in ihrem Gebiet östlich der Salzach. Durch den Erwerb wichtiger Ämter und Hoheitsrechte vergrößerten sie im Laufe der Zeit ihren Einfluss. Sie wurden Vögte (Rechtsbeistand, Sachwalter) des Salzburger Domstiftes, des Benediktinerklosters Seeon (nördlich des Chiemsees) und vermutlich auch der Benediktinerinnenabtei Nonnberg. Nach dem Aussterben der Grafen von Tengling und Burghausen erhielten sie 1168 deren Erbe. Im Jahre 1211 übernahmen die Lebenauer auch die Verwaltung und Gerichtsbarkeit im vormaligen Herrschaftsgebiet der Edelfreien von Haunsberg. Mit dem Tod von Bernhard, Graf von Lebenau, am 17. April 1229 erlosch das Geschlecht.

Der Salzburger Erzbischof Eberhard II. von Regensburg und Herzog Ludwig I. von Bayern verhandelten daraufhin um das Erbe. Der Herzog sicherte sich das bedeutende Burghausen, der Erzbischof erhielt das Herrschaftsgebiet der Lebenauer. Im ersten Vertrag von Erharting von 1254 wurde diese Einigung offiziell besiegelt. Aus dem Herrschaftsgebiet der Grafen von Lebenau haben sich westlich der Salzach das salzburgische Pfleggericht Tittmoning entwickelt, östlich davon die Pfleggerichte Unterlebenau und Haunsberg. Die Feste Lebenau wurde zum erzbischöflichen Gerichtssitz, deren Pfleger seit 1403 überliefert sind. Nach einem Brand wurde die Burg 1428 von dem Geschlecht der Tumperger instand gesetzt. Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach ließ die Burg 1506 renovieren und erweitern. Dabei wurde der wohl aus dem 12./13. Jahrhundert stammende Wohnturm abgebrochen. Im Zuge dessen brachte man auch das „Rübenwappen“ des Fürsterzbischofs über dem Tor an. In einer Beschreibung aus dem Jahre 1612 wird eine Wasserleitung von einer Quelle bei der über 800 Meter westlich gelegenen St.-Kolomann-Kirche zur Burg erwähnt.

Als der Gerichtssitz 1608 von Lebenau nach Laufen verlegt wurde, begann der allmähliche Verfall des Gebäudes. Lediglich unter dem Eindruck des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg nochmals 1620 und 1646 instand gesetzt. Im Jahre 1700 kaufte der Wirt des nahen Weilers Lebenau die Hofmeierschaft und 1715 die gesamte Burg. Er ließ die Gebäude nach und nach abtragen und verwendete die Steine als Baumaterial. Nach einem Bericht aus dem Jahre 1839 waren noch Mauerreste vorhanden, heute ist oberirdisch von der Burg Lebenau nichts mehr zu sehen.

Straßenbenennung in der Stadt Salzburg

Wegen der geschichtlichen Bedeutung für Salzburg von Lebenau im Rupertiwinkel wurde in Salzburg-Liefering eine Straße Lebenaustraße benannt.

Quellen