Theodor Schwertmann

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Geistlicher Rat Theodor Schwertmann (* 29. Dezember 1926 in Neuenkirchen bei Osnabrück, Niedersachsen) war ein auch in der Erzdiözese Salzburg tätiger katholischer Priester.

Leben

Theodor Schwertmann wuchs als Sohn eines Uhrmachers mit vier Brüdern und zwei Schwestern auf. Die Eltern ließen den Kindern gute Ausbildungen zukommen. So konnten Theodor und drei seiner Geschwister das Gymnasium besuchen.

Im Zweiten Weltkrieg geriet Schwertmann im Februar 1945 in russische Gefangenschaft. Während dieser Zeit zog er sich eine Lungenkrankheit zu, sodass er dem Tode nahe war, als er im Sommer 1946 aus der Gefangenschaft in seine Heimat zurückkehrte. Es folgte ein längerer Krankenhausaufenthalt, und ein Arzt erklärte der Mutter, dass ihr Sohn nicht überleben werde. Doch Theodors großes Gottvertrauen und seine Sehnsucht nach dem Priesterberuf trugen zu seiner sich über Jahre hinziehenden Genesung bei.

Schwertmann legte das Abitur ab und studierte anschließend in Frankfurt am Main Philosophie und in Münster Theologie. In dieser Zeit und während seiner späteren Unterrichtstätigkeit begegnete er dem damaligen Dogmatik-Professor Josef Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., der ihn tief beeindruckte.

Am 25. Juli 1955 empfing Schwertmann die Priesterweihe. In den ersten Jahren seines Priestertums widmete er sich noch weiter dem Studium, war im Unterricht und in der Seelsorge in verschiedenen Pfarren tätig. 1969 wurde ihm die Osnabrücker Stadtpfarre St. Maria Rosenkranz anvertraut, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2001 leitete. Unter seiner Pfarrleitung wurde, da die Gottesdienste immer sehr gut besucht waren, die Pfarrkirche erweitert. Aus Begegnungen mit Bischof Silverius von Salvador (Staat Bahía, Brasilien) entstand ein langjähriges Engagement zur Unterstützung der dortigen Kirche.

Schon während seiner Zeit als Stadtpfarrer in Osnabrück übernahm Pfarrer Schwertmann mehr als 30 Jahre lang Urlaubsvertretungen in der Erzdiözese Salzburg: Durch 25 Jahre in Fieberbrunn, anschließend in Lofer. Seit seiner Pensionierung im Jahre 2001 war er ganz in den Pfarren der Erzdiözese Salzburg tätig: Auffach in Tirol, Seekirchen, Uttendorf im Pinzgau und Saalbach. Im Jahr 2001 wurde er Opfer eines nächtlichen Überfalls. Nach zwei riskanten Operationen wieder genesen, stellte er sich weiterhin der Erzdiözese Salzburg zur Verfügung. Er wurde anfangs in Seekirchen stationiert, von wo aus er im Dekanat Aushilfen leistete. Seit 2006 war er Seelsorger im St. Vinzenz-Heim Schernberg; außerdem leistete er in Pfarren der Umgebung Aushilfsdienste.

Als Dank für seinen Einsatz in Salvador erwirkten die befreundeten brasilianischen Bischöfe für Theodor Schwertmann am 2. September 2010 eine Privataudienz bei Papst Benedikt XVI.; dies war eines der schönsten Erlebnisse seines Priestertums.

Am Abend des 4. Juli 2013 setzte ein Schlaganfall der Seelsorgetätigkeit Schwertmanns ein Ende. Krankenhausaufenthalte in Schwarzach und danach im heimatlichen Osnabrück folgten. Am Abend des 15. Juli 2013 verschied Pfarrer Schwertmann. Er wurde in seiner Heimatstadt Neuenkirchen bestattet.

Beim Gedenkgottesdienst sagte Erzbischof Dr. Alois Kothgasser über Schwertmanns Wirken:

„Pfarrer Theodor Schwertmann war mit Leib und Seele Priester. Das haben die Leute gespürt. Deswegen wurde er überall, wo er hinkam, mit Freude aufgenommen. Durch seine Güte und Herzlichkeit, sein Einfühlungsvermögen hat er sehr schnell Zugang zu den Herzen der Menschen gefunden. Sein Einsatz in der Seelsorge war groß, er hat keine Mühen gescheut. Im St. Vinzenz-Heim wirkte er mit großer Liebe für die Bewohner des Hauses und für die Schwestern. Noch im hohen Alter war er ein begehrter Aushilfspriester.“

Quelle

  • St. Vinzenz-Heim betriebs·informations·bote (BIB), Jg. 15 (2013) S. 33f: Dankbarkeit für Pfarrer Theodor Schwertmann (Sr. Renate)
Zeitfolge
Vorgänger

Josef Binder

Pfarrprovisor von Saalbach
2005 – 2006
Nachfolger

Jürgen Gradwohl

Zeitfolge
Vorgänger

Friedrich Jakob Hofbauer

Pfarrprovisor von Uttendorf
2003 – 2004
Nachfolger

Paul Mitterdorfer