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Schloss Schernberg

Schloss Schernberg
Schloss Schernberg
Gesamtansicht von Schernberg von Norden
Südansicht von Schernberg
Kapelle, Gedenkstein und Gedenktafel in der Gedenkstätte "Friedensoase" nahe dem Schloss Schernberg erinnern an die Opfer der NS-Euthanasie, die vor ihrer Deportation im Schloss gelebt haben

Schloss Schernberg liegt etwa zwei Kilometer oberhalb des Ortszentrums der Gemeinde Schwarzach auf einer Anhöhe.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die einfache Festung Schernberg bestand anfangs aus nur einem Turm und wurde bereits im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. 1370 wurde der Turm samt allen dazugehörigen Gütern an die Familie Graf verkauft. Nach Umbauarbeiten des Turmes zu einem Schloss, wurde dieses 1526 durch einen Brand großteils zerstört. 1542 begann Christoph Graf mit dem Wiederaufbau, der 1550 von seinen Söhnen abgeschlossen wurde.

1845 wurde nach mehreren Besitzerwechseln das sehr verfallene Schloss durch Erzbischof Kardinal Friedrich von Schwarzenberg käuflich erworben. Nach entsprechenden Renovierungsarbeiten und Umbau zu einem Pflegeheim für Behinderte und alte Menschen übergab er es den Barmherzigen Schwestern mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass dieses Haus immer diesem Zwecke dienen solle. 1946 begannen fünf Schwestern mit der Betreuung von 20 Behinderten.

Zum Schloss gehörte auch eine Landwirtschaft, die von den behinderten, aber körperlich einsatzfähigen Bewohnern bewirtschaftet wurde. So konnte sich das Heim aus den Produkten der Landwirtschaft großteils selbst versorgen.

Diese Produkte aus der eigenen Landwirtschaft ermöglichte es den Schwestern und den 140 BewohnerInnen auch die Zeit des 1. Weltkrieges (1914 bis 1918) zu überleben, während der es keine Unterstützung aus öffentlicher Hand gab.

In den Jahren 1940 und 1941 setzte sich Sr. Anna Bertha Königsegg mutig für die Behinderten ein um sie vor einem grausamen Tod zu retten. Trotzdem wurden 151 BewohnerInnen gewaltsam abgeholt und in Hartheim bei Linz ermordet. Einige wenige konnten zuvor in den Wald flüchten. (Zur Erinnerung an die Opfer dieses Verbrechens wurde vor einigen Jahren die Gedenkstätte Friedensoase errichtet.) Sr. Anna Bertha wurde wegen ihres Widerstandes gegen die Abholung und Ermordnung der BewohnerInnen zweimal ins Gefängnis gebracht und später des Landes verwiesen.

Die Schwestern wurden enteignet, durften aber weiterhin im Schloss wohnen. Es wurde ein Franzosenlager eingerichtet und auch Flüchtlinge aus Rumänien und Weißrußland zogen ein.

Nach der Aufhebung der Enteignung im Jahre 1945 bekamen die Schwestern das Schloss zurück. Es mussten umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt werden ehe die ersten Bewohner wieder einziehen konnten.

Im Jahre 1975 wurde die Errichtung eines Erweiterungsbaues vollendet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die BewohnerInnen fast ausschließlich von geistlichen Schwestern betreut. Heute sind größtenteils weltliche Mitarbeiter beschäftigt.

Das St. Vinzenz-Heim ist eine Einrichtung der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz v. Paul und daraufhin erfolgte 1993 eine Änderung des Namens von „Versorgungsanstalt Schernberg“ auf „St. Vinzenz-Heim“.

Aktuelles

Da die räumlichen Gegebenheiten nicht mehr den Ansprüchen einer zeitgeämßen Pflegebetreuung entsprechen, wird das St. Vinzenz-Heim erweitert und neu gestaltet. Geplanter Baubeginn ist 2013, die Fertigstellung soll 2018 erfolgen.[1]

Das Haus beherbergte 166 Menschen (2011) und der Gang dient ihnen bisher als Aufenthaltsraum. Nur ein Waschbecken in Vierbettzimmern sei nicht mehr zeitgemäß. Der Neubau soll 118 Heimplätze bieten, an der Lexengasse in der Stadt Salzburg (Kosten 4,2 Mill. Euro, Fertigstellung 2015) entstehen weitere 36 Plätze. Die Kosten im Schloss Schernberg teilen sich Land mit Zuschüssen und aus der Wohnbauförderung, 500.000 Euro steuert der Träger selbst bei und zwei Millionen kommen aus dem Gemeindeausgleichsfonds.[2]

Siehe auch

Bilder

 Schloss Schernberg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblink

Quellen

  • Homepage der ST. VINZENZ-HEIM Betriebsgesellschaft m.b.H.
  • Homepage des Landes Salzburg

Fußnoten

  1. Salzburger Woche, Ausgabe Pongauer Nachrichten, 27. Oktober 2011 - 19 Millionen für Schernberg
  2. Salzburger Nachrichten, 22. Oktober 2011