Salzburger Bauernkalender

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Blaue Berge. Stimmungsfoto aus dem Salzburger Bauernkalender
Titelbild des Salzburger Bauernkalenders 2017

Der Salzburger Bauernkalender ist eine jährlich erscheinende Publikation (Kalender, Literatur, Service) aus dem Verlag Anton Pustet.

Geschichte

Der Salzburger Bauernkalender hat mittlerweile eine mehr als 100-jährige Geschichte. Es wurde nicht nur einmal sein Name geändert und sein Erscheinen wurde mehrere Jahre aus politischen Gründen eingestellt. Er hatte unterschiedliche Herausgeber und Herausgeberinnen und Kalendermänner und Kalenderfrauen. Aber es gibt ihn noch und sein Bezieher- und Leserkreis geht mittlerweile weit über die bäuerliche Welt hinaus.

Der Beginn und die Ausgaben bis zum Ersten Weltkrieg

Die erste Ausgabe (1902) erschien als „Jahrbuch zu Nutz und Lehr für Jedermann“ noch im Auftrag des „Vereines für Recht und Wohlfahrt des Bauernstandes.“ Als Vorläufer kann der „Rupertikalender“ gelten, der bereits von 1887 bis 1941 und dann von 1952 bis 1955 vom Verlag Anton Pustet in der Bergstraße 12, Salzburg, herausgebracht wurde.

Bis 1939 wurde die Redaktion vom Katholischen Bauernbund geleitet und die korrekte Bezeichnung lautete „Salzburger Bauernbund-Kalender“. Die Inhalte waren von christlichen Werten und katholischen Themen bestimmt. Dazu ergänzten sich für die Landwirtschaft nützliche Informationen für Aussaat, Viehzucht, über Viehmärkte, Holzmaße und Holzverkauf. Dazu kamen Witterungsregeln, Bräuche, Geschichten und Gedichte aus dem bäuerlichen Jahreskreis. An dieser bewährten Mischung wird bis heute festgehalten. Auch die inhaltliche Gliederung in Kalendarium, Redaktions- und Serviceteil ist in ihrem Kern nach wie vor aufrecht. Auch das äußere Erscheinungsbild steht in dieser langen Tradition.

1933 gestaltete Wilhelm Kaufmann das Kalendarium neu: Die Monatsleiste wurde mit biblischen Episoden und den jahreszeitlichen bäuerlichen Verrichtungen bzw. Bräuchen sowie je acht Heiligendarstellungen von Severin bis Sylvester aufgewertet. Das Cover wurde seit 1913 durch den Radstädter Künstler Franz Kulstrunk gestaltet, auf ihn folgte Max von Poosch, der das vertraute Bild mit dem Bauern als Sämann und der Frau mit Kind am Pflug schuf. Seit den 1980er Jahren steht ein das Jahresmotto widerspiegelndes Farbfoto auf dem Cover, das von einem farbigen Hintergrundbild umrahmt wird. Der Schriftzug stammt noch aus der grafischen Gestaltung von Wilhelm Kaufmann.

Die Jahre des Ersten Weltkrieges

In den Ausgaben der Kriegsjahre 19141918 standen militärische Ereignisse im Mittelpunkt des Redaktionsgeschehens, 19301938 waren Auszeichnungen für die Ehre „Erbhof“ und für verdiente Dienstboten ein wichtiges inhaltliches Element. Karl Adrian, Franz Martin, Franz Braumann, Tobias Reiser d. Ä. und Karl Heinrich Waggerl konnten als Autoren gewonnen werden. Aber auch der NS-Sympathisant Karl Springenschmid war mit dabei. Carl Zuckmayer bemerkte jedoch, dass dessen Hasspropaganda bei den meisten Bauern auf wenig Echo stieß.

Das vorläufige Ende im Jahr 1938

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der Bauernbund zerschlagen und seine Publikationstätigkeit eingestellt. Das bedeutete auch für den Bauernkalender das vorläufige Ende.

Vom Neubeginn 1946 bis zur Gegenwart

Schon 1946 konnte der Bauernkalender, nun als „Salzburger Bauernkalender“ bereits wieder erscheinen. Als Herausgeber fungierte nun der „Salzburger Pressverein“, der die christliche und bäuerliche Linie fortsetzte. Das heilige Jahr 1950 wurde der christlichen Familie gewidmet, der langjährige Redakteur Prof. Franz Forstner, von Beruf Lehrer, 1952 für sein Wirken belobigt. Er brachte Autoren wie das „Platten-Lisei“ aus Bischofshofen oder August Rettenbacher aus St. Koloman ins Team.

Seit 1950 wurde für jedes Jahr ein eigenes Motto gewählt. Auf Franz Forstner folgte 1966 Dr. Franz Calliari als Kalendermann, 1969 löste ihn Alfred Adrowitzer, Chefredakteur der Salzburger Volkszeitung ab, der bis 1983 in dieser Funktion tätig war. Auf ihn folgten Dr. Ferdinand Ahr, Hans Karl und Helmut Mödlhammer, die eine Modernisierung im Erscheinungsbild, aber auch in der Auswahl der Beiträge anstrebten. 1994 wurde Bertl Göttl neuer Herausgeber, Max Faistauer übernahm die Rolle des Kalendermannes.

Doraja Eberle war die erste Frau in der Funktion der Herausgeberschaft. Mit der Kulturpublizistin Dr. Gertraud Steiner, die seit 2010 als Kalenderfrau wirkt, ist auch die Redaktion erstmals mit einer Frau besetzt.

Die Salzburger Bauernkalender im Salzburgwiki

Der Salzburger Bauernkalender 2013

Titelbild des Salzburger Bauernkalenders 2013

Inhalte der Ausgabe 2013 (Auswahl):

  • Barbara Meikl: Unsere Landjugend – initiativ und erfolgreich
  • Thomas Druml: Lebendiges Erbe. Der österreichische Noriker
  • Gertraud Steiner: Wo Noriker auf Sommerfrische sind. Ein Besuch auf der oberen Tennalm
  • Josef Schöchl: Jakob Lechner – erster Pferdeprofessor und Landestierarzt von Salzburg
  • Caroline Kleibel: Resi Thaler – Sennerin und Sängerin
  • Lieselotte Eltz-Hoffmann: Josef Mayburger (1814-1908): Der Retter Salzburgs
  • Gertraud Steiner: Versuch über das Dirndl. Mode zum Gernhaben
  • Sichtweisen auf das Dirndl aus Salzburger Trachtenwerkstätten
  • Elsbeth Wallnöfer: Vom Ernst der Tracht und dem Spiel mit dem Dirndl
  • Arno Müller: Die Isländerin aus Hof
  • Roman Türk: Der echte Speik
  • Franz Brunner: Der Kramminger – Holzschuhmacher und Original
  • Maria Kirchner: Onkel Rüapei
  • Ruth Maria Wallner: Rutengehen – Kraftplätze finden
  • Michael Fazokas: Erschwingliche Technik vom Maschinenring

Bildergalerie

Quellen

  • Verlag Anton Pustet, Salzburg