Hauptmenü öffnen

Vogelforschung

Die Vogelforschung in Salzburg hat eine mehr als 100-jährige Tradition.

Inhaltsverzeichnis

Vogelforscher in Salzburg im 19. und im 20. Jahrhundert

In diesem Zeitraum sind vor allem zwei Ornithologen zu erwähnen, die die Vogelforschung im Bundesland Salzburg geprägt haben. Es sind dies:

Viktor Ritter von Tschusi zu Schmidhoffen, Hallein

Viktor Ritter von Tschusi zu Schmidhoffen lebte in Hallein und stellte zeitlebens eine bedeutende ornithologische Sammlung zusammen. Tschusi sammelte in seinem Leben mehr als 10 000 Exponate, die sich nun im Naturhistorischen Museum in Wien, in der Zoologischen Staatssammlung München und im Haus der Natur in Salzburg befinden. Tschusi war auch ein eifriger und angesehener Fachschriftsteller. Er veröffentlichte mehr als 700 Arbeiten und übte auf die Entwicklung der Ornithologie in Österreich-Ungarn großen Einfluss aus.

Paul Eduard Tratz, Salzburg

Paul Eduard Tratz verbrachte bereits 1912 einige Studienmonate in der Königlichen Biologischen Anstalt auf Helgoland, denen mehrmonatige Forschungsarbeiten auf der Insel Brioni an der Adriatischen Küste folgten. Er gründete im Mai 1913 die Ornithologischen Station Salzburg in der Augustinergasse 14 und begann schon damals mit der Vogelberingung mittels kostenloser Abgabe eigener Ringe mit Aufschrift >Ornith. Station Salzburg< an Jäger, Jagdherren, Lehrer usw. (im Jahr 2017 waren bereits über 3 000 Vögel beringt und es lagen bereits zahlreiche Fundmeldungen vor). Weiters legte er eine paläarktische Vogelbälgesammlung, eine anatomisch-osteologischen Sammlung, eine Vogeleier-Sammlung, eine biologische Sammlung und eine Nester-Sammlung an. Er begann auch mit der Errichtung einer Vogelschutz-Abteilung und einer Fachbibliothek. 1924 folgte die Gründung des Hauses der Natur, dessen Leitung er bis 1945, sowie von 1949 bis 1976 innehatte.

Seine zeitweilig opportunistisch nationalsozialistische Gesinnung, die ihm von 1945 bis 1949 seine Leitungsfunktion im Haus der Natur kostete, worauf er erneut Leiter wurde und es auch bis in das Jahr 1976 blieb, führte später - über Initiative der Bürgerliste Salzburg dazu -, dass alle Hinweise auf seine Person und damit auch auf seine unbestrittenen hohen Leistungen entfernt wurden.

Gegenwart

Heute ist die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft am Haus der Natur (Dr. Robert Lindner und Mag.a Christine Medicus) wissenschaftlich mit dem Thema befasst. Birdlife Austria hat eine Salzburger Landesgruppe, die bis 2004 von Hemma Gressel geleitet wurde und an Forschungsprojekten mitarbeitet und Dissertanten wie Mag. Roman Fuchs beschäftigen sich an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg mit einschlägigen wissenschaftlichen Forschungsprojekten.

Quellen