Bertolt Brecht

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Deutsches Bundesarchiv Bild 183-W0409-300, Bertolt Brecht, 1954;

Bertolt Brecht, auch Bert Brecht; eigentlich Eugen Berthold Friedrich Brecht, (* 10. Februar 1898 in Augsburg, Deutschland; † 14. August 1956 in Berlin, Deutschland) wurde als einflussreichster deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts bezeichnet.

Salzburg-Bezug

Brecht, der 1935 durch Ausbürgerung ein Staatenloser geworden war, hatte sich mit der Absicht, eine Fassung des Jedermann, seinen Totentanz, zu schaffen, 1948 an den Leiter der Salzburger Festspiele Gottfried von Einem gewandt. Mit dem Hinweis auf die ursprüngliche Staatsangehörigkeit seiner Ehefrau Helene Weigel, sollte von Einem Brecht bei dessen Beantragung der österreichischen Staatsbürgerschaft unterstützen. Im August 1949 übersiedelte Brecht zu Einem in die Stadt Salzburg und begann mit der Arbeit am Totentanz. Von Einem hatte bei Ministerialrat Dr. Egon Hilbert interveniert, der die Angelegenheit dem Minister a. D. Dr. Pernter übergab. Dann rührte sich in dieser Sache zwei Jahre nichts. Brecht war nach Berlin gegangen und kurz, von Februar bis Anfang Mai 1949 in Zürich in der Schweiz tätig.[1] Am 5. August 1949 wurde dann das Einbürgerungsansuchen beim Magistrat der Stadt Salzburg eingebracht.[2]

Das Jahr 1950 war ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Salzburger Festspiele. Das Bundesgesetz über die Errichtung des Salzburger Festspielfonds gewährleistete eine solide wirtschaftliche Basis der Veranstaltung. Bert Brecht und seiner Frau wurden am 12. April die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen für die Zusage zur Mitarbeit bei den Festspielen.

Jedoch übersiedelte Brecht bereits 1951 in die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Sein unvollendetes Festspielstück Totentanz löste einen Skandal aus, in dessen Sog Gottfried von Einem am 31. Oktober 1951 aus dem Festspieldirektorium ausgeschlossen wurde. Wegen seines Eintretens für die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft an den marxistisch gesinnten Dramatiker Bert Brecht wurde der Komponist Gottfried von Einem nach kurzer heftiger Debatte mit Landeshauptmann Josef Klaus (ÖVP) während der Kuratoriumssitzung der Salzburger Festspiele aus dem Direktorium ausgeschlossen. Von Einem bezeichnet dies als „inquisitorisches Vorgehen“.

Quellen

Einzelnachweis

  1. Festspiele in Salzburg, Seite 333
  2. www.sn.at, Archiv der Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 2. Oktober 1951, Seite 2