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Gottfried von Einem

Gottfried von Einem (* 14. Jänner 1918 in Bern, Schweiz; † 12. Juli 1996 in Oberdürnbach, Niederösterreich) war Komponist und Direktoriumsmitglied der Salzburger Festspiele.

Inhaltsverzeichnis

von Einem und Salzburg

Der Schüler von Paul Hindemith und Boris Blacher wurde noch nicht 30-jährig ins Direktorium der Salzburger Festspiele berufen (1946) und feierte am 6. August 1947 mit der Uraufführung seiner Oper Dantons Tod seine Salzburg Premier. Nur vier Jahre später endet von Einems Zeit im Direktorium mit einem Skandal. Er hatte Bertolt Brecht beauftragt ein Bühnenstück für Salzburg zu verfassen, das unter dem Titel Totentanz den Jedermann ablösen sollte. Brecht nahm den Auftrag an, sympathisierte dann aber mit dem Regime in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)[1] und zog nach Ostberlin. Die Festspiele reagierten brüskiert und lasteten von Einem die Geschehnisse an. Am 31. Oktober 1951 wurde Gottfried von Einem nach kurzer heftiger Debatte mit Landeshauptmann Josef Klaus (ÖVP) während der Kuratoriumssitzung der Salzburger Festspiele aus dem Direktorium ausgeschlossen wegen seines Eintreten für die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft an den marxistisch gesinnten Dramatiker Bert Brecht. Von Einem bezeichnet dies als „inquisitorisches Vorgehen“.

Am 9. Jänner 1952 schlugen die Mitglieder des Direktoriums der Salzburger Festspiele, Präsident Heinrich Puthon, Bernhard Paumgartner, Egon Hilbert und Josef Kaut dem Kuratorium aber schon die Rückberufung von Gottfried von Einem in das Führungsorgan der Salzburger Festspiele vor. Durch einen persönlichen Briefwechsel zwischen Gottfried von Einem und Landeshauptmann Josef Klaus (ÖVP) wurde die Kontroverse um den Ausschluss Einems aus dem Festspieldirektorium am 6. Juli beendet. Von Einem kehrte 1951 als Komponist auf die Salzburger Bühne zurück: Ferenc Fricsay spielte sein Capriccio op. 2 mit den Wiener Philharmonikern. Ein Jahr später wurde die Oper Der Prozess am 17. August 1953 wieder bei den Festspielen uraufgeführt. Bis zum Ende der 1950er Jahre war er regelmäßig in Salzburg zu hören, dann folgten zwei Jahrzehnte mit jeweils nur einer von-Einem-Beigabe zum Programm in zehn Jahren. Erst in den 1980er Jahren besann man sich in Salzburg wieder auf seine Werke. Zuerst wurde Dantons Tod als Schauspiel 1981 wieder ins Programm genommen, dann folgte auch eine Neuinszenierung der Oper Der Prozess. Dazwischen war er auch bei Konzertabenden wieder regelmäßig zu hören. Im 3. Jahrtausend wurde von Einem bislang noch nicht bei den Festspielen gespielt.

Literatur

Einem, Gottfried von: Ich hab' unendlich viel erlebt. Wien (Ibera Verlag) 2002.

Quellen

Einzelnachweis