Gasteiner Mineralwasser

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Gasteiner Mineralwasser ist neben Römerquelle und Vöslauer eine der drei bedeutendsten Mineralwassermarken Österreichs. Abgefüllt und vertrieben wird es seit 1929 von der Gasteiner Mineralwasser GmbH in Bad Gastein. Das Mineralwasser aus dem Gasteinertal ist auf Grund seines niedrigen Natriumgehalts auch für die Zubereitung von Säuglingsnahrung und für natriumarme Ernährung geeignet. Das Gasteiner Wasser besitzt mit 186 mg/l den niedrigsten Mineralisierungsgrad aller anerkannten österreichischen Mineralwassermarken [1].

Geschichte

Der Ursprung des Mineralwassers findet sich im kristallinen Urgestein des Nationalparks Hohe Tauern. Dort tritt das sich in einer Tiefe von vielen hundert Metern im Schiefergestein gesammelte Wasser an den berühmten Quellen des Kurortes Bad Gastein zu Tage. Die Quellen, deren erste Erwähnungen noch in die Römerzeit fallen, wurden 1886 von Mitgliedern des Hauses Habsburg erworben und tragen heute noch Großteils deren Namen. Die bekannteste dieser Quellen ist die Elisabethquelle, die neben der Kristallquelle, auch der Abfüllung des Mineralwassers dient. Um an diese Quellen zu gelangen wurden bereits seit dem 16. Jahrhundert kurze Stollen angelegt, mit deren Hilfe man diese direkt an der Austrittstelle aus dem gewachsenen Fels erfassen konnte. Die Geschichte des Mineralwassers ist eng mit jener der des gesamten Gasteinertales und dessen Aufschwung zum Kur- und Tourismuszentrum verbunden.

Den ersten Versuch einer kommerziellen Vertreibung des Gasteiner Mineralwassers unternahm Alois Windischbauer 1887. Im Jahr 1912 kaufte die Gemeinde Bad Gastein die Quellen von den Habsburgern zurück und versuchte ab 1919 ihrerseits einen wirtschaftlichen Erlös aus dem Vertrieb des Wassers zu erzielen. Die industrielle Vertreibung des vorerst noch als Tafelwasser titulierten Wassers setzte aber erst 1929 mit der Gründung der Gasteiner Mineralwasser Gesellschaft ein. Seit diesem Jahr wird das Mineralwasser in Flaschen gefüllt und in ganz Österreich verkauft. Die Produktions- und Abfüllmenge hielt sich bis zu Ende der 1970er Jahre auf Grund des relativ kleines Betriebsstandortes im Ortszentrum in engen Grenzen und konnte erst mit dem Bau eines neuen und den modernen Ansprüchen gerechten Produktions- und Betriebsgebäudes am Erlengrund vervielfacht werden. Heute verfügt die Gasteiner Mineralwasser GmbH über einen der modernsten Mineralwasser-Abfüllbetriebe Österreichs und über eine Kapazität von 500.000 abgefüllten Flaschen pro Tag. Jährlich werden an dem Standort in Gastein rund 55 Millionen Glas- und Pet-Leichtflaschen für die Bereiche Lebensmittelhandel, Gastronomie und Convenience (=Fertiggericht) produziert und über das Verkaufsbüro in Schwechat sowohl in Österreich als auch weltweit vertrieben.

Sortiment

Ab 1997 wurde Gasteiner Mineralwasser analog den Produktbezeichnungen „mit“ und „ohne“ Kohlensäure angeboten. 2001 erfolgte die Einführung einer minder mit Kohlensäure angereicherten Sorte mit dem Namen Gasteiner Mild und die Umbenennung der beiden bestehenden Sorten. Das Mineralwasser wird heute in den Sorten "Sparkling", "Mild" und "Natur" in der 1,5-l, der 0,5-l PET-Leichtflasche sowie in der 0,25-l-, 0,33-l-, 0,75-l und 1-l-Mehrweg-Glasflasche angeboten.

2004 kamen die Near-Water-Getränke Gasteiner Elements in den Geschmackssorten Quitte mit Bergkräutern und Preiselbeere mit Alpenkräutern auf den Markt. 2006 wurde eine dritte Sorte in der Geschmacksrichtung Stachelbeere eingeführt. Die Near-Water-Getränke werden in der 1,0-l und der 0,5-l PET Leichtflasche angeboten. Gasteiner Elements in der 0,33–l Kristallflasche wird nur über die Gastronomie vertrieben.

Zusammensetzung

Eine vom Institut für Physiologie und Balneologie der Universität Innsbruck durchgeführte und amtlich anerkannte Analyse vom 20. November 2000, ergab für die Sorte „Gasteiner Natur“ folgende Zusammensetzung:

Anionen

  • Hydrogencarbonat (77,95 mg/l)
  • Chlorid (8,30 mg/l)
  • Fluorid (0,63 mg/l)
  • Sulfat (31,42 mg/l)
  • Kieselsäure (12,94 mg/l)
  • Nitrat (5,84 mg/l)

Kationen

  • Natrium (14,15 mg/l)
  • Kalium (2,92 mg/l)
  • Calcium (29,52 mg/l)
  • Magnesium (1,73 mg/l)

Wirtschaftliche Bedeutung

Gasteiner zählt laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstitutes Spectra mit einem Bekanntheitsgrad von 95% zu den drei imagestärksten Mineralwassermarken Österreichs und hat am österreichischen Mineralwassermarkt einen Anteil von ca. 7%. Alle Sorten des Gasteiner Mineralwassers und der Near-Water-Getränke werden sowohl im Lebensmittelhandel als auch in der Gastronomie verkauft.

Das Absatz stärkste Produkt in der Gastronomie ist die 2001 eingeführte Sorte „Gasteiner Natur“ mit einem Marktanteil von 35 %. Diese Sorte ist im Segment Kohlensäure freier Mineralwässer Marktführer in der österreichischen Gastronomie. Unter den Wellness-Getränken erzielten die Near-Water-Getränke Gasteiner Elements von der Einführung im Mai 2004 an eine Distribution von 70%. In den Bundesländern Salzburg, Oberösterreich und Tirol ist die Gasteiner Mineralwasser GmbH Marktführer in der Gastronomie.

Im Geschäftsjahr 2003 verkaufte Gasteiner 46,7 Mio. Liter Mineralwasser in der Gastronomie und im Lebensmittelhandel, 2004 setzte der Betrieb über die Vertriebsschienen Lebensmittelhandel, Gastronomie und Convenience[2] 41,2 Mio. Liter Gasteiner Mineralwasser sowie Gasteiner Elements ab. Damit lag der Absatz der Gasteiner Mineralwasser GmbH im Trend des österreichischen Mineralwassermarktes, der 2004 um rund 10% rückläufig war. Auf die Marke Gasteiner zählen u. a. bekannte Betriebe wie die Wienerwald-Kette, die Möbelkette Lutz, das Schlosshotel Mondsee und das Hotel Goldener Adler in Innsbruck. Dazu ist die Gasteiner Mineralwasser AG Sponsor in zahlreichen Sportarten und das offizielle Mineralwasser im alpinen Ski-Weltcup. Die Gasteiner Mineralwasser GmbH stellt im Gasteiner Tal einen der wenigen Produktionsbetriebe dar und ist daher ein wichtiger Faktor der fast ausschließlich auf den Tourismus ausgerichteten Region.

Daten und Fakten

Pro Jahr werden 37 Millionen Liter Gasteiner Mineralwasser abgefüllt und verkauft (Daten: 2017)

Gasteiner Mineralwasser gehört dem Nahrungsmittelhersteller Spitz mit Sitz in Attnang-Puchheim. [3]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

Quellen

  • u. a. Homepage der "Gasteiner Mineralwasser GmbH"