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Gedenkzeichen Fuscher Törl

Das Gedenkzeichen beim Fuscher Törl
Am 8. Mai 2019, am Tag des Durchstichs der Schneeräummannschaften.
Großglockner Hochalpenstraße Motorrad Fahrsicherheitstraining: Dr. Johannes Hörl (Vorstand der GROHAG), Dipl.-Ing. Oliver Schmerold (Verbandsdirektor ÖAMTC) und Fahrtechnik-Experte Georg Scheiblauer (ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum) mit der Motorradgruppe des zweitägigen Alpenfahrtrainings an der Großglockner Hochalpenstraße

Das Gedenkzeichen beim Fuscher Törl ist ein Monument an der Großglockner Hochalpenstraße beim Fuscher Törl (2 482 m ü. A.).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Gedenkzeichen ist ein massiver Steinbau mit pyramidenartigem Dach. Es wurde nach vom damaligen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg ausgewählten Entwurf von Clemens Holzmeister erbaut. Es kam damals auch die Bezeichnung "Dollfußkapelle" auf[1].

Bis 1938 befand sich im Fußboden eine Marmorplatte mit folgendem Text:

"Am 15. Juli 1934 bewunderte Bundeskanzler Dr. Dollfuß von dieser Stelle aus Salzburgs Herrlichkeit. Zehn Tage später brachte er der österreichischen Idee sein Leben zum Opfer."[2]

Über dem Portal befand sich eine Einschrift mit Bronze-Buchstaben: "SAXA TERRAE LOQUUNTUR GLORIAM TUAM"

An den Seitenwänden im Inneren des Gedenkzeichens befanden sich zwei Bronzereliefs. Das noch existierende stammte vom Bildhauer Edwin Grienauer und war dem Bauleiter (Anm: Franz Friedrich Wallack), den Ingenieuren, den Arbeitern und den Baufirmen gewidmet. Das zweite, nicht mehr vorhandene Bronzerelief zeigte ein Bronzebild der beiden Politiker Dr. Franz Rehrl, damaliger Landeshauptmann von Salzburg, und Dollfuß. Es war nach einem Entwurf des Bildhauers Adolf Wagner von der Mühl gestaltet worden. Es trug folgende Inschrift:

"Entscheidende Besprechung am 5. Juni 1932.
Die Großglockner Hochalpenstraße verdankt ihre Verwirklichung der unbeugsamen Willenskraft des Landeshauptmannes von Salzburg
Dr. Franz Rehrl
und der
entscheidenden Förderung durch
Bundeskanzler
Dr. Engelbert Dolfuß
sowie der verdienten Mitarbeit der Mitglieder der Bundesregierung, des Verwaltungsrates und der Geschäftsführung der Großglockner Hochalpenstraßen AG und aller jener Männer, deren Namen eine in diesem Gedenkzeichen hinterlegte Urkunde aufzählt."

Nach dem Anschluss wurden die lateinischen Inschriften am Gedenkzeichen und über den Portalen des Hochtor-Tunnels entfernt. Diese Entfernungen, ebenso wie jener Tafel, die an Dollfuß erinnerte, erfolgten auf Weisung des Gauleiters und Landeshauptmannes Friedrich Rainer. Nunmehr hieß das Gedenkzeichen "Anschluss-Denkmal" und eine neue Gedenktafel an der linken Innenseite trug folgende Inschrift:

"Diese herrliche Bergwelt brachte ÖSTERREICH dem deutschen Vaterlande am 13. März 1938 als MORGENGABE mit"

Gedenken an Tote

Im Inneren hängt heute eine Tafel mit folgender Inschrift:

Bau der Grossglockner Hochalpenstrassen gaben ihr Leben

Johann Zingele † 25.10.1930
Matthias Neureiter † 7.5.1931
Christian Oberpaarleitner † 14.5.1931
Ing. Ernst Rott † 27.2.1932
Franz Moser † 9.9.1934
Nikolaus Asslaber † 25.5.1935
Nikolaus Wallner † 25.5.1935
Anton Ruppitsch † 25.5.1935
Anton Mair † 25.5.1935
Dominik Asslaber † 25.5.1935
Jakob Kröll † 23.6.1935
Josef Haselgruber † 7.7.1935
Peter Bernsteiner † 9.6.1953
Walter Luckner † 4.11.1956
Bruno Maschessnig † 17.10.1968
Stefan Granig † 27.9.1971
Alois Moser † 27.11.1973
Johann Seibald † 12.4.1974
Peter Rupitsch † 31.3.1977
Josef Larcher † 28.10.1935
Georg Pichler † 23.2.1991

Entstehung

An dem Wettbewerb für dieses Gedenkzeichen hatten sich 48 österreichische Künstler beteiligt. Sieger wurde Architekt Rudolf Perthen, der Zweitgereihte war Architekt Stefan Simony mit Bildhauer Edwin Grienauer und an dritter Stelle folgte der spätere Erbauer, Clemens Holzmeister. Er erhielt den Auftrag deshalb, weil Holzmeister mit Dollfuß in persönlicher Beziehung stand und Dollfuß die endgültige Auswahl oblag.

Am 4. Mai 1935, also nur drei Monate vor der Eröffnung der Großglockner Hochalpenstraße, wurde vom dann tagenden Preisgericht die Errichtung des Gedenkzeichens beschlossen.

Quellen

Bildlink

Einzelnachweise

  1. Österreich-Karte Ausgabe 1937 "Dollfuß Denkmal", ÖK 1:50 000, Blatt 153
  2. Quelle u. a. Salzburger Chronik vom 5. August 1935