Fuscher Törl

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Blick von der Edelweißspitze hinunter zum Fuscher Törl (links der Straßendurchbruch hinunter zur Fuscher Lacke) an der Großglockner Hochalpenstraße, die einen kleinen Gipfel umrundet
Fuscher Törl, zwecks besonders schöner Aussicht wird hier ein Berg umfahren
Schneeräumung Großglockner Hochalpenstraße 2013 - eine Dokumentation der Arbeit: am Fuscher Törl (links) türmt sich Anfang April noch meterhoch der Schnee
Das Gedenkzeichen Fuscher Törl beim Fuscher Törl
Links das tatsächliche "Fuscher Törl", rechts das Gedenkzeichen Fuscher Törl, Bildmitte mit Flagge der Törlkopf, genau dahinter ragt die Spitze des Sinwellecks in die Höhe, links dahinter der Großglockner und rechts der Fuscher-Kar-Kopf, historische Ansichtskarte aus dem Jahr 1936.

Das Fuscher Törl (2 428 m ü. A.) ist einer der bekanntesten Punkte entlang der Großglockner Hochalpenstraße, die den Pinzgau mit Kärnten über die Hohen Tauern verbindet.

Geografie

Als "Fuscher Törl" bezeichnet man den Straßendurchbruch südlich des Törlkopfes (2 455 m ü. A.), wo die Straße wieder talwärts in Richtung Fuscher Lacke verläuft. Mitten durch das geografische Fuscher Törl verläuft die Gemeindegrenze von Fusch an der Großglocknerstraße und Rauris.

Allgemein hat sich der Begriff aber für den gesamten Bereich unmittelbar unterhalb des Törlkopfes eingebürgert. Allerdings gab es bereits vor dem Bau der Straße den geografischen Begriff Fuscher Törl, der für den Bereich Dr.-Franz-Rehrl-Haus von SAGIS auf der Karte mit einer Höhe von 2 401 bis 2 406 m ü. A. angegeben wird.

Es gib im Bereich des Fuscher Törls zwei Parkplätze: Parkplatz Fuscher Törl I neben dem Restaurant Fuschertörl (Dr.-Franz-Rehrl-Haus) und Parkplatz Fuscher Törl II zwischen dem Gedenkzeichen Fuscher Törl und dem geografischen Fuscher Törl am Fuß des Törlkopfs. Hier befinden sich Shops und Toiletten. Die Nordwestwand des Törlkopfes ist die Törlwand.

Vom Fuscher Törl (Parkplatz II und Törlkopf, den man zu Fuß besteigen kann) hat man einen sehr schönen Blick auf die Kehren der Großglockner Hochalpenstraße unterhalb des Törls im sogenannten Oberen Nassfeld. Etwas unterhalb des Fuscher Törls, beim Parkplatz I, führt die Edelweißstraße auf die Edelweißspitze (2 571 m ü. A.), dem höchsten befahrbaren Punkt der Großglockner Hochalpenstraße mit herrlichem Rundblick.

Alle hier angeführten Bereiche befinden sich im Gemeindegebiet von Fusch an der Großglocknerstraße.

Geschichte

Beim Fuscher Törl hatte der Erbauer der Straße, Franz Friedrich Wallack, bewusst den Törlkopf umfahren, um so den Besuchern einen perfekten Rundblick in die unvergleichliche Hochgebirgslandschaft zu ermöglichen. Dort befindet sich auch eine vom Architekten Clemens Holzmeister errichtete Gedenkstätte für die 15 während der Errichtung der Straße verunglückten Ingenieure und Arbeiter.

Am 23. September 1934 um 10 Uhr begann die Autokolonne die Auffahrt von der Kassenstelle Ferleiten zur Einweihung der Straße bis zum Fuscher Törl sowie der Edelweißstraße. Im ersten Fahrzeug fuhr Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl. Dahinter die Wagen mit dem Bundespräsidenten Wilhelm Miklas, dem Bundeskanzler Kurt Schuschnigg, den Ministern, Diplomaten und sonstigen Würdenträgern, insgesamt waren es 343 Personenkraftwagen, 32 Autobusse und 318 Motorräder.

Eine feierliche Feldmesse fand unterhalb der Edelweißspitze beim heutigen Dr.-Franz-Rehrl-Haus statt. Nach der Messe sang Kammersänger Richard Mayr ohne jede Begleitung die beiden ersten Strophen Goethes "Talismane" nach der Vertonung von Franz Schubert. Dann folgten Ansprachen, denen rund 8 000 Menschen in 2 571 m ü. A. lauschten und über ihren Köpfen kreiste Ulrich Ferdinand Fürst Kinsky in seinem Sportflugzeug.

Sport

Bei den großen Automobil- und Motorradrennen 1935, 1938 und 1939 war das Törl ebenso das Ziel wie auch bei den Großglockner Trophies für historische Rennmotorräder im 21. Jahrhundert. Bei der Österreich-Radrundfahrt wird beim Fuscher Törl der Glocknerkönig ermittelt.

Ereignisse

Bei der letzten Großglockner Trophy für historische Rennmotorräder am 7. Juli 2012 wurde bei einem Unfall eines Rennteilnehmers unmittelbar neben dem Gedenkzeichen eine Frau getötet.

Im Winter 2014/2015 hatte die am Törlkopf installierte Webcam der Großglockner Hochalpenstraßen AG ein Bild aufgenommen, auf dem ein großes hundähnliches Tier zu erkennen war. Experten identifizierten dieses Tier als einen Wolf.

Bei einem "irrsinnigen Wettrennen" zweier Sportwagen durchbrach am 24. Juli 2015 einer der beiden Wagen unmittelbar neben dem Gedenkzeichen die Absperrung und stürzte 300 Meter in die Tiefe. Beide Insassen dürften auf der Stelle tot gewesen sein (siehe Raserei in Salzburg Juli 2015).

Bilder

 Fuscher Törl – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 historische Aufnahmen aus dem Bereich des Fuscher Törls – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen