Hans-Jörg Kaiser

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Dipl.-Ing. Dr. Hans-Jörg Kaiser (* 8. April 1952 in Salzburg; † 7. September 2015) war ein österreichischer Architekt und Denkmalpfleger. Insbesondere war er ehrenamtlich auch für den Internationalen Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) tätig und beobachtete in dessen Auftrag die Salzburger Altstadt im Hinblick auf den Titel „UNESCO-Weltkulturerbe“.

Leben

Kaiser wuchs in Obertrum am See auf.

Er besuchte die Hauptschule Seekirchen und danach die HTL für Hochbau in Salzburg. Hier fiel er dadurch auf, dass er regelmäßig eine Viertelstunde zu spät zum Unterricht erschien; er stieg nämlich damals allmorgendlich vorzeitig aus dem Bus, um sich an der Schönheit des Mirabellgartens zu ergötzen. Die erste Exkursion führte ausgerechnet nach Steyr. "Schon damals haben mich die schönen alten Häuser und das Ambiente nachhaltig beeindruckt und ich wünschte, einmal in diese Stadt zurückzukehren."

1972 begann er ein Studium der Architektur an der Technischen Universität Wien, erlangte sein Diplom im Jahr 1977 und ein Doktorat im Jahr 1985. Bis 1989 war er in Wien Assistent bei Prof. Hans Koepf.

Von 1989 bis 1993 wirkte er als Leiter der Abteilung für Altstadterhaltung der Stadt Linz. Im Oktober 1993 wechselte er in gleicher Funktion nach Steyr.

Vorgestellt

Mit Spannung wurde im Frühjahr 2012 seine Stellungnahme zum umstrittenen Bau­vorhaben auf dem Dr.-Franz-Rehrl-Platz in der rechtsseitigen Altstadt in der Altstadtschutzzone I erwartet – Hans-Jörg Kaiser hielt das überarbeitete Projekt aber noch nicht in Händen. Den Tunnelplänen hatte er bereits vorab eine Absage erteilt.

Hans-Jörg Kaiser arbeitet seit 2009 Jahren ehrenamtlich für ICOMOS, den Internationalen Rat für Denkmalpflege, der die UNESCO unterstützt. Der Architekt beobachtet die Entwicklung in den Weltkulturerbestätten Salzburger Altstadt und der Kulturlandschaft HallstattDachsteinSalzkammergut.

Den Rehrlplatz sieht der gebürtige Obertrumer als Präzedenzfall, wie mit dem Weltkulturerbe in der Stadt Salzburg umgegangen wird. Denn die nächsten Projekte in Salzburg in der Schutzzone I stünden mit dem Neubau des Hallenbads und mit der geplanten Wohnbebauung im Priesterhausgarten an. "Es geht um eine generelle Haltung: Die Stadt muss sich bewusst sein, dass sie behutsam mit ihrem Erbe umgeht." Sorge macht ihm beim geplanten "Panoramabad" die Höhe, "das Bad muss mit dem Schloss Mirabell im Gleichklang sein und darf sich nicht in den Vordergrund stellen".

Generell konstatiert Kaiser den Trend zu "austauschbaren Architekturen" – "einfache Kuben, die überall in der Landschaft oder in jeder Stadt stehen könnten". Die Architekten sollten seiner Meinung nach viel mehr auf den Ort eingehen – seine Proportionen, seine Materialien und seine Geschichte.

Seine ungeteilte Zustimmung findet auch der neue Unipark in Salzburg-Nonntal nicht. "An sich ist es ein gelungener Bau, aber aus den Proportionen der Umgebung herausgeschält." Geplant hat ihn das Architekturbüro Storch, Ehlers & Partner. Von den Architekten aus Hannover stammt auch das Siegerprojekt für den Dr.­Franz-Rehrl-Platz mit rund 50 hochwertigen Wohnungen sowie Geschäften und Büros.

Hans-Jörg Kaiser ist hauptberuflich Denkmalpfleger der Stadt Steyr in Oberösterreich. Diese Position hat er seit 1994 inne. Der Kontakt zu ICOMOS ist durch die Bemühungen "seiner" Stadt entstanden, UNESCO-Weltkulturerbe zu werden. "Damals bin ich zur Mitarbeit eingeladen worden."

Seine Vorliebe für Baukunst wurde während seiner HTL-Zeit am Rudolfskai in Salzburg geweckt. Er studierte Architektur am Institut für Baukunst, Kunstgeschichte und Denkmalpflege der Technischen Universität Wien. Die universitäre Karriere schien vorgezeichnet, doch er schlug den Weg in die Praxis ein. Zuletzt unterrichtete Kaiser an der Fachhochschule Wien, einige Jahre war er auch Gastprofessor in Ferrara (Italien).

Der zweifache Vater wohnt mit seiner Frau in Linz, kommt aber oft in seinen Heimatort Obertrum. Salzburg-Runden gehören dazu. "Wenn ich Gästen die Altstadt zeige, ist der Abschluss immer die Bäckerei von St. Peter."

Quellen