Heinrich Schmidinger

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Heinrich Schmidinger beim Welcome Day 2007
Rektor Heinrich Schmidinger bei der Verleihung des Großen Ehrenzeichen des Landes und in Ruhestand verabschiedet, im Bild: Erzbischof Franz Lackner, Universitätsratsvorsitzender Georg Lienbacher, Rektor Hendrik Lehnert, Universitätsprofessor Heinrich Schmidinger, Bundesministerin Eliisa Rauskala und Landeshauptmann Wilfried Haslauer.
Heinrich Schmidinger

Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger (* 15. Februar 1954 in Wien) war von 1. Oktober 2001 bis 30. September 2019 Rektor der Universität Salzburg.

Leben

Noch vor der Einschulung zog Schmidinger mit seinen Eltern nach Freiburg in der Schweiz, da sein Vater an der dortigen Universität Ordinarius für Geschichte des Mittelalters geworden war. Dem Besuch der schweizerischen Volksschule folgte der Besuch des Gymnasiums „Stella Matutina“ in Feldkirch in Vorarlberg, an dem er 1972 seine Schulausbildung abschloss.

Es folgte ein Theologie- und Philosophie Studium in Rom, in letzterem promovierte er 1980, um dann vier Jahre später in Tirol die Habilitation für das Fach Christliche Philosophie an der Theologischen Fakultät Innsbruck abzulegen. Schmidinger war von 1980 bis 1987 Assistent am Internationalen Forschungszentrum für Grundfragen der Wissenschaften in Salzburg und von 1987 bis 1993 Lektor und stellvertretender Leiter des Tyrolia-Verlags in Innsbruck.


Am 1. Februar 1993 als Professor für Christliche Philosophie an die Universität Salzburg berufen, wurde er 1995 zum Dekan der Theologischen Fakultät und als solcher sofort zum Vorsitzenden der Österreichischen Dekanekonferenz gewählt. Von Februar 1999 bis Oktober 2001 wirkte Schmidinger als Vizerektor für Ressourcen und Rektors-Stellvertreter.

Am 22. Juni 2001 wurde Schmidinger mit deutlicher Mehrheit zum Nachfolger von Adolf Haslinger als Rektor der Universität Salzburg gewählt, ein Amt, das er seit 1. Oktober 2001 auch offiziell ausübt und in dem er am 23. April 2003 und am 27. März 2007 für jeweils vier weitere Jahre bestätigt wurde. Am 30. November 2010 wurde er auch für die Periode 1. Oktober 2011 bis 1. Oktober 2015, seine bereits vierte Amtsperiode, wiedergewählt. Ihm folgte mit 1. Oktober 2019 Hendrik Lehnert als Rektor nach.

Seit 1984 im Direktorium der Salzburger Hochschulwochen wählte man ihn von 1993 bis 2005 zum Obmann dieser wichtigen wissenschaftlichen Veranstaltung im Salzburger Kultursommer. Von 2011 bis 2015 war er Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz.

Heinrich Schmidinger ist seit dem 4. Oktober 1980 mit Mag.a[1] Katharina Mayr verheiratet. Das Paar hat drei Kinder.

Eine Uni-Ära geht zu Ende

Heinrich Schmidinger hat sich als Rektor der Universität Salzburg als höchstrangiger Verantwortungsträger unermüdlich und erfolgreich für den grundlegenden Wandel der Paris-Lodron-Universität hin zu einer modernen Bildungs- und Forschungseinrichtung eingesetzt“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der am 4. Oktober 2019 den langjährigen Rektor im feierlichen Rahmen mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes auszeichnete und in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete.

Mehr als 18 Jahre war Rektor Schmidinger das freundliche, sympathische und stets glaubwürdige Gesicht der Paris-Lodron-Universität nach außen. Und er war der gute gestaltende Geist der Mitte nach innen“, so Haslauer weiter.

Unter dem Rektorat Schmidingers wurde der strategische Ausbau der Paris-Lodron-Universität (PLUS) vorangetrieben, verbunden mit einer enormen Investitionstätigkeit und mit einer umfassenden Reform des gesamten Lehr- und Ausbildungsangebotes. So wurde etwa auch auf zukunftsträchtige Schwerpunktbereiche wie Bioinformatik, Allergieforschung, Genomik, Wirtschaft, Recht, Kulturwissenschaft und Kunst gesetzt. Hochrangige Stiftungsprofessuren kamen im Bereich der Strukturbiologie und der organischen Chemie für Proteinforschung, für das Centre of Human-Computer Interaction sowie für Chemical Biology and Biological Therapeutics zustande. Die Universität hat die Biowissenschaften in einem großen Fachbereich gebündelt und setzt hier zahlreiche Projekte, auch in Kooperation mit der Uniklinik und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität um.

Das Laborgebäude Materialwissenschaften wurde errichtet, ebenso das Literaturarchiv Salzburg, ein gemeinsames Forschungszentrum von Universität, Land und Stadt Salzburg. Und das Stefan Zweig Centre wurde gegründet. Die PLUS ist unter Schmidinger zu einem starken Partner für die Umsetzung der Wissenschafts- und Innovationsstrategie Salzburg 2025 geworden. Das Salzburg Center for Smart Materials am Standort Itzling wurde ins Leben gerufen und für den SciTec Hub Itzling wurde ein gemeinsames Konzept erarbeitet, um den Technologiecampus weiterzuentwickeln und die Forschungskompetenzen zu stärken.

Auszeichnungen

Am 28. Juli 2016 wurde Schmidinger von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich geehrt.

Am 4. Oktober 2019 wurde er mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Salzburg ausgezeichnet.

Quellen

Einzelnachweis

  1. Bis 2006 war "Magister" (männlich) bzw. (seit 1993) "Magistra" (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. "Mag." ist die gesetzliche (§55 Universitätsgesetz 2002) Abkürzung sowohl für "Magister" als auch für "Magistra", wohingegen aber auch (aus gleichstellungspolitischen Motiven) die Abkürzung "Mag.a" für "Magistra" propagiert und verwendet wird.
Zeitfolge
Vorgänger

Adolf Haslinger

Rektor der Universität Salzburg
2001–2019
Nachfolger

Hendrik Lehnert