Irma Herz

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Stolperstein für Irma Herz (* 1870, + 1943); in der Rainerstraße Nr. 2

Irma Herz (* 11. Mai 1870 in Salzburg; † 18. November 1942 im KZ Theresienstadt (ermordet)), war ein Opfer des Nationalsozialismus in Salzburg.

Leben

Irma Herz und ihre Schwester Anna Stuhly gehörten dem jüdischen Glauben an und lebten zunächst, gemeinsam mit ihren Eltern, ihren vier Schwestern und ihren zwei Brüdern in Salzburg. Ab 1896 war die Rainerstraße Nr. 2 der ständige Wohnsitz. Zuvor lebte die Familie im Palais Überacker am Makartplatz. Zu den Nachbarn gehörten u.a. Wilhelm Pollak, Adolf Altmann, Jakob Stefansky und Hermann Kohn.

Irma vermählte sich 1888 mit Dr. Leopold Herz, der sich seinen Lebensunterhalt als Regimentsarzt des in Salzburg stationierten Dragonerregiments Nr. 4, später auch in anderen Garnisonen der Monarchie Österreich-Ungarn, verdiente. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Bela Alexander (* 21. April 1889 in Wels) und Therese (* 21. März 1899). Um 1900 arbeitete Dr. Herz als Chefarzt in der Garnison Stanislau im damaligen österreichischen Kronland Galizien, das heute zur Ukraine gehört. Irma lebte mit ihren Kindern in Salzburg.

Ab 1918 wohnten Irma, mit ihrem Gatten und ihrer Tochter zunächst in Bratislava (heute Pressburg, Slowakei). Im Mai 1928 starb Leopold. Irma und Therese übersiedelten nach Salzburg und lebten dort in einer Wohnung in der Rainerstraße Nr. 2. Offiziell galt jedoch nicht Irma, sondern ihre Mutter Karoline Pollak als Inhaberin der Wohnung. Ferner wohnte dort ein deutscher Führer des Reichsarbeitsdienstes, so dass auch der Name Karoline Pollak im Melderegister nicht mehr aufschien.

Irmas Sohn Bela Herz schied am 12. März 1938 von eigener Hand aus dem Leben. Im gleichen Jahr reisten Irma und Therese in die Tschechoslowakei (heute Tschechien und Slowakei, zwei getrennte Staaten), wo sie bis zum 30. Juli 1942 lebten, ehe sie in das KZ Theresienstadt deportiert wurden. Irma verlor dort ihr Leben am 18. November desselben Jahres.

Therese überlebte den Krieg und emigrierte nach 1945. Das Zielland ist anhand der Quellen nicht eurierbar, ebenso wenig das weitere Schickal Thereses.

Zum Andenken an Irma Herz wird am 2. Juli 2014 in der Rainerstraße Nr. 2 ein Stolperstein verlegt.

Quelle