Jennerbahn

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Artikel hat einen Salzburgbezug
Der Inhalt dieses Artikels hat einen Salzburgbezug, der mindestens eine der Salzburgwiki-Artikel-Richtlinien erfüllt.


Jennerbahn vor ihrem Neubau 2017/18 bei der Bergstation
die alte Talstation vor ihrem Neubau
Jennerbahn Mittelstation 2011

Die Jennerbahn ist eine Seilbahn, die vom Nordufer des Königssees (630 m ü. A.) bis knapp östlich unterhalb des Gipfels des Jenners (1 874 m ü. A.) führt. Sie ist eine in zwei Sektionen als Einseilumlaufbahn ausgeführte Gondelbahn in Schönau am Königssee im Berchtesgadener Land.

Geschichte

Die 1953 in Betrieb gegangenen Seilbahn hatte am Sonntag, den 5. März 2017 ihre letzte Fahrt vor ihrem Neubau. Die Fahrzeit mit der alten Gondelbahn betrug 25 Minuten.

Ein moderner Skifahrer ist es gewohnt, beim Ein- und Aussteigen viel Platz zu haben, keine Treppen steigen zu müssen und vom Liftpersonal durch eine Glasscheibe getrennt zu sein. Doch bei der 64 Jahre alten Jennerbahn ist alles anders. Die Seilbahner müssen stets zur Stelle sein, zum Beispiel, um die kleinen, schaukelnden Gondeln zu stabilisieren, wenn der Gast einsteigt. Besonders gebraucht werden sie bei der Mittelstation: "Weiterfahren oder aussteigen?", fragt ein "Liftler" durchs offene Fenster der kleinen Zweierkabine. Wer zur Bergstation will, erhält vom Personal einen kleinen Schubs - und auch von der nachkommenden Gondel, damit es auch wirklich weiter nach oben geht. Beim Aussteigen müssen die Skifahrer über zig Stufen abwärts steigen, bevor sie ihre Brettln anschnallen können.

"Das ist heute nicht mehr zeitgemäß. Heroben am Jenner haben wir einen Nationalpark, das sollen auch Menschen mit Behinderung erleben oder mit Kinderwagen", erklärt der Großarler Peter Hettegger. Der Hotelier sitzt im Aufsichtsrat der Berchtesgadener Bergbahn AG und ist einer der größten Gesellschafter. Hettegger hält knapp 25 Prozent, gemeinsam mit seinen Freunden, den Pongauer Unternehmern Martin Harlander und Georg Hinterleitner, sind es 61 Prozent.

Die Gesellschafter sowie der Freistaat Bayern nehmen in nächster Zeit viel Geld in die Hand: Im Skigebiet werden 47 Millionen Euro investiert - davon stammen 10,5 Millionen Euro vom Freistaat Bayern. Vor allem wird die alte Jennerbahn komplett neu gebaut, von der Tal- über die Mittel- bis zur Bergstation. Da die neue Zehnergondelbahn um gut 30 Liftstützen weniger hat, wird die Piste abschnittsweise verbreitert.

Außerdem werden zwei neue Sechsersesselbahnen gebaut, davon eine von der Mittelstation der Jennerbahn weg, um das Angebot für schwächere Skifahrer zu verbessern. Bei der Mittelstation sei das Gelände gemäßigter.

Letzter Tag der alten Seilbahn

Trotz des Wetters - Regen im Tal, dichtes Schneetreiben auf dem Berg - ließen es sich am Sonntag viele Fans der Jennerbahn nicht nehmen, am letzten Betriebstag mit dabei zu sein.

Darunter Schorsch Anschober, der extra aus dem Chiemgau anreiste. "Meine Ski sind 60 Jahre alt, fast so alt wie die Jennerbahn." Anschober ist ein regelmäßiger Gast bei Nostalgie-Skirennen und schätzte auch das "Chariwari" am Jenner sehr. Das Schneetreiben konnte auch die vielen Tourengeher nicht erschüttern. "Ja, das passt eh, wenn der Winter noch nicht vorbei ist", unterhalten sich zwei Skitourengeher aus Henndorf am Wallersee in der Gastwirtschaft mit Peter Hettegger. "Na ja, auf diesem Berg hätten wir den Schnee nicht mehr unbedingt gebraucht", erwidert Hettegger. Bis zum Juni 2017 müsse nämlich eine Baustraße zur Bergstation der Jennerbahn gebaut werden, damit im Juni der Abriss beginnen kann. Am 1. Mai 2018 soll die neue Bahn eröffnet werden. Im Winter 2017/2018 gibt es auf dem Jenner keinen Skibetrieb - mit Ausnahme der Trainingsstrecke des Deutschen Skiverbands bei der Krautkaserbahn.

Auf der Bergstation herrschte am Sonntagnachmittag jedenfalls keine Trauer-, sondern Feierstimmung. Viele Leute fuhren ohne Ski auf den Jenner, auch um beim Abverkauf im Kiosk noch das eine oder andere Schnäppchen zu ergattern. Hans Stückl hat schon seit 60 Jahren eine Jahreskarte für den Jenner: "Ich war 1953 schon hier heroben, der alpine Nachwuchs hat hier trainiert, da habe ich auch dazugehört, und später war ich Trainer", sagt der rüstige Pensionist, der am Samstag noch mit den Tourenski auf den Jenner gegangen ist. Auch seine Frau Elisabeth Stückl ist ein Jennerbahn-Fan: "Komisch ist das schon, heute, am letzten Tag. Aber mit der neuen Bahn fahren wir natürlich wieder!"

Bilder

 Jennerbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quelle