Matreier Tauernhaus

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Matreier Tauernhaus ist eines der noch bestehenden Tauernhäuser in den Hohen Tauern an einem ehemaligen Saumpfad über den Felber Tauern.

Allgemeines

Das Matreier Tauernhaus war das südliche Pendant zu den vier Tauernhäusern Tauernhaus Schößwend, Tauernhaus Spital, Tauernhaus Rain und Tauernhaus Reut nördlich des Felber Tauern. Auch das Matreier Tauernhaus ging aus einer Schwaige hervor, die den Namen „Gastschwaig“ trug.

Provisionen

Das Matreier Tauernhaus war verglichen mit den Tauernhäusern im Felbertal finanziell wesentlich schlechter gestellt. Die Erhaltung des Weges vom Felber Tauern bis nach Matrei selbst wurde von der Maut zu Windisch-Matrei bestritten. Der Tauernhauswirt bekam daher nur eine kleine Provision von jährlich 15 Gulden. Wiederholte Ansuchen der jeweiligen Wirtsleute im 17. Jahrhundert und im 18. Jahrhundert um Erhöhung des Betrages wurden von der Hofkammer stets als unbegründet abgelehnt. Erst 1803 gelang nach Fürsprache des Pfleggerichtes die Verdoppelung des Betrages. Im Jahr 1825 beantragte der damalige Tauernhausbesitzer angesichts der Länge und der Gefährlichkeit des Weges die Errichtung eines Zufluchthäuschens auf der Passhöhe. Dies wurde vom Kaiser bewilligt. Zudem wurde dem Tauernhauswirt für die Unterhaltung dieses zusätzlichen Stützpunktes und für seine anderen Verpflichtungen ein Getreidedeputat von jährlich 50 Metzen Getreide zugesprochen. Dieses Deputat war aber nur als Gnadengeld gewährt, was aber nichts daran änderte, dass nun auch das Matreier Tauernhaus mit einer stattlichen Provision versehen war. Obwohl nur als Gnadengeld gewährt, überdauerte diese Provision alle politischen Veränderungen des 19. Jahrhundert und wurde noch in der 1. Republik – nun vom Land Tirol - ausbezahlt. Seit den Wirren der letzten Jahre des Zweiter Weltkrieg dürfte auch diese Tauernprovision stillschweigend einbehalten worden sein und ist auch nach 1945 nicht wieder aufgelebt.

Besitzer

Um 1807 war Simon Riepler Tauernwirt. Ab 1849 war ein enger Verwandter von Simon von Stampfer Tauernwirt: Peter Johann und Ursula Stampfer aus Unterrain in der Seinitzen[1]

Quellen und Fußnoten

Fußnote

  1. Quelle Simon Stampfer, von der Zauberscheibe zum Film, Peter Schuster, Christian Strasser, Schriftenreihe des Landespressebüros, Nr. 142, ISBN 3-85015-154-2