Ratzensteinhöhe

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Ratzensteinhöhe Eingang Glemmertal

Die Ratzensteinhöhe ist ein Geländesporn an der Einmündung des Glemmtales in das Zeller Becken im Gemeindebereich von Maishofen im Pinzgau.

Lage und Umgebung

Der Felssporn mit der Bezeichnung Ratzensteinhöhe ist ein Ausläufer der 1912 m hohen Sausteigen und ragt mit 948 m Höhe rund 200 m über dem Talboden auf. An bestimmten Punkten ist von dem Felssporn aus eine weite Sicht Richtung Saalfelden einerseits und Richtung Zell am See andererseits möglich.

Berühmtheit erlangte der Felssporn durch das Diabasvorkommen, dessen Abbau bereits im Jahr 1939 für Zwecke des Straßenbaues begonnen wurde. Als dieser Abbau in den 60er-Jahren des 20. Jahrhundert wieder aufgenommen werden sollte, rief das die österreichweit erste Bürgerinitiative auf den Plan, wodurch das Vorhaben erfolgreich verhindert wurde. Die Abbauspuren aus dem Jahr 1939 kann man am Eingang zum Glemmtal heute noch erkennen, obwohl der Steinbruch bereits etwas verwachsen ist. Mineralienfreunden ist diese Stelle wegen des dortigen Zoisitvorkommens bekannt.

Etwas oberhalb der Ratzensteinhöhe befindet sich auf 1061 m ü. A. das Bauerngut Stabelberg mit der Stabelbergkapelle, die Anton Faistauer mit Fresken ausgestaltet hat.

Aufgrund von zwei unterschiedlichen Vermutungen hat Christina Nöbauer Anfang der 80er-Jahre auf der Ratzensteinhöhe mehrmals Begehungen unternommen. Ein Grund war ihre Annahme, dass sich auf dieser Anhöhe am Eingang zum Glemmtal mit dem bronzezeitlichen Kupferbergbau in Viehhofen eine Höhensiedlung befunden haben könnte. Die zweite Annahme war, dass auf der Ratzensteinhöhe die „Salburg“ gewesen sein könnte. Von der Salburg „ein Ansitz zwischen Salvelden und Celle“, deren Lage nicht genauer bekannt ist, hat Franz Martin nach Lahnsteiner vermutet, dass sie ein Vorgängerbau von Schloss Saalhof gewesen sein könnte. Nach diversen Funden und der Entdeckung von Erdwällen wurde von Christina Nöbauer Fritz Moosleitner, damaliger Landesarchäologe, um eine gemeinsame Begehung ersucht.

Wälle und eingeebnete Flächen für Wohnplätze

Die Ratzensteinhöhe ist nach drei Seiten durch Steilabfälle auf natürliche Weise geschützt. An der angrenzenden Berglehne hat Dr. Moosleitner einen Wall mit davor liegendem Graben bestätigt. Innerhalb der Befestigung liegen nach Dr. Moosleitner künstlich angelegte Wohnplätze. Deren Zeitstellung ist unbekannt, könnte aber aufgrund von Ähnlichkeiten mit bronzezeitlichen Höhensiedlungen ebenfalls bronzezeitlich sein. Konkretes wäre nur durch entsprechende Bodenuntersuchungen herauszufinden.

Zisternenfund

Die Anhöhe ist nicht nur durch die Steilabfälle geschützt und zur Berglehne hin durch einen großen Wall gesichert, es findet sich etwas weiter unten auch nach Süden hin ein heute noch erkennbarer Erdwall. Innerhalb der von diesem Erdwall im Süden begrenzten größeren und relativ ebenen Fläche wurde bei einer Begehung von Christina Nöbauer eine ehemalige Zisterne entdeckt, die mittlerweile von Forstarbeitern mit Astwerk und Laub zugeschüttet worden ist. Leider wurde auch dieser Entdeckung nicht nachgegangen. Die Zisterne weist nach Ansicht der Entdeckerin auf die Möglichkeit einer mittelalterlichen Befestigungsanlage, also auf ein Festes Haus hin, womit die gesuchte „Salburg“ in das Spiel kommt. Es könnte sich aber auch um eine noch ältere Wehranlage, eine sog. Fliehburg handeln, die in Gefahrenzeiten der in der Nähe wohnenden Bevölkerung Schutz geboten hat.

Quelle