Rudolf Graf von Thun und Hohenstein

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Rudolf Graf von Thun und Hohenstein, November 1936

Rudolf Josef Aloisius Ernest Anton Romedius Graf von Thun und Hohenstein (* 21. Juni 1859 in Salzburg; † 23. Februar 1943 auf Schloss Haunsperg, Oberalm) war österreichischer Beamter, zuletzt Landesregierungsvizepräsident und Landesamtsdirektor von Oberösterreich.

Biographisches

Familie

Thun wurde zu Salzburg im ehemaligen gräflich Attems-Waldstein’schen Kanonikalhof (1864 bis 1938 und wieder seit 1947 fürsterzbischöfliches Palais) geboren und war das erste von vier Kindern aus der Ehe von Ernst Graf von Thun und Hohenstein, k. k. Kämmerer und Rittmeister a.D., und Philippine Gräfin von Thun und Hohenstein, Sternkreuzordensdame und Malerin (Schülerin bei Johann Fischbach in Salzburg). Sigmund Graf von Thun-Hohenstein, Statthalter des Herzogtums Salzburg, war sein Onkel.

Am 10. Juni 1911 heiratete er auf Schloss Haunsperg in Oberalm Marie Mautner von Markhof, welche 1899 gemeinsam mit ihrem Bruder Adolf Mautner von Markhof diesen ehemaligen Adelssitz erworben hatte.

Beruflicher Werdegang

1877 maturierte er in Salzburg, wo er 1883 bei der Landesregierung in den Staatsdienst eintrat. 1896 wurde er Leiter der eben erst neu errichteten Bezirkshauptmannschaft Hallein und 1900 der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung. Als Landesregierungsrat (seit 1904) bearbeitete er das Eisenbahn-, Wasser- und Agrarwesen.

1911 kam Thun als Hofrat nach Czernowitz (heute Ukraine) und 1912 als Bezirkshauptmann nach Bregenz, Vorarlberg. Dort übernahm er seit Beginn des Ersten Weltkrieges den Vorsitz der Landeskommission für soziale Fürsorge, der Fürsorgekommission für heimkehrende Krieger sowie der Kommission betreffend die Unterhaltsbeiträge und schuf – mit der tatkräftigen Unterstützung seiner Gattin – Institutionen zur Linderung der Not.

1916 wurde er Statthaltereivizepräsident und Landesamtsdirektor in Linz und trat 1919 als Landesregierungsvizepräsident und Landesamtsdirektor in den Ruhestand, den er auf Schloss Haunsperg zubrachte.

Ehrungen

Thun war Träger des Leopoldordens (1916) und des Komturkreuzes des Franz-Josef-Ordens mit dem Stern (1917).

Er war Ehrenbürger der Städte Hallein und Bregenz sowie von zehn Gemeinden des Landes Salzburg (Abtenau, Adnet, Annaberg, St. Gilgen, Gnigl, Hallwang, St. Koloman, Krispl, Oberalm und Straßwalchen-Land).

Sonstiges

Eine besondere Vorliebe hegte Thun für Mathematik. Auch war er ein begeisterter Bergsteiger. War er bereits in seiner Jugend (1875) u. a. mit Anton von Posselt-Czorich in seinen geliebten Salzburger Bergen unterwegs gewesen, so unternahm er noch als 80-Jähriger weite Wanderungen in diesen.

Ableben

Thun starb am 23. Februar 1943 auf Schloss Haunsperg und liegt auf dem Friedhof zu Oberalm begraben.

Quellen und Literatur

Zeitfolge
Zeitfolge
Vorgänger


Bezirkshauptmann von Hallein
18961900
Nachfolger

Adalbert Proschko