Salzburger Landesrelief

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Unter dem Salzburger Landesrelief wird hier die im Salzburger Haus der Natur ausgestellte Reliefdarstellung des Landes Salzburg verstanden.[1] Die Bezeichnung wird auch für eine (im Jahr 1906 begonnene) Arbeit des Salzburger Bildhauers Josef Pörnbacher verwendet.

Beschreibung

Das Relief hat eine West-Ost-Ausdehnung von drei Metern und eine Nord-Süd-Ausdehnung von 2,3 Metern.

Seine Grundlage ist ein in Sektionen gegliedertes Gipsmodell. Dieses wurde mit Ölfarbe grundiert. Darauf wurden die verschiedenen Details eingezeichnet: Die Wälder sind dunkelgrün, die Alpenweiden und Wiesen lichtgrün, die Fruchtfelder weißgrau, die Kalkfelsen hechtgrau, die Schieferfelsen sepiabraun, die Gletscher weiß und die Gewässer blau angelegt. Eine gelbe Linie bezeichnet die Landesgrenze. Die Hauptstraßen sind mit roter Farbe aufgetragen, die Eisenbahnlinien, Ortschaften und Häuser und die übrigen Details sowie die Schrift mit schwarzer Farbe.[2]

Geschichte

Der namhafte Geoplastiker Franz Keil schritt im Jahr 1859 an die Schaffung eines „Reliefs der deutschen Alpen“. Zu den ersten abgebildeten Gebirgsteilen gehörten die Berchtesgadener Alpen und die Hohen Tauern. Das Werk wurde auf der Weltausstellung 1862 in London ausgezeichnet, obwohl nur zehn Teile wirklich vollendet waren.

Franz Keil litt an einer fortschreitenden Rückenerkrankung, wodurch er sein großes Werk unvollendet lassen musste. Es wurde im Jahr 1865 mit Unterstützung der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde vom städtischen Museum Carolino-Augusteum erworben.

Den zehn[3] vollendeten Sektionen Keils fügten Rudolf Edler von Kendler und Josef Skuppa zwei weitere an, die den Oberpinzgau und angrenzende Gebiete abbildeten.

1892 übernahm der pensionierte Militärkartograph Gustav Edler von Pelikan die Betreuung des Werkes. Man kam überein, dass das – zum Landesrelief umgewidmete – Panorama um weitere 13 Sektionen, den Ostteil des Reliefs mit dem Salzkammergut umfassend, vermehrt werden sollte. Diese Arbeit führte Pelikan aus, wobei er auch die älteren Reliefteile überarbeitete. Ihm standen dabei, wie bereits Kendler und Skuppa, viel genauere Karten zur Verfügung, darunter auch seine eigenen Unterlagen aus seiner Aktivzeit als Militärkartograph. Der vorgefundene Westteil des Reliefs mit dem Salzachland ist 184 cm, der von Pelikan erstellte Ostteil mit dem Salzkammergut 115 cm breit.

Pelikans Arbeitsweise war der Keils ähnlich. Er übertrug die 100-Meter-Schichten auf einen Pappendeckel passender Stärke, schnitt die Schichten aus und klebte sie übereinander. Das vorher mit Firnis durchtränkte Schichtenmodell überzog er mit Modelliermasse und arbeitete anschließend mit Spachtel und Modellierstift die Geländeformen heraus. Von diesem Modell goss er ein Negativ, das als Mutterform für Gipsabgüsse zu dienen hatte. An dem Gipsmodell erfolgte die eigentliche kartografische Arbeit.

1895 übergab Pelikan das Relief dem städtischen Museum und wurde für seine unentgeltliche Arbeit von der Stadt Salzburg mit der taxfreien Verleihung des Bürgerrechts belohnt.

Das Werk, nun Salzburger Landesrelief genannt, fand nach der Gründung des Hauses der Natur dort im 1. Stock seinen bleibenden Standort.

Literatur

  • L.[udwig] Purtscheller, Die Reliefkarte des Landes Salzburg (im Städt. Museum Carolino Augusteum in Salzburg), in: Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, 11. (21.) Bd., 1895, S. 141-143.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Die Bezeichnung „Salzburger Landesrelief“ für diese Werk ist möglicherweise nicht allzu gebräuchlich, wird aber jedenfalls von Guido Müller (aaO) verwendet.
  2. Purtscheller aaO S. 142.
  3. Keil hatte zwölf Sektionen vollendet, wovon aber zwei weggelassen wurden, da die dargestellten Gebiete außerhalb des Landes Salzburg lagen.