Samson-Windpark

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Der Samson-Windpark ist ein geplanter Standort für die Erzeugung von Windenergie am Aineck in St. Margarethen im Lungau.

Allgemeines

Anfang Dezember 2010 hatte die Gemeinde St. Margarethen die Sonderflächen-Widmung für drei Windräder mit neun Megawatt Leistung erteilt. Um diese Genehmigung wurde seit 2002 gekämpft. Allerdings wurde die 2010 erteilte Genehmigung sofort von einem SPÖ-Gemeindevertreter wegen angeblicher Befangenheit zweier Kollegen angefochten. Projektwerber Franz Kok meinte dazu jedoch, dass der Gemeindevertreter mit seiner Anfechtung erfolglos bleiben wird.

Das Projekt wird von der samsonwind GmbH betrieben.

Unterschriftenliste gegen den Windpark

Im September 2011 legte der Geschäftsführer des Tourismusverbandes St. Michael im Lungau, Heinz Schwendinger, eine Unterschriftenliste gegen den Bau der Anlage auf. Allein in St. Michael hätten bis Mitte September bereits mehr als 1 500 Leute unterschrieben.

Schwendinger verschickte diese Liste auch an andere Lungauer Tourismusverbände. Doch schon in der Nachbargemeinde St. Margarethen im Lungau verhält man sich beim Tourismusverband zurückhaltend, was eine Unterstützung dieser Aktion betrifft. Auch im Tamsweger Tourismusbüro blieb man neutral.

Der Mornellregenpfeifer wäre gefährdet

Die auf dem Aineck im Lungau geplanten Windkraftanlagen würden den Mornellregenpfeifer vertreiben, warnte der Naturschutz im September 2013.

Nach dem Bartgeier tritt jetzt der Mornellregenpfeifer auf den Plan. Wenn die drei Windräder tatsächlich verwirklicht werden, würde es „mit allergrößter Wahrscheinlichkeit“ zu einem Verlust der Fortpflanzungs- und Ruhestätten dieses Regenpfeifers kommen, heißt es in einer Stellungnahme des Naturschutzfachdienstes des Landes. Dieser warnt vor einem hohen „Kollisionsrisiko“. Die Amtssachverständige Susanne Stadler schließt den Standort praktisch aus: Das Aineck sei aus vogelkundlicher Sicht eine "No-go-Area" für den Bau von Windkraftanlagen. Der Mornellregenpfeifer zähle zu den seltensten Arten Österreichs und des gesamten Alpenraums. Den Brutbestand in den Alpen schätzen Experten auf nur ein Dutzend Paare. Hauptsächlich kommt die Art in der Tundra Skandinaviens und Sibiriens vor. Im Aineckgebiet wurde „der Mornell“ 2012 nicht nur als Zugvogel, sondern auch als Brutvogel nachgewiesen. Aufgrund seiner extrem spezifischen Ansprüche an den Lebensraum könnten die Brut- und Rastplätze nicht an anderer Stelle geschaffen werden.

Der Projektentwickler Franz Kok – er ist für den Betreiber Samsonwind GmbH nur mehr beratend tätig – spricht gegenüber den SN von einem „Kasperltheater“ und einer „Frechheit“. Er verweist auf vielfach größere Eingriffe in die Natur durch den Bau eines riesigen Speicherteichs. Die neue Stellungnahme habe für die Behördenverfahren keine Bedeutung und sei wohl deshalb angefertigt worden, weil die bisherigen ornithologischen Studien nicht die vom Naturschutz gewünschten Ergebnisse gebracht hätten. Außerdem stünden die drei je 150 Quadratmeter großen Flächen für die Fundamente in keinem Verhältnis zu einem 25 000 Quadratmeter großen Beschneiungsteich, der derzeit für das Skigebiet gebaut werde.

Susanne Stadler sagt hingegen, die Baustelle für das Skigebiet bedrohe den Vogel nicht, weil sie in einem anderen Bereich liege. Und: „Das ist nur eine Geländeveränderung. Dann ist wieder Ruhe.

Samsonwind plant auf einer Seehöhe zwischen 2 150 und 2 200 m ü. A. einen Windpark aus drei Anlagen. Der Rotordurchmesser soll 82 Meter, die Nabenhöhe 85 Meter betragen.

Die Gemeinde St. Margarethen im Lungau hat beschlossen, für die Windräder Vorsorgeflächen auszuweisen. Bürgermeister Gerd Brand (SPÖ) ist aber gegen das Projekt. Er lässt am 6. Oktober 2013 die Bürger über den Entwurf des Räumlichen Entwicklungskonzepts abstimmen.

Siehe auch

Weblinks

Quellen