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Thomas Stangassinger

Thomas Stangassinger
Datei:Stangassinger Weihnachtsmarkt Hallein.jpg
Thomas Stangassinger bei der Eröffnung des Original Halleiner Weihnachtsmarktes 2010 - für den guten Zweck verkaufte er an einen Nachmittag am Maroni-Stand des Elternvereins des Gymnasiums Hallein

Thomas Stangassinger (* 15. September 1965 in Hallein im Tennengau) ist ein ehemaliger Salzburger Skirennläufer.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Stangassingers 15-jährige Karriere begann mit Platz 5 im Slalom von Madonna di Campiglio (ITA) am 16. Dezember 1984, ein Resultat, das ihm auch am nächsten Tag zu Platz 2 und seinem ersten Podium in der Kombination verhalf. Seinen ersten von 10 Slalom-Weltcupsiegen feierte der Halleiner am 3. Dezember 1989 in Mount St. Anne (CAN). Insgesamt 36 Mal stand Stangassinger in 145 Weltcupslaloms auf dem Podest, nur Marc Girardelli hat es mit 146 Einsätzen auf einen Slalom mehr gebracht.

Nach drei zweiten Plätzen im Slalom Weltcup (1994, 1997 und 1998) gewann Thomas Stangassinger 1999 schließlich mit zwei Siegen und drei zweiten Plätzen die Gesamtwertung. Im Jahr zuvor war er noch hauchdünn mit vier Punkten Rückstand an Thomas Sykora gescheitert. In dieser Saison gelang ihm mit dem Sieg im abschließenden Bewerb am 13. März 1999 in Sierra Nevada (ESP) auch sein letzter Weltcupsieg. Ein Jahr später beendete er die Saison als Fünfter im Weltcup, schaffte am 9. März 2000 in Schladming beim vorletzten Rennen noch seinen letzten Podestplatz und verkündete am 27. März sein Karriereende.

Großereignisse

Bei der Heim-WM in Saalbach-Hinterglemm 1991 fuhr Thomas Stangassinger am 22. Jänner zu seiner ersten WM-Medaille, Platz 2 bedeutete Silber hinter Marc Girardelli. Zwei Jahre später reichte es in Morioka (JAP) zu Bronze und Platz 3 hinter Aamodt und Girardelli.

Den ersehnten großen Sieg holte er sich am 27. Februar 1994 im Slalom von Hafjell bei den Olympischen Winterspielen von Lillehammer (Norwegen) ab. Nach Platz 13 in Calgary, Kanada, 1988, Platz 9 in Albertville, Frankreich, 1992 war dies die Krönung seiner Laufbahn.

Kurioses

Seinen ersten Auftritt auf der internationalen Bühne erlebte Thomas Stangassinger bei den Juniorenweltmeisterschaften 1982 in Auron (FRA) mit Platz 30 ... in der Abfahrt!

Vorgestellt

von Hans Adrowitzer am 28. März 2007 in den SN

Er war immer ein Sir. Mit und ohne Skidress. Es sah so spielerisch leicht aus, wie Thomas Stangassinger durch die Slalomtore tanzte. Für den Halleiner war der Rennsport vor allem Spaß. "Ist Skirennläufer ein Beruf? Das habe ich mich oft gefragt. Ich habe es nie so empfunden, und als Arbeit schon gar nicht. Für mich war Rennlauf ein Hobby, mit dem ich Dank Talent und Glück meinen Lebensunterhalt verdienen konnte", meint Stangassinger, der selbst nach seinem Olympiasieg ein stiller Genießer war.

"Nach außen hin", verrät er heute, "habe ich es damals nicht so gezeigt. Aber der Rennsport hatte sich zur Sucht entwickelt. Man muss fanatisch sein, wenn man erfolgreich sein will. Das Rennfahren würde mir auch heute noch Spaß machen." Warum fährt er dann keine Legendenrennen wie Franz Klammer? "Nein, das ist nichts für mich. Irgendwie muss ich das belächeln, auch wenn die Burschen noch gut fahren für ihr Alter."

Er habe den idealen Zeitpunkt zum Aufhören erwischt, sagt Stangassinger. Mit 35 Jahren - im März 2000 beim Weltcupfinale in Bormio. "Ich hatte die Lust am Herumzigeunern verloren. Meine Kinder waren klein, Sophie-Marie ein Jahr alt, Lea-Maria sechs. Da ist mir nicht langweilig geworden, und ich habe mich gefreut, daheim zu sein." Von Pensionsschock keine Spur.

Mittlerweile sind sieben Jahre vergangen, und Thomas, braungebrannt von einer Skitour auf den Hohen Göll, sagt: "Unglaublich, wie schnell die Zeit verrinnt." Er hat sie gut genützt. "Nur durchs Leben getrieben zu werden, das könnte ich nicht. Ich war immer ehrlich und konsequent zu mir selbst und brauche stets Herausforderungen." Zum Glück sei er nicht unter einem wirtschaftlichen Zwang gestanden und konnte sich Zeit lassen, "um ein paar Sachen auszuprobieren". Seit vier Jahren befasst sich der ehemalige Slalomkönner intensiv mit Aktien. Diese Materie habe ihn schon in den [19]90er Jahren als aktiver Rennläufer interessiert. "Eine faszinierende Sache mit unbegrenzten Möglichkeiten. Jeden Morgen warte ich schon, was in der Nacht auf den Aktienmärkten der Welt passiert ist", erklärt Stangassinger, der das Geschäft nur für sich selbst betreibt und es als großes Privileg empfindet, sich die Zeit frei einteilen zu können. "Der Skisport", meint er, "prägt einen sehr. Man wird zum großen Individualisten." Daher schätzt und genießt er seine Freiheit. Und wie laufen die Geschäfte? "Es ist wie im Sport. Wenn du gut und geschickt bist, kannst du gut verdienen." Stangassinger zieht noch eine Parallele zum Sport: "Man steht am Start, hat vom Trainer, oder jetzt von einem Fondsmanager, Tipps bekommen, aber den Weg ins Ziel muss man ganz allein finden."

In der Freizeit frönt Stangassinger neuen Leidenschaften: Mountainbiken im Sommer, Skitouren im Winter. 2006 hat er bei 80 Touren 100.000 Höhenmeter überwunden. Seine Töchter treten nicht in seine Fußstapfen, sie haben eine musische Ader: Lea-Maria spielt Klarinette in einem Orchester, Sophie-Marie spielt Trompete. Seine Ehefrau Marlies hat ihr Talent zum Malen entdeckt, Thomas bewundert ihre Aquarelle und Ölbilder. Und er kocht auch manchmal, wenn Marlies malt.

Statistik

Podestplätze im Weltcup

Saison 1. Platz 2. Platz 3. Platz
2000 - 1 3
1999 2 3 -
1998 3 - 2
1997 1 5 2
1996 - - 1
1995 - 1 -
1994 2 2 -
1993 1 1 1
1991 - 1 1
1990 1 - -
1988 - 1 -
1986 - - 1
1985 - 1 -

Slalomweltcup

Saison Gesamtpunkte Rang
2000 369 5
1999 566 1
1998 517 2
1997 670 2
1996 166 12
1995 265 11
1994 452 2
1993 362 3
1992 257 10
1991 80 5
1990 56 11
1989 31 13
1988 42 11
1987 18 18
1986 15 32
1985 26 18

Ehrungen

Thomas Stangassinger wurde 1993 zu Salzburgs Sportler des Jahres gewählt.

1994 wurde er zudem auch zu Österreichs Sportler des Jahres gewählt.

Seit 1999 ist er Ehrenbürger der Stadtgemeinde Hallein.

Quellen

  • Salzburger Nachrichten
  • FIS Homepage