Wahl des Salzburger Erzbischofs 2013

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Die Vorgehensweise der Vorgehensweise empfanden Salzburger Laien als einen Schlag ins Gesicht.

Einleitung

Erzbischof Alois Kothgasser hatte nach seinem 75. Geburtstag (2012) beim Papst Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) sein Rücktrittsgesuch eingereicht und um Entpflichtung von der Verantwortung für die Erzdiözese Salzburg gebeten. Doch durch den Rücktritt des Papstes verzögerte sich dessen Antwort. Erst am 4. November 2013 nahm dann der neue Papst Franziskus dieses Gesuch an und beauftragte Alois Kothgasser gleichzeitig bis zur Wahl des neuen Erzbischofs als Administrator der Erzdiözese zu bleiben. Er darf in dieser Funktion allerdings keine weitreichenden Entscheidungen mehr treffen.

Am Dienstag, den 5. November traf dann der Dreiervorschlag aus dem Vatikan in Salzburg ein. Die Wahl eines Nachfolgers für Erzbischof Alois Kothgasser begann an jenem Dienstag mit einem unerwartet öffentlichen Paukenschlag. Entgegen allen bisherigen Gepflogenheiten hat der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, das versiegelte Kuvert mit den Namen der drei Kandidaten in einem halb öffentlichen Rahmen überreicht. Wohl in der Überzeugung, dass das Domkapitel mit dem Dreiervorschlag zufrieden sein werde, händigte der Nuntius das Schreiben am Dienstagabend nach einem Festgottesdienst der Bischofskonferenz in der Benediktinerabtei Michaelbeuern an Domdechant Hans-Walter Vavrovsky aus.

Allein diese Vorgangsweise sorgte in Salzburg schon für eine optimistische Stimmung. Diese wurde noch durch eine Andeutung des scheidenden Erzbischofs gestützt. Kothgasser soll gesagt haben, die Domherren würden ins Schwitzen kommen, weil sie sich zwischen drei sehr guten Kandidaten entscheiden müssten.

Diese Aussage wurde von einem mitwählenden Domkapitular etwas anders umschrieben, er hat gesagt, dass nicht geschwitzt wurde wegen der guten Kandidaten sondern gestöhnt, da es faktisch keine Auswahl gegeben hätte sondern nur die Wahl des geringsten Übels.

Die weitere Vorgangsweise liegt wieder bei Nuntius Zurbriggen. Dieser möchte die notwendigen offiziellen Akte rasch über die Bühne bringen, um möglichen Indiskretionen zuvorzukommen. Die Wahl erfolgte dann am Wochenende 9./10. November 2013. Demnach dürfte der Vertreter des Papstes in Österreich am Montag, den 11. November 2013, die Bestätigung für den Gewählten in Rom einholen.

Anschließend muss noch die Zustimmung der Bundesregierung eingeholt werden, die - was bisher nicht geschah - allgemeine politische Gründe gegen den Gewählten vorbringen könnte. Bereits am Dienstagmittag, den 12. November 2013, könnte der neue Erzbischof dann offiziell in Rom verlautbart werden.

Bischofswahl in Salzburg: Heftige Kritik an Dreierliste

Am Montagabend kolportieren Medien erstmals die Meldung, dass der Grazer Bischof Franz Lackner zum neuen Erzbischof gewählt worden sei, dieser jedoch sich Bedenkzeit erbeten hatte. Am Dienstag, den 12. November 2013 wurde seine Wahl offiziell bekant gegeben. Eine zwiespältige Stimmung herrschte zwei Tage nach der Bischofswahl am Dienstag in Salzburg. Einerseits werden dem gewählten Kandidaten Franz Lackner aus Graz durchaus Offenheit und Respekt entgegengebracht. Andererseits herrscht über die aus Rom vorgelegte Dreierliste völliges Unverständnis.

Auf dem Dreiervorschlag standen neben Lackner auch der Salzburger Weihbischof Andreas Laun und der Rektor der Theologischen Hochschule Heiligenkreuz, Karl Wallner. Beide gelten als Exponenten ausgesprochen konservativ-traditionalistischer Kreise. Für einige engagierte Laien in der Erzdiözese Salzburg ist diese Vorgehensweise ein Schlag ins Gesicht: "Die Wahl ist nicht transparent und in den Entscheidungsprozess zum Dreiervorschlag wird die Diözese nicht im Geringsten einbezogen", kritisiert Veselko Prlic, Obmann der Pfarrgemeinderatsinitiative Taxham.

Im Vorfeld der Wahl hatte sich Erzbischof Alois Kothgasser sehr bemüht, durch eine Befragung seiner Mitarbeiter - Laien wie Geweihte - geeignete Kandidaten nach Rom zu melden. Dass dann trotzdem Laun und Wallner auf der Liste standen, sorgt für Kopfschütteln. "Das brüskiert unseren scheidenden Erzbischof und entmündigt die Diözese", sagt Prlic.

Als "Herausforderung" bezeichnet Doris Witzmann die Informationen, die zuletzt an die Öffentlichkeit gedrungen sind. Als Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) ist sie die führende Funktionärin von Salzburgs Laien. "Den viel zitierten Mann der Mitte konnte ich nirgends erkennen", bedauert sie. Sollte Franz Lackner als Erzbischof kommen, werde sie zuallererst den Dialog suchen und die Anliegen der kirchlichen Basis - etwa mehr Mitspracherecht der Laien - einbringen. "Jeder, der neu kommt, hat eine faire Chance verdient", betont Witzmann, "aber wenn jemand der Bandbreite innerhalb unserer Kirche keine Chance gibt, werde ich nicht schweigen."

In dieselbe Kerbe schlägt Ägydius Außerhofer, Pfarrer von Oberalm und Mitglied der Reformgruppe "Wir sind Kirche". Dem neuen Erzbischof teile er vorweg mit, dass er sich freue, wenn er Menschennähe ausstrahle und die Sorgen der Leute höre. Dennoch steht für den Priester fest, dass der kolportierte Dreiervorschlag aus Rom eine "üble Sache" sei: "Diese drei Namen aufzulisten, ist blamabel. Es beweist, dass der Vatikan nicht gelernt hat, dass man hier in Salzburg einen Bischof nahe am Volk braucht. Mit der Kombination dieser Namen bringt ja das schönste Wahlrecht nichts!"

Abwarten lautet das Motto von Imma Lammer, Pfarrassistentin in der Salzburger Stadtpfarre Gnigl. Sie hat nach Bekanntwerden der Dreierliste sofort im Internet zu recherchieren begonnen. "Zumindest hat Franz Lackner zuerst einen Zivilberuf erlernt und ist mit seinen 57 Jahren für einen Bischof doch relativ jung." Dennoch ist auch Lammer enttäuscht. Rom dürfte offenbar die Salzburger Anliegen nicht gehört haben.

Am 13. November 2013 hatte Franz Lackner hat nach kurzer Bedenkzeit zugestimmt, Alois Kothgasser als Salzburger Erzbischof nachzufolgen. Die feierliche Amtseinführung des neuen Salzburger Erzbischofs Franz Lackner fand am Sonntag, den 12. Jänner 2014, um 14 Uhr im Salzburger Dom statt. Der bisherigen Erzbischofs Alois Kothgasser wurde am Sonntag, den 29. Dezember 2013, um 15 Uhr im Salzburger Dom feierlich verabschiedet. Bis zum 12. Jänner führte Kothgasser als Apostolischer Administrator die Erzdiözese, dann erfolgte die Amtsübernahme durch Erzbischof Lackner.

Quellen

Fußnoten