Fritz Gruber

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2011: links Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer mit Oberstudienrat Prof. Mag. Dr. phil. Fritz Gruber bei der Überreichung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst
Dr. Fritz Gruber unter einem der Edelweißfelsen

Oberstudienrat Prof. Mag. Dr. phil. Fritz Gruber (* 28. Mai 1940 in Spittal an der Drau, Kärnten) ist Pädagoge, Montanhistoriker und Autor zahlreicher Publikationen zum Thema Bergbau.

Leben

Seine Eltern wohnten in Böckstein und seine Mutter ging nur zwecks Geburt für einen kurzen Spitalsaufenthalt nach Spittal an der Drau. Es gab damals in Bad Gastein keinen Arzt, der mit der zu erwartenden "schwierigen Geburt" zu tun haben wollte. Dr. Fritz Gruber ist somit eigentlich kein "Zuagroaster", sondern "Ur-Gasteiner", nicht zuletzt deshalb, weil er seit seinem 15. Lebens-Tag(!) in Böckstein lebt - bis heute.

Nach der Volks- und Mittelschule in Bad Gastein und maturierte 1959 an der Lehrerbildungsanstalt in Salzburg. Dann studierte er Germanistik und Anglistik in Wien und Salzburg als Hauptfächer, daneben Geschichte, historische Volkskunde, allgemeine Sprachwissenschaft und Slawistik (1960 - 1968). Bei den Nebenfächern war schon damals seine wissenschaftliche Neigung zu erkennen: "Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit, der Historischen Volkskunde sowie der Sprachwissenschaft". Er schrieb schon damals ausführliche Seminararbeiten zu namenskundlichen Problemen. In seiner Dissertation befasste er sich mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Ausdrücken der "Bergmannssprache". Am 21. Mai 1968 promovierte er zum Dr. phil.

Weitere Stationen in seinem Leben:

1959–1960: Volksschullehrer in Großarl
1970–1973: erste wissenschaftliche Publikationen der historischen Bergmannssprache; intensive Begehungen der historischen Bergbaureste in den Hohen Tauern
1973–1976: Forschungsstipendium der "Stiftung Volkswagenwerk"
1976–1982: privat angestellter Lehrer an der Hotelfachschule Bad Hofgastein
1982: Lehramtsprüfung für Höhere Schulen (Germanistik und Anglistik) an der Universität Salzburg
ab 1982 unbefristeter Dienstvertrag des Landesschulrates für Salzburg an der Hotelfachschule und am damaligen Abiturentenlehrgang bzw. Fremdenverkehrskolleg in Bad Hofgastein

Er betreibt seit mehr als 30 Jahren montanhistorische Forschungen. Seine Forschungstätigkeit fand im Rahmen von Projekten und Forschungsstipendien im In- und Ausland statt. Er erhielt 2010 das Österreichische Ehrenkreuz Erster Klasse für Wissenschaft und Kunst, nachdem er schon zuvor mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Salzburg und dem Kulturpreis der Gemeinde Bad Gastein (es war de erste, der vergeben wurde) geehrt wurde. Gemeinsam mit Dr. Hermann Greinwald war er Wiederbegründer des Gasteiner Museums. Ihm ist die Anregung zur Unterschutzstellung der Montansiedlung Altböckstein zu danken. Er ist mit OSR Walter Wihart Mitbegründer des überregionalen Montanvereins „Via Aurea“. In allen drei der genannten Institutionen hielt der die Gründungsrede.

Fritz Gruber ist Autor zahlreicher Publikationen zu Themen der Bergbaugeschichte, insbesondere der Geschichte des Goldbergbaues im Gasteinertal und im Raurisertal. Sein besonderes Interesse gilt auch der Ortsnamenkunde.

Seit 1987 beschäftigt er sich hobbymäßig mit Botanik und publizierte gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Walter Strobl. Er ist Mitarbeiter der großen "Exkursionsflora von Österreich" und darf auf rund 150 Erstbelege von Pflanzenvorkommen im Gasteinertal hinweisen.

Am 2. Oktober 1996 ging Gruber in den Ruhestand, danach Herausgabe vieler wissenschaftlicher Publikationen; hauptsächlich zur Bergbaugeschichte.

Auszeichnungen

Am 4. Juni 2011 überreichte Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst an Oberstudienrat Prof. Dr. Fritz Gruber am Rande des Montanhistorischen Symposiums in Bad Gastein.

"Vielleicht ist es gerade die Vielfältigkeit von Professor Gruber, die es ihm ermöglichte, größere Zusammenhänge der Montangeschichte zu erschließen und so einen großen Beitrag zum Erhalt unseres geschichtlichen Erbes zu leisten. Es war Professor Gruber, der bei der internationalen Tagung Tauerngold im Jahr 1978 auf die drohende Schleifung der barocken Bergbausiedlung Altböckstein mit einem flammenden Appell aufmerksam machte. Das führte dann bekanntlich zur Rettung dieses europaweit einzigartigen Ensembles und zur Gründung des Museums Altböckstein. Das ist ein gutes Beispiel für den wissenschaftlich orientierten Tourismus und ein lebender Hintergrund für die montangeschichtliche Forschung im Gasteinertal. Das Wirken von Professor Gruber ist breit gespannt: vom Tourismuslehrer bis zum wissenschaftlichen Montanhistoriker. Das ist kein üblicher, linearer Weg, aber er verbindet Bildung, Kunst und Wissenschaft. Für dieses verdienstvolle Wirken gebührt ihm mein persönlicher Respekt und der offizielle Dank von Bund und Land", sagte Landeshauptmann-Stellvertreter anlässlich der Überreichung.

Oberstudienrat Dr. Fritz Gruber habe sich durch seine Forschungen und umfangreiche Publikationen im Bereich der Montangeschichte und der Organisation des Bergwesens große Verdienste erworben, so Dr. Haslauer weiter. Schon während seiner Tätigkeit als Pädagoge schrieb er zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur Montangeschichte; das geht auch darauf zurück, dass er sich schon in frühen Lebensjahren gründliche Kenntnisse zur Geschichte des Bergbaus verschaffte, die in den verschiedensten Fachzeitschriften in Österreich, Deutschland und Südtirol veröffentlicht wurden. "Ich selber bin erst kürzlich auf den Namen eines gewissen Mitherausgebers Prof. Dr. Fritz Gruber aus Bad Gastein gestoßen. Es war dies das Buch ‘Paracelsus 1494–1541. Keines anderen Knecht‘, herausgegeben im Jahr 1993 vom höchst anerkannten Salzburger Historiker Dr. Heinz Dopsch - mit zwei wissenschaftlichen Beiträgen eines gewissen Fritz Gruber aus Böckstein. Die Titel in dieser Publikation lauteten ‘Spezifische Formen der Arbeitsorganisation im Salzburger Bergbau zu Beginn des 16. Jahrhunderts‘ sowie ‘Bergbaubedingte Umweltprobleme zur Zeit des Paracelsus‘. Dies hat mir schon sehr imponiert und das möchte ich heute und hier auch dezidiert betonen", sagte Dr. Haslauer.

Publikationen

(nicht vollständig) Seine Publikationen sind aufgelistet auf seiner Webseite. Hier sei besonders auf seine letzte größere Arbeit hingewiesen:

Weitere Publikationen:

  • Wanderführer Schlossalm (80 Seiten), Stubnerkogel (64 Seiten) und Graukogel (76 Seiten), Bad Hofgastein o.J., herausgegeben von der Gasteiner Bergbahnen AG im Eigenverlag.
  • Die Gründe für den Niedergang des Edelmetallbergbaues in den Hohen Tauern, 1560-1600, in: res montanarum 56 (Jubiläums-Festschrift zum 50-jährigen Bestand des Montanhistorischen Vereins für Österreich), Leoben 2012, S. 245 bis S. 282.
  • Der Edelmetallbergbau in Salzburg und Oberkärnten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, in: Paar, Werner; Günther, Wilhelm; Gruber, Fritz (Hrg.): Das Buch vom Tauerngold (zweite, stark erweiterte Auflage der Publikation "Schatzkammer Hohe Tauern" vom Jahre 2000), Salzburg 2006, S. 193 bis S. 359.
  • Das Raurisertal. Gold. Bergbaugeschichte, hrg. von der Marktgemeinde Rauris, 2004, 256 Seiten.
  • Veröffentlichungen zur Bergbaugeschichte in den Publikationsreihen "Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde", "res montanarum" und "Böcksteiner Montana", hier z. T. gemeinsam mit Prof. Dr. Karl-Heinz Ludwig
  • Ludwig, Karl-Heinz; Gruber, Fritz: Gold- und Silberbergbau im Übergang von Mittelalter zur Neuzeit. Das Salzburger Revier von Gastein und Rauris, Köln-Wien (Böhlau) 1987, 400 Seiten.
  • Toponymie der Tauernlandschaft von Gastein und Rauris, ungedruckte Hausarbeit zur Erlangung der Lehramtsberechtigung für Mittelschulen (bei Univ.-Prof. Dr. Ingo Reiffenstein), Manuskript im Germanistischen Institut, Salzburg 1982, 190 Seiten.
  • Gruber, Fritz; Ludwig, Karl-Heinz: Salzburgs "Silberhandel" im 16. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte der Edelmetalle (Böcksteiner Montana 3), Leoben 1980, 59 Seiten.
  • Das Gold der Fugger. Gastein und die Montangeschäfte der Fugger im Salzburger Land, hrg. Fürst Fugger Privatbank, context verlag Augsburg 2014.
  • Vom Gold zum Radon-Heilstollen. Niedergang und Neuanfang des Edelmetallbergbaus in den Hohen Tauern zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert, in: Der Anschnitt, Bochum 2016, S. 14-34.
  • Gastein und die Literatur, Festschrift zum 50-jährigen Bestandsjubliäum des Gasteiner Museums 1936 bis 1986, in: Schriftenreihe des Gasteiner Museums, Badgastein 1987
  • Gold unter Gletschereis?. Der alpine Edelmetallbergbau in den Hohen Tauern und die sogenannte „Vergletscherungstheorie“. Anhang mit Klimadaten seit 1501, hrsg. vom Montanverein „Via Aurea“, Bad Hofgastein, 2018, 111 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen und weiterführender Literatur
  • Die Weitmoser und ihr Edelmetallbergbau in den Hohen Tauern, Montanverein "Via Aurea" (Hrsg.), 2018, im Eigenverlag, ISBN 978-3-200-04908-6, 494 Seiten
  • Die Perchten, Historischer Mythos und moderne Realisierung, Kulturverein Ladislaus (Hrsg.) 2018
  • Gold unter Gletschereis? Der alpine Edelmetallbergbau in den Hohen Tauern und die sogenannte "Vergletscherungstheorie", Montanverein "Via Aurea" (Hrsg.), 2018,
  • Derzeit laufendes Buchprojekt Die 14 Gasteiner Artikel im Bauernkrieg von 1525: Fragen, Faktenchecks, Hintergründe

Bilder

Dr. Gruber stellt dem Salzburgwiki eine Reihe von Bildern für verschiedene Artikel zur Verfügung. Hier die Übersicht seiner bisher veröffentlichten Bilder: Fritz Gruber Bilderseite.

Weblinks

Quellen

  • Klappentext Schatzkammer Hohe Tauern
  • Salzburgwiki, Stichwort Karl-Heinz Ludwig
  • SN vom 14. August 2018, Lokalteil, S. 17