Alfred Berghammer

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Alfred Berghammer

Hofrat Dr. Alfred Berghammer (* 23. Februar 1949) ist Jurist, ehemaliger leitender Beamter des Landes Salzburg, Buchautor und engagierter Christ.

Berufliches

Alfred Berghammer war Leiter der Personalabteilung des Amtes der Salzburger Landesregierung, bis ihm im Jahr 2001 die Leitung der Abteilung 2 - Bildung, Familie, Gesellschaft des Amtes der Landesregierung übertragen wurde; diese hatte er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2009 inne.

Persönliches

Buchumschlag: Das Reise-Tagebuch eines Pilgers von Alfred Berghammer

Anlässlich seiner Pensionierung unternahm Alfred Berghammer im Jahr 2009 zu Fuß eine 90-tägige Pilgerreise nach Santiago de Compostela in [[Spanien]], die er größtenteils alleine zurücklegte[1]. Aus seinen Tagebuchaufzeichnungen verfasste er das Buch Reise-Tagebuch eines Pilgers, das 2011 im Verlag Anton Pustet erschienen ist.

Er ist auch Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, in dem er seit 2004 als leitender Komtur für Salzburg tätig ist.

Wenn das Christsein zum Job wird

(Von Thomas Hödlmoser[2])

Er war Salzburgs jüngster Hofrat und Landespersonalchef: Jetzt ist Alfred Berghammer Grabesritter, Wegwart – und vielbeschäftigter Opa.

Alfred Berghammers neues Leben begann mit einer Zäsur. Kaum war er in Pension, brach er zu einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg auf, obwohl damals, im März 2009, noch überall Schnee lag. Aber nach seiner Überzeugung musste das so sein. Der neue Lebensabschnitt sollte sofort mit einem „eindrücklichen Akzent“ beginnen.

Vor diesem Akzent hatte er Jahrzehnte im Landesdienst verbracht. Mit 33 Jahren wurde er Leiter der Personal-Unterabteilung des Landes, mit 35 Abteilungsleiter und jüngster Hofrat. Nach 19 Jahren als Personalchef leitete er zuletzt die für Schulen zuständige Abteilung beim Land.

Auch nach Pensionierung und Pilgerreise ging ihm die Arbeit nicht aus. Denn Berghammer ist, wie er selbst sagt, „überzeugter Christ“. Und das will er „in die Gesellschaft einbringen“, was wiederum mit reichlich Arbeit verbunden ist, zumal, wenn man einem Orden vorsteht. Berghammer ist Leitender Komtur der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Als solcher organisiert er Hilfsaktionen ins Heiligen Land: Einmal werden neue Stühle für eine Schule gekauft, ein andermal verarmte Familien unterstützt oder arabisch- christliche Kindergärtnerinnen nach Salzburg eingeladen. Er plant das Jahresprogramm der Komturei Salzburg sowie Pilger- und Studienreisen für die Ordensmitglieder.

Öffentlich in Erscheinung tritt der Orden vor allem bei besonderen kirchlichen Anlässen im Salzburger Dom. Auf zehn bis zwanzig ehrenamtliche Arbeitsstunden pro Woche komme er schon, sagt Berghammer. „Das ist fast wie ein Teilzeitjob.“

Wenn er heuer nach acht Jahren als Komtur ausscheidet, weil die Statuten eine neuerliche Wahl nicht zulassen, dürfte ihm trotzdem nicht langweilig werden. Im Gegenteil: „Ich habe noch viele andere Dinge, die mich in Anspruch nehmen. Ich bin dankbar für den Freiraum, den ich bekommen werde.“

So ist er Vorsitzender des Pfarrkirchenrates der Pfarre St. Martin in Salzburg-Liefering. Als Wegwart beim Alpenverein richtet er Wanderwege her. Beim Katholischen Bildungswerk ist er Referent für den Jakobsweg, beim Salzburger Bildungswerk Leiter des Arbeitskreises Seniorenbildung. Neben dem Glauben ist es vor allem die Familie, der er sich widmet. Um die Zerbrechlichkeit des Familienglücks weiß Berghammer aus eigener Erfahrung – der vierfache Vater verlor 2005 einen 31-jährigen Sohn.

Heute beschäftigten ihn vor allem seine zwölf Enkelkinder. „Ich bemühe mich, jeder Familie einen halben Tag in der Woche zu widmen.“ Familie, Liebe, das „Ausrichten auf den anderen“: Das sind die „Werte“, von denen Berghammer gern spricht, weil er sich davon überzeugt zeigt, dass just diese „Werte“ zu sehr in den Hintergrund rücken. „Das christliche Gedankengut wird häufig nicht mehr gelebt. Es ist viel an Herzensbildung verloren gegangen. Der Fokus liegt heute zu oft auf den eigenen Interessen. Das ist ein Übel für die Gesellschaft.“

Auch wenn er auf Politik und Verwaltung angesprochen wird, sieht er wenig Positives, aber viel Stillstand, Reformstau, Klientelpolitik. „Ich leide immer noch darunter, wie die Dinge jetzt laufen.“ Was einem da helfen könne, sei das Weitwandern, das Pilgern. „Da bleiben diese Dinge sehr weit zurück.“ Gerade der Jakobsweg biete sich nicht nur ein Mal an. „Man möchte ihn immer wieder gehen.“

Weblink

Quellen

  1. abschnittsweise wurde er von seiner Frau begleitet
  2. Salzburger Nachrichten, 10. April 2012
Zeitfolge
Zeitfolge
Vorgänger

Anton Gessner

Leiter der Personalabteilung des Amtes der Salzburger Landesregierung
ca. 1980 bis 2001
Nachfolger

Michael Cecon