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Andreas Gfrerer (Hotelier)

Andreas Gfrerer

Andreas Gfrerer (* 1972 in Salzburg) ist Hotelier im Hotel Blaue Gans in der Stadt Salzburg.

Vorgestellt

Andreas Gfrerer hat eine Hand dafür, Netzwerke zu knüpfen. Mitte März 2008 kamen er und ein paar Bekannte am Rande einer Pressekonferenz auf das Thema Kiefer-Pavillon zu sprechen. Kurzerhand verständigten sie sich darauf, etwas "Öffentlichkeitswirksames " zu machen. Zwei Tage später stand eine Gruppe von mehr als 40 prominenten Salzburgern vor dem Kiefer-Pavillon, um ihre Botschaft kund zu tun: "Kiefer muss im Festspielbezirk bleiben."

Etliche erklärten sich ad hoc bereit, selbst für die Verlegung des Pavillons vom Zentrum an den Rand des Parks zu zahlen – darunter auch Gfrerer, der sich mit etwa 5000 Euro beteiligen will. Am 28. März 2008 luden er und sein Mitstreiter Sepp Schellhorn zu einem "Kiefer-Solidarisierungsfest".

Doch was bewegt einen Hotelier, Zeit und Geld in einen umstrittenen Steinbau zu investieren? Ein "art hotel" wie die "Blaue Gans" lasse sich nur glaubwürdig betreiben, "wenn man für die Kunst eintritt", sagt Gfrerer. In der Hauptsache gehe es aber um mehr – um die Stadt Salzburg und ihr Erscheinungsbild im Ausland. "Die negativen Stimmen waren sehr laut. Es ging darum, zu zeigen, dass es auch andere Stimmen gibt."

Die zeitgenössische Kunst ist bei Gfrerer allgegenwärtig. Aus dem 650 Jahre alten Hotel im Familienbesitz, das er nach vielen Jahren der Verpachtung übernommen hatte, machte er ein Hotel, das einem Museum für Moderne Kunst gleicht. Gfrerer macht regelmäßig Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst, beteiligt sich an der "Nacht der Museen" und wartete wiederholt mit unkonventionellen Ideen auf, etwa mit seinen "Weltkulturerbsenzähler"-T-Shirts.

Mit der Kunst kam er schon früh in Kontakt. Seine Eltern nahmen ihn ins Festspielhaus zu Opernaufführungen und auf Reisen in italienische Renaissancestädte mit. Im Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare schaffte es dann noch die Deutschlehrerin, ihn für Literatur zu begeistern. Nach Bundesheer, Fremdenverkehrskolleg, Auslandsaufenthalten und eineinhalb Jahren als "Sales Manager" der Hilton-Hotels Österreich übernahm er vor zehn Jahren die "Blaue Gans". "Dort wird jetzt das achte Mal umgebaut."

Heute ist Gfrerer eine Art "Hüter der Flamme" in der Stadt. Denn "Verwalter der Asche" gebe es hier ohnehin schon mehr als genug, sagt er.

Den Wirbel rund um den Pavillon von Anselm Kiefer im idyllischen Furtwänglerpark begründet er mit der "Angst" vieler Salzburger vor einem "Verlust der Idylle". Doch um das Beseitigen des Alten gehe es ihm und seinen Mitstreitern keinesfalls, sagt der Italien-Fan. "Ich liebe die barocke Architektur. Aber ich möchte im Heute leben, nicht in der Vergangenheit."

O-Ton

  • Es geht darum, dass der Geschichte ein 'Jetzt' beigefügt wird.
  • Wir müssen lernen, unser eigenes Leben in unserer eigenen Zeit zu leben.
  • Wir haben uns eingenistet in einem mozartkugelrunden Scheinweltdasein.
  • Der Mirabellgarten ist das touristische Bild, das wir in die ganze Welt schicken. Es ist aber nicht mein Salzburg-Bild.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Thomas Hödlmoser)