Carl Kellner

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Dr. Carl Kellner (* 8. September 1850[1] in Wien; † 7. Juni 1905 ebenda) war ein österreichischer Elektrochemiker, Papierindustrieller und Okkultist.

Leben und Wirken

Kellner war es vergönnt, als ganz junger Chemiker den "Sulfit-Zellulose-Prozess" zu entdecken und mit dieser epochemachenden Erfindung geradezu eine Revolution auf dem Gebiete der Papierindustrie auszulösen.

In der Folge gründete er eine große Anzahl von Fabriken in Österreich und im Ausland. Im Verlauf weniger Jahre arbeiteten weit mehr als 50 Fabriken nach dem Kellnerschen Verfahren, ein Dutzend davon in Österreich, ebensoviele in Deutschland, andere in der Schweiz, in Frankreich, Holland, Norwegen, Schweden, Russland, Kanada und Nordamerika.

Im Jahr 1881 führte ihn der Besuch der elektrischen Ausstellung in Paris (Frankreich) auf ein neues Feld, nämlich die Verwendung des elektrischen Stroms zur einfachen und billigen Herstellung gewisser chemischer Produkte. Zur Verwertung seiner Erfindungen vereinigte sich Kellner mit dem bedeutenden englischen Papierindustriellen Capt. Edward Partington, und es entstand die "Kellner-Partington Paper Pulp Co. Ld.", die zu einem den größten Papierhersteller der Welt aufstieg.

Eine der wichtigsten Erfindungen Kellners war die direkte Spaltung des Kochsalzes (Chlornatrium) in seine Komponenten Chlor und Natrium mit Hilfe des elektrischen Stromes. Er hatte dadurch ein Verfahren zur Erzeugung von Ätznatron gefunden, das weit weniger kostspielig und dabei viel reiner war als das ältere rein chemische Verfahren.

Eines der von Kellner gegründeten Werke war die im Jahr 1890 ins Leben gerufene Halleiner Papierfabrik in der Tennengauer Bezirkshauptstadt Hallein. Die Kellnerstraße in Hallein ist nach ihm benannt worden.

Familie

Kellner war oft und weit in der Welt umhergereist. In späteren Jahren erkrankte er zunehmend schwer, interessierte sich seit jener Zeit unter anderem für die Yogalehre und gilt als Mitbegründer des Orientalischen Templerordens. In seinem letzten Lebensjahr überstand er eine schwere Blutvergiftung. Außer seiner Gattin Marie, geb. Delorme, hinterließ er vier Kinder in jugendlichem Alter: Egla, Nora, Edi, Widi. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Stadtfriedhof von Hallein.

Auszeichnungen

Weblinks

Quellen

  1. Helmut Möller, Ellic Howe: Merlin Peregrinus. Vom Untergrund des Abendlandes, 1986, S. 84; laut Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 abweichend 1. September 1851