Elisenhof

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Der Elisenhof ist das ehemalige Wohnhaus der Familie Bernhard Girstenbrey im heutigen Salzburg-Itzling

Geschichte

Der Salzburger Fotograf Bernard Girstenbrey erhielt am 1. August 1911 von der Gemeindevorstehung von Gnigl (damals noch eine selbständige Gemeinde, zu der Teile von Itzling gehörten) die Genehmigung zur Erbauung einer Wohnhausanlage, des nach seiner Frau benannten "Elisenhofes" auf der Parzelle Nr. 296/13 der Katastralgemeinde Itzling (neben dem Wohnhaus der Familie Girstenbrey, Brunnengasse 1).

Die Bauleitung übernahm der Architekt und Stadtbaumeister Jakob Ceconi. Der Elisenhof war das erste Haus in Salzburg mit eigener Stromversorgung. Unmittelbar an der Wohnhausanlage verlief die Trasse der Salzkammergut-Lokalbahn.

Im Jahr der Eröffnung (1911) waren darin 44 Wohnungen.[1]

Am 5. Jänner 1912 wurde das Gebäude "von einem römisch-katholischen Geistlichen mit Weihwasser und Weihrauch eingeweiht, um die bösen Leute, besonders die verfluchten Sozialdemokraten ferne zu halten" schrieb am 12. Jänner 1912 die 'Salzburger Wacht'. Weiter berichtete das Blatt: "Am 1. Jänner war ein Familienvater gezwungen, dortselbst eine Wohnung zu nehmen und zwar um den Preis von 26 Kronen. Der Betreffende nahm die Wohnung bei Frau Girstenbrey auf. Als es aber zum Zinszahlen kam, bemerkte Herr Girstenbrey, daß die Wohnung 28 Kronen koste. Also eine Steigerung von 2 Kronen monatlich. Wie kommt nun ein Arbeiter dazu, eine Wohnung, welche in der mit Maschinschrift geschriebenen Wohnungsliste um den Preis von 26 Kronen angegeben ist 28 Kronen zu bezahlen? Müssen die Mieter auch für die Kosten der überflüssigen Hauseinweihung bezahlen? Doch Herr Girstenbrey hat trotz Weihrauch u. Weihwasser kein Glück. Der betreffende Arbeiter hat die Wohnung, ehe er sie bezogen hat, schon wieder gekündigt und bei einem anderen Hausherrn Wohnung bekommen. Es scheint überhaupt, daß Herr Girstenbrey nicht der Hausherr ist, sondern seine bessere Ehehälfte, da genannter Herr alle Parteien zu ihr schickt und mit ihr den Zins ausgemacht wird. Aber das eine Recht hat sich Herr Girstenbrey doch behalten, nämlich die Parteien zu steigern. In der Arbeiterschaft Itzling hat übrigens schon der berühmte Elisenhof den richtigen Spitznamen erhalten: das "Transporthaus"".[2]

Der Elisenhof war das erste Haus in Salzburg mit eigener Stromversorgung. Die heutige Adresse des Elisenhofs ist Salzburger-Schützen-Straße 13. Unmittelbar an der Wohnhausanlage verlief die Trasse der Salzkammergut-Lokalbahn. Es befand sich an einer ungünstigen Stelle direkte neben dem Heizhaus.[3]

Es muss sich auch ein Warenhaus im Elisenhof befunden haben, der Girstenbrey gehörte. Das Salzburger Volksblatt berichtete in seiner Ausgabe vom 18. Dezember 1912, von einem Einbruch in der Nacht vom 15. auf 16. November in dem "Warenhaus "Elisenhof"" in Itzling, Grenzstraße 1, in dem auch Girstenbrey erwähnt wird.[4].

Die heutige Adresse des Elisenhofs ist Salzburger-Schützen-Straße 13.

Haus Nr. 1 an der Brunnenstraße

Im März 1910 kaufte Girstenbrey das Haus Nr. 1 an der Brunnenstraße in Itzling neben dem späteren Elisenhof. Als unerhörtes Vorgehen eines Hausherrn bezeichnete die Salzburger Wacht in ihrer Ausgabe vom 17. März 1910, den Umstand, dass Girstenbrey als erste Heldentat am Freitag, 11. März, alle Parteien zu sich rufen ließ und ihnen eine Mieterhöhung um sechs bis acht Kronen verkündete. Er begründete diese unerhörte Pression damit, er wolle einen Park für die Parteien herstellen lassen. "Die ungeheure Wohnungsnot, welche hier herrscht, läßt sich dieser gute Mann nicht entgehen, um neuerdings die sauer verdienten Kreuzer der Arbeiterschaft für sich in Anspruch zu nehmen (Zitat Quelle[5]

Nach Erscheinen dieses Artikels teilte Girstenbrey der "Salzburger Wacht" mit, nicht der Besitzer dieses Hauses zu sein, sondern im Auftrag der Besitzerinnen gehandelt zu haben. Die Zinserhöhung war nötig geworden, nachdem das Haus ein Defizit von 1.000 Kronen jährlich eingebracht hatte. Die bisherigen Zinse von 12 bis 28 Kronen wurden lediglich den ortsüblichen Sätzen angepasst. Der neue Mietrpreis betrage für eine Wohnung mit zwei Zimmer, Küche und Bodenraum und selbständigen Keller 36 Kronen und für ein großes Zimmer mit Küchenherd und Zubehör 16 Kronen.[6]

Das Haus Brunnengasse 1 war jedoch das Wohnunghaus der Familie Girstenbrey, bis der Elisenhof fertig war. Das geht auch aus einem Inserat vom 20. August 1911 hervor, in dem Girstenbrey "Itzling, Brunnengasse 1" angab.[7]

Versteigerung beider Häuser

Am 27. April 1914 wurde beim Bezirksgericht Salzburg die Realitäten (Grundbuch Einlagezahl 324 und 237) von Girstenbrey in Itzling versteigert. Mit 190.000 Kronen bot der Salzburger Baumeister und Architekt Jakob Ceconi am meisten und erhielt den Zuschlag. Die Realitäten waren auf 232.395 Kronen geschätzt.[8]

Quelle

  • Salzburgwiki-Artikel 'Bernhard Girstenbrey'

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 25. November 1911, Seite 7, Inserat rechts unten
  2. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 12. Jänner 1912, Seite 4
  3. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 16. Dezember 1911, Seite 5
  4. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe am 18. November 1912, Seite 8
  5. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 17. März 1910, Seite 3
  6. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 21. März 1910, Seite 3
  7. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 20. August 1911, Seite 24
  8. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 29. April 1914, Seite 5