Erdbeben Friaul 1976 Auswirkungen auf Salzburg

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Das Erdbeben am 6. Mai 1976 im Friaul besaß in Salzburg keine Kraft mehr und es gab nur geringe Schäden.

Das Beben

Auch die Wände des höchsten Gebäudes der Stadt Salzburg, das Hotel Europa gegenüber dem Salzburger Hauptbahnhof, wackelte, als zwischen 21:00 Uhr und 21:02 Uhr zwei starken Erdstöße im Friaul verheerende Wirkungen verursachten. Die Messinstrumente in der Wetterwarte am Flughafen Salzburg registrierten diese beiden Erdbeben mit der Stärke fünf und sechs auf der zwölfteiligen Mercalli-Skala. Werner Mahringer, Leiter der Wetterdienststelle Salzburg meinte dazu, dass sich ein Erdbeben in dieser Stärke im Raum Salzburg 1960 zum letzten Mal ereignet hatte.

In Salzburg gab es nach dem Beben verstörte Gesichter, ein überlastetes Telefonnetz bei Rettung, Feuerwehr, Gendarmerie und Polizei und Risse in Hausmauern. Trotzdem verließen Tausende Leute in Panik ihre Häuser, oft barfuß und nur notdürftig bekleidet. Einige übernachteten sogar außerhalb ihrer Wohnungen.

Bei den offiziellen Stelle gab es Alarmbereitschaft bis in die frühen Morgenstunden. Am Freitag wurden 70 Mann und zahlreiche Rettungsfahrzeuge zu einer Katastropheneinheit zusammenstellt und in Bereitschaft gehalten, um jederzeit in Kärnten aushelfen zu können.

Auch die Staudämme hielten stand

Alarm gab es auch bei der SAFE, den Tauernkraftwerken Kaprun und den Salzburger Stadtwerken. Sofort eingeleitete Überprüfungen durch Spezialisten ergaben, dass das Beben die Staumauern nicht angegriffen hat. Der Kapruner Bürgermeister Helmut Biechl war froh, dass zu dieser Zeit die Stauseen leer waren. Der Hochbehälter Mönchsberg und die Öllagertanks der Heizkraftwerke waren ebenfalls unbeschädigt. Einzige Nachwirkung des Erdbebens im Friaul: im Kraftwerk Eichetmühle blieb eine Pendeluhr stehen, im Stadtwerkehochhaus sprangen einige Türen auf. Auch die über 60 Meter hohen Schlote der Borregaard in Hallein überstanden die Erdstöße heil.

Die Residenzgalerie blieb drei Tage lang geschlossen, nicht nur Teile des Putzes und der Stukkatur waren abgeblättert, auch Sprünge in einer Zwischenmauer waren aufgetreten. Schwer in Mitleidenschaft wurde das Rottmayr-Deckengemälde im Carabinierisaal - die kaledonische Eberjagd wurde in zwei Teile gespalten.

Im Bildungshaus kam das Beben programmgemäß

Mehr Glück hatten das Landestheater und die Salzburger Kammerspiele. Sowohl bei "Kiss me, Kate", als auch dem "Inquisitenspital" fielen die Erdstöße genau in die Pause. Standvermögen bewiesen die Münchner Philharmoniker im Großen Festspielhaus. Das Beben konnte sie im klassischen Musizieren nicht stören und sie spielten durch. Programmgemäß kam das Beben eigentlich nur der Dramagroup vom Anglistischen Institut, die im Bildungshaus St. Virgil zwei Einakter zum besten gab. Just in dem Moment, als auf der Bühne regiemäßig ein Haus zusammenbrach, fing der Boden zu zittern und die Luft zu vibrieren an. Ein dramaturgischer Einfall der Natur.

Quelle