Ernst Kronreif

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von links: Otto Artmaier und seine spätere Frau Sofie Joost, Sieger Beiwagen bis 500 cm³, 65,26 km/h, Ernst Kronreif - Rennleiter, Ernst Kussin mit Beifahrer - wahrscheinlich Ötvic, Sieger Beiwagen bis 750 cm³, 68,04 km/h, dahinter stehend Albert Brenter, das Bild entstand 1952 beim Straßenrennen in Hallein
Ernst Kronreif beim Auto- und Motorradstraßenrennen auf der Autobahn Salzburg-Liefering 1951: Nr. 85 - in seinem Monoposto-Rennwagen "Salmson" Eigenbau
Ernst Kronreif II. vom Gasthof Hohlwegwirt im "Erinnerungseck" an seinen Vater Ernst Kronreif, Mitbegründer des Motorenwerks KTM, vor der ersten KTM R 100 (1953); auf dem großen Schwarzweißbild links an der Wand kann man links Hans Trunkenpolz, den zweiten Mitbegründer von KTM mit Ernst Kronreif Vater erkennen
Plakat KTM Historic Sternfahrt 2012: das Bild zeigt Ernst Kronreif mit seiner Frau Ida

Ernst Kronreif I. (* 13. Dezember 1920 in Salzburg; † 24. Mai 1960 in Grödig) war der Gründer und Mitbesitzer von KTM (Kronreif Trunkenpolz Mattighofen Motorenbau).

Er wohnte im Gasthof Hohlwegwirt in Hallein-Taxach und ist am Friedhof in Niederalm, Gemeinde Anif, begraben.

Leben

Ernst Kronreif I. wuchs bei seiner Tante Maria Hartmann, genannt Lola, im Gasthof Hohlwegwirt in Taxach bei Hallein auf. Nach der Pflichtschule erlernte er das Mechaniker- und Kraftfahrzeuggewerbe im Halleiner Familienbetrieb Fichtner. Es folgte der Abschluss der Lehre und Gesellenprüfung im Jänner 1938. Dann war Kronreif beim Gartenauer Zementwerk der Gebrüder Leube als Schmiedhelfer und Schlosser beschäftigt.

Die Einberufung zur deutschen Wehrmacht führte ihn zu Fronteinsätzen in Frankreich, Skandinavien und Griechenland. Im April 1945 kehrte er als Leutnant unversehrt nach Hallein zurück. Unter Lebensgefahr entschärfte er die von der SS errichtete Panzersperre auf der Salzburgerstraße (damals hieß sie noch Salzachtal Bundesstraße) und konnte so eine ernsthafte Beschädigung des Gasthauses Hohlwegwirt verhindern. Die Stahlbetonbrücke über die Königseeache konnte er aber nicht mehr retten. Diese wurde tatsächlich gesprengt.

Nach Kriegende übernahm er gemeinsam mit seiner Ehefrau Ida und seiner Tante Maria Hartmann, genannt Lola, die Führung des Gasthauses, das in den folgenden Jahren ständig ausgebaut und modernisiert wurde. Seine große Begeisterung galt jedoch dem Motorsport.

In Hallein sorgte Ernst Kronreif I. als Obmann der Kraftfahrer-Ortsgruppe des ARBÖ Hallein, die am 11. März 1951 wieder aus der Taufe gehoben wurde, für neuen Schwung. Im selben Jahr startete er beim 1. Mai Rennen in der Kategorie Automobile-, Sport- und Tourenwagen mit seinem Eigenbau Salmson 1098.

Seine große Freude waren seine Gattin Ida und die Kinder Richarda und Ernst II.. Seine Schaffenskraft wurde durch lange heimtückische Krankheit immer mehr geschwächt. Die letzte Zeit gepflegt von seiner Tante Lola in deren Haus in Grödig, dem heutigen Gemeindeamt, erlag Ernst Kronreif am 24. Mai 1960 in Grödig seinem Krebsleiden.

Kronreif und KTM

Aus seiner Leidenschaft für Motorsport ergab sich auch seine eigentliche Berufung und Bestimmung. Die Mitbegründung der KTM Werke.

"Rutsch rüber" sagte Ernst Kussin zu dem auf einem Tisch in der Wartehalle des Salzburger Hauptbahnhof liegenden Ernst Kronreif I. seinerzeit nach dem Krieg. Dieser wartete auf das einzige Verkehrsmittel, das in die Nähe von Hallein-Taxach fuhr, die Rote Elektrische. Ernst Kussin, der ebenfalls in Hallein wohnte, kannte einen gewissen "Moser" von der Mattighofen, der mit Hans Trunkenpolz in Mattighofen die Firma "Moser Co" hatte. Aufgrund der kriegsbedingten, politischen Nachwehen konnte Trunkenpolz nicht seinen früheren Firmennamen "KTM" führen, sondern war der Kompagnon von Moser.

Ernst Kronreif wohnte bei seiner Tante beim Hohlwegwirt in Taxach und bastelte gerade an seinem Monoposto-Rennwagen "Salmson". Trunkenpolz wollte Motorräder bauen, hatte aber kein Geld. Kronreif hatte Ideen und - seine Tante - das nötige Geld. So kam es dann 1953 zur Gründung der Firma „KTM“ - "KTM-Motorfahrzeugbau KG, Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen ". Vorher bedeutete KTM "Kraftfahrzeuge, Trunkenpolz, Mattighofen".

Der Gesellschaftsvertrag mit seinem Partner Hans Trunkenpolz wurde im April 1954 geschlossen. Allerdings gab es bereits 1953 einen Gesellschaftsvertrag und der im April 1954 beinhaltete nur Änderungen. Ab diesem Zeitpunkt stand neben der Familie die Entwicklungsarbeit, der Vertrieb und das Renngeschäft für KTM im Zentrum seines Interesses.

Zu den herausragenden Leistungen des KTM Teams der ersten Stunde gehörte unter anderem die Nonstop-Fahrt Paris - Wien der 125 cm² KTM Maschinen am 30. September 1954. Für die Strecke von 1278 km benötigten die drei Fahrer Hans Trunkenpolz, Albert Brenter und Paul Schwarz 18,16 Stunden reine Fahrzeit, was immerhin einen Schnitt von beinahe 70 km/h bedeutete. Die gesamte Fahrzeit inkl. Pausen betrug 21:41 Stunden und somit war das Team von KTM mit dem "Motorrad" schneller als damals der "Arlberg-Express-Zug" auf selber Strecke! Eine der Begleitfahrzeugfahrer war weiblich, nämlich die Tante Lola vom Hohlwegwirt.

Kronreif und technische Entwicklungen

Stellvertretend für seinen Pioniergeist seien folgende Entwicklungen aufgezählt:

  • Umbau eines Klein-LKW mit Ford V8 Motor zu einem achtsitzigen PKW mit Holzrahmenkonstruktion
  • Umgestaltung eines Monoposto-Rennwagens "Salmson" zu einem zweisitzigen Rennsportwagen
  • Bau eines Rennsportwagens mit Mittelmotor (BMW 750 cm²) auf VW Basis

Gedenkveranstaltung

In Erinnerung an Ernst Kronreif I. und KTM fand am 24. Mai 2009 erstmals die KTM Sternfahrt zum Gasthof Hohlwegwirt statt. 2010 wird diese Veranstaltung anlässlich des 50. Todestages von Ernst Kronreif I. am Sonntag, den 30. Mai wiederholt werden.

Quellen