Ernst Oberaigner

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Lotte Blattl und Ernst Oberaigner

Ernst Oberaigner (* 5. November 1932 in Uttendorf) ist wie Toni Mark ein ehemaliger Salzburger Skirennläufer aus Saalfelden am Steinernen Meer im Pinzgau.

Leben

Der in Uttendorf im Oberpinzgau zur Welt gekommene Skirennläufer wuchs in Saalfelden am Steinernen Meer bei seinen Zieheltern auf. 1959 heiratete er seine Frau Heidelinde, eine gebürtige Kärntnerin. Bis zu seiner Pensionierung war er 27 Jahre lang für die Firma Blizzard als Vertreter tätig.

Karriere

Als einer der besten Allround-Skiläufer in den 1950er Jahren machte Oberaigner schon im Nachwuchs auf sich aufmerksam. Bei der Ski-Weltmeisterschaft im schwedischen Aare 1954 holte er die Bronzemedaille in der Abfahrt hinter seinen Teamkollegen Christian Pravda und Martin Strolz. Bei den Abfahrtsklassikern von Chamonix (FRA) (1955 und 1956) und Garmisch-Partenkirchen (GER) (1954 und 1956) siegte er ebenso wie im Slalom und der Kombination auf dem Lauberhorn in Wengen (CH) (1959). Für die Olympischen Spiele 1956 in Cortina d'Ampezzo, Italien, konnte sich Oberaigner trotz seiner guten Ergebnisse nicht qualifizieren. 1960 bei den Olympischen Spielen in Squaw Valley, USA, war er dann im Slalom am Start, schied jedoch aus. Österreichischer Meister wurde Oberaigner 1956 im Slalom und 1960 in der alpinen Kombination.

Zwischen 1960 und 1962 war Oberaigner dann Salzburger alpiner Landesskitrainer, danach zwei Jahre ÖSV-Trainer der alpinen Herrenmannschaft.

Vorgestellt (2007)

Ernst Oberaigner fährt mit dem Marlies-Schild-Fanklub nach Aare, wo er in schönen Erinnerungen an 1954 schwelgen kann

Zum ersten Mal nach 53 Jahren kehrt Ernst Oberaigner an die Stätte seines größten Erfolges zurück. Nach Aare. Bei der WM 1954 hatte der damals 22-jährige Salzburger Bronze in der Abfahrt gewonnen und damit einen dreifachen österreichischen Sieg (Gold für Christian Pravda, Silber für Martin Strolz) perfekt gemacht.

Im Jahr 2004 konnte der Saalfeldener der Einladung zur Jubiläumsfeier "50 Jahre nach der WM" nicht Folge leisten, doch heuer kann er in Aare in Erinnerungen schwelgen. "Ich bin Mitglied im Marlies-Schild-Fanklub und fliege am 10. Februar mit circa 30 Leuten nach Schweden", verriet Ernst Oberaigner, den SN. Ein Gönner, der ungenannt bleiben will, habe ihn zu dieser mit vielen Emotionen verbundenen Reise eingeladen.

Man könnte ihm stundenlang zuhören, wenn er von "damals" erzählt. Dass er bei der WM 1954 in Aare überhaupt starten durfte, war eine Fügung des Schicksals. Über den letzten Startplatz im Abfahrtsteam war nämlich nicht, wie es heute üblich ist, durch einen Trainerbeschluss oder eine interne Qualifikation entschieden worden, sondern durch Aufwerfen einer Münze. Oberaigner gegen Martin Strolz. "Kopf oder Zahl." Strolz gewann.

Weil sich aber Teamkollege Walter Schuster verletzte, bekam Oberaigner doch noch seinen Startplatz. Aber wieder mit Hindernissen. "Im letzten Training ist mein Kneissl-Ski gebrochen, und ich hatte keinen Ersatz. Da hat mir unser Olympiasieger Othmar Schneider einen seiner Kästle-Ski geborgt", erzählte Oberaigner. Tags darauf gewann der Saalfeldener mit dem ungewohnten Material Abfahrts-Bronze.

Dieser Riesenerfolg war allerdings kein Zufallsprodukt, denn Ernst Oberaigner war einer der besten Allrounder der Welt. Begonnen hat er als Dreierkombinierer (Abfahrt, Slalom, Springen) und war sogar zwei Mal österreichischer Jugendmeister. In seiner Erfolgsbilanz scheinen Siege und Top-Platzierungen bei allen Klassikern auf: Er gewann die Abfahrten in Chamonix (1955/1956) und in Garmisch-Partenkirchen (1954/1956) sowie Slalom und Kombination auf dem Lauberhorn (1959). Bei Olympia 1956 in Cortina wurde er ein Opfer des Überangebots von starken Läufern im ÖSV-Team. "Heute kann man es sich nicht mehr vorstellen, damals aber musste man als Salzburger schon doppelt so gut sein wie ein Tiroler. Immer gab es Streit um die Aufstellung." Dieses Zitat von Ernst Oberaigner ist nachzulesen im Buch "Salzburger Sportler" von Autor Joachim Glaser.

Dem Skisport frönt Ernst Oberaigner auch im Alter von 75 Jahren nach wie vor mit Leidenschaft. "Ja, ich fahre gerne mit den Carvern, aber keine Seniorenrennen mehr. Das habe ich lange genug gemacht", sagte Oberaigner, der sich fast jedes Skirennen im Fernsehen anschaut. Mit Vorliebe natürlich die Slaloms mit Marlies Schild, der er in Aare besonders die Daumen drückt, und Benjamin Raich. Im Sommer schwingt sich der rüstige Ex-Skistar, der seit 1959 mit der charmanten Heidelinde verheiratet ist, gerne aufs Fahrrad und spielt "fest Tennis", wie er sagt. Weil alte Liebe nicht rostet (Oberaigner war als Fußballspieler eine Stütze des SK Saalfelden), verfolgt er auch gerne das Spiel mit dem runden Leder.

Quellen