Franz Schaufler

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Franz Schaufler (* 19. Oktober 1914 in der Stadt Salzburg; † 7. Oktober 1944 in Russland) war ein Opfer des Nationalsozialismus in Salzburg.

Leben

Er war ein Kind von Anna Fleischhacker aus Linz, die seit September 1913 in Salzburg als Dienstmädchen arbeitete. Nach der Geburt des Sohnes zog sie nach Ostermiething und heiratete den Vater des Kindes.

Franz Schaufler erlernte das Schneiderhandwerk, schloss aber die Lehre vermutlich nicht ab, da er im Polizeimelderegister als Schneidergehilfe geführt wird. In den 1930er-Jahren während der Weltwirtschaftskrise führte er ein unruhiges Wanderleben, dabei geriet er wegen Landstreicherei und Bettelei auch mit dem Gesetz in Konflikt.

Ab Juni 1938 war Schaufler in Salzburg gemeldet, zuletzt als Untermieter im Haus Goldgasse 17, vierter Stock. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde auf der Meldekarte »Pol. Liste« (Polizei Liste) vermerkt, ein von der Gestapo geführtes Verzeichnis politisch verdächtiger Personen.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen und Soldat des Gebirgsjägerregiments 137, das im Kriegsjahr 1940 beim Angriff auf Norwegen beteiligt war. Nach einer Verwundung wurde er nach Salzburg überstellt, wo er am 4. November 1940 unerlaubterweise die Kaserne verließ. Er besorgte sich Zivilkleidung und arbeitete in einer Schneiderei. Er nächtigte bei einer Freundin oder in abgestellten Waggons. Er soll auch Straftaten begangen haben wie Diebstahl von Kleidern und Verkauf ausgeborgter Geräte, um Geld zu beschaffen. Bereits am 28. November 1940 wurde er ausgeforscht und verhaftet.

Am 8. Jänner 1941 wurde er von einem Kriegsgericht der Division 188 zu sechs Jahre und fünf Monate Gefängnis verurteilt. Die Haft in der schlesischen Festung Glatz dauerte bloß 19 Monate, da er am 21. August 1942 in ein Strafbataillon geschickt wurde, das zum Bunker- und Stellungsbau oder zur Minenräumung und Leichenbergung eingesetzt wurde.

Jahrzehntelang war er vermisst, im Jahr 2000 erhielt die Salzburger Pfarre St. Johannes eine Mitteilung des Standesamtes Berlin I über den Tod des 29-Jährigen am 7. Oktober 1944.

Am 25. September 2019 wurde zu seinem Andenken ein Stolperstein an seinem Wohnort verlegt.

Quelle