Ostermiething

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Ostermiething, nordwestliche Ansicht von der Burg in Tittmoning aus
Ostermiething
Ausblick von der Pfarrkirche auf Ostermiething in Richtung Südwesten
ehemalige Grenzstelle in Ostermiething nach Bayern bei der Salzachbrücke

Ostermiething ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Innviertel.

Geschichte

Salzach bei Ostermiething, Blick in den Süden flußaufwärts

In der Mitte des ersten Jahrtausends vor Christus siedelten in diesem Gebiet, das zu Noricum gehörte, Illyrer und Kelten. Um Christi Geburt war es römisches Gebiet und durch Ostermiething führte eine Römerstraße, die Salzburg (Iuvavum) mit Passau (Bojodurum) verband. Während der Völkerwanderung waren der Germanenfürst Odoaker im 5. Jahrhundert und die Bajuwaren ab dem 6. Jahrhundert, die das Gebiet an Salzach und Inn wieder dauerhaft besiedelten.

Eine gerodete Bergkuppe, unweit der Salzach, erhielt damals den Namen „Ostaramundigon“, nach Ostara, einer Frühlingsgöttin und mundare, das bedeutete roden. Andere Quellen meinen, der Name stamme vom Besitzer des Grundstückes Ostermunt.

Mit Rupert von Worms wurde das Gebiet um 700 christianisiert und es soll damals schon eine Taufkapelle gegeben haben. Urkundlich erwähnt wird Ostermiething erstmals im Jahre 740. Herzog Odilo verschenkte einen Hof zu Ostermuntingin an die Zelle des heiligen Maximilian in Bischofshofen (Maximilianzelle). Der Agilolfinger Herzog Tassilo III. hat 748 erstmals in Ostermiething Urkunden ausgestellt, wie auf einer Marmortafel in der Ostermiethinger Pfarrkirche zu lesen ist.

Mit der Absetzung Tassilos III. durch Karl dem Großen wurde Ostermiething eine königliche Pfalz der Franken. Ab 900 fielen immer wieder die Magyaren ein. 976 beginnt die selbstständige Geschichte Österreichs und in den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzverhältnisse häufig.

Bis zum Jahre 1355 soll in Ostermiething, als einer Unterabteilung des Landgerichtes Weilhart, auch Gericht gehalten worden sein. 1462 wurde der Pfarrhof (heute Altbau des Alten- und Pflegeheimes) errichtet. Die noch sehr gut erhaltenen Fresken geben interessantes Zeugnis der damaligen Zeit, der Kultur, des Lebens des Klerus, des Adels und der einfachen Leute und der politischen Anschauung des damaligen Pfarrers Taubenprunner. Ein Dokument, das sich im Pfarrarchiv befindet, bestätigt, dass bereits 1580 in Ostermiething Schule gehalten wurde.

Am 23. Oktober 1611 zogen 20 000 Soldaten unter der Führung des Herzogs Max von Bayern durch Ostermiething, einen Tag, nachdem dieser Tittmoning erobert hatte. Sein Ziel war Salzburg, wo Fürsterzbischof Wolf Dietrich bereits auf der Flucht war (siehe auch Salzkrieg).

Auch der Dreißigjährige Krieg streift Ostermiething mit Truppendurchmärsche und pensionierten Soldaten, die, an ein zügelloses Leben gewöhnt, die Bewohner drangsalierten. Dazu noch die Pest (Epidemien 1634/1635 und 1649/1650, in der Pfarrei Ostermiething und in den umliegenden Pfarreien 750 Tote). Vom Pestausbruch 1680 schien die Pfarre verschont worden zu sein und ein letztes Mal traf die Pest den Ort 1713 und 1714. Besondere Verdienste erwarb sich damals der Kooperator Josef Aichpointner, der die Seelsorge der Kranken übernahm. Auch er wurde Opfer. Eine Gedenktafel an der Ostermiethinger Kirche erinnert an ihn.

Am 10. August 1676, dem Laurenzitag, fand die feierliche Grundsteinlegung für den Bau einer neuen Pfarrkirche statt. Die neue Kirche wurde über die alte gebaut und diese erst 1679 niedergerissen. Die Weihe erfolgte am 29. September 1682 durch Johann Franz von Preysing, Fürstbischof von Chiemsee.

Nachdem 1777 das bayerische Herrscherhaus ausgestorben war, wollte Kaiser Josephf II., Mitregent von Maria Theresia, dieses Ereignis zu einer Gebietserweiterung nützen. Dies hätte aber sicherlich einen Krieg mit Friedrich II. von Preußen bedeutet. Maria Theresia, damals schon alt und kränklich, entzog sich dem Blutvergießen und schloss den Frieden zu Teschen, in welchem sie sich mit dem Erwerb des Innviertels zufrieden gab. Am 29. Oktober 1779 ritt der Kaiser auch durch Ostermiething und besichtigte dabei seine neuen Ländereien.

Während der Napoleonischen Kriege kamen Salzburg, das Inn- und Hausruckviertel wieder an Bayern. Die zeitweise einquartierten Franzosen verübten viele Gräueltaten, die Bevölkerung wurde geknechtet, das Vieh aus den Ställen gerissen und das Land ausgebeutet. Als endlich Napolèon besiegt war, wurde beim Wiener Kongress 1815 der alte Zustand wieder hergestellt.

1841/1842 wurde die Gemeinde Ostermiething mit der Stadt Tittmoning durch eine hölzerne Brücke verbunden.

Der Erste Weltkrieg kostete 54 Ostermiethingern das Leben auf den Schlachtfeldern Europas. Am 6. Dezember 1927 beschloss der Oberösterreichische Landtag die Erhebung Ostermiethings zur Marktgemeinde. Am 17. April 1928 wurde in Ausführung des Landtagsbeschlusses von 1927 von der oberösterreichischen Landesregierung das Ostermiethinger Wappen verliehen. Die offiziellen Feierlichkeiten zur Markterhebung fanden am 17. Mai 1928.

Mit dem Beginn des Kohleabbaus in Trimmelkam verlagerte sich auch die Beschäftigung weg von der Landwirtschaft. Einen weiteren Einschnitt brachte der Bau des OKA-Dampfkraftwerkes im Jahre 1969. Das Gebäude steht zwar auf dem Gemeindegebiet von St. Pantaleon, viele darin arbeitende Menschen siedelten sich aber im Gemeindegebiet von Ostermiething an.

Heute führt der Pilgerweg Vianova durch die Marktgemeinde.

Sehenswürdigkeiten

Freizeiteinrichtungen

  • beheiztes Erlebnisbad mit 26 °C

Verkehr

Osthermiething ist seit Dezember 2014 durch die S-Bahnlinie S11 von Salzburg Lokalbahnhof von Salzburg aus erreichbar.

Bildergalerie

weitere Bilder

 Ostermiething – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblink

Quellen