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Blick Richtung Alpenhauptkamm. In der Bildmitte die letzten Kehren des Saumpfades, der von Rauris zum Hochtor führt.
Befestigtes Wegstück des Saumpfades durch das Seidlwinkltal

Samer war ein Berufszweig, der im Mittelalter und auch in der frühen Neuzeit über Saumpfade Güter aus dem Mittelmeerraum über die Alpen nach Salzburg und umgekehrt brachte.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

"Saum" hieß dabei das Gewicht der beförderten einzelnen Traglast, Säumer oder Samer (nur in Österreich im Gebrauch) hießen die Händler, die ihren kargen Erwerb in der Landwirtschaft oft mit Handelstätigkeit aufbesserten. Sie waren aber auch im fremden Auftrag unterwegs. Das heißt, Handelsleute, die in Salzburg ihre Niederlassung hatten, schickten Samer zum Beispiel ins Friaul, wo diese Handelsleute eigene Lagerräume hatten, um dorthin Waren zu transportieren oder von dort zu holen.

Um Säumer zu sein, musste man ein Pferd, einen Maulesel oder ein Maultier besitzen; ein Säumer war also ursprünglich ein Pferde- oder Maultierführer und arbeitete auf eigene Rechnung im Auftrage fremder Kaufleute oder Kunden. Zum Teil waren die Säumer auch in Säumergenossenschaften organisiert, einzelne Samer stiegen zu Fernhandelskaufleuten auf und gelangten zu erheblichem Wohlstand wie die Salzburger Samer, die im 14. und 15. Jahrhundert eines des reichsten Bürgergeschlechter der Stadt Salzburg waren und ansehnliche Stiftungen an das Bürgerspital St. Blasius‎‎ machten.[1]

Von Norden nach Süden wurden hauptsächlich Salz, verschiedene Metalle (Eisen, Kupfer), Leder und Häute, Wolle, Leinwand und Holz transportiert. Ein weiteres wichtiges Handelsgut waren Rinder, die in eigenen Viehtrieben über den Tauern in den Süden exportiert wurden. Auf den Rückwegen nahmen die Samer Gold- und Silberwaren, Samt, Seide, Gewürze, Südfrüchte, Öl und Wein mit.

Die von Samern benutzen Wege über die Alpen nennt man Saumpfade, die meist entlang uralter, von Menschen begangener Wege führten.

Von Schmugglern

Seit dem Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert führte ein Saumpfad über das Hochtor, der drittwichtigste Handelsweg durch die Hohe Tauern. Beiderseits wurde damals der so genannte Blunter Tauern Zoll von den Händlern kassiert. Aber neben "legalen" Geschäften ...gingen die Händler auf vielerlei Abwegen und verschwärzten viel Contrabande, sie gehen immer mit Betrug schwanger.... Damit diese Leute ... voller unergründlicher Tücken niemals mehr mit Hinterlist herumwandeln... hetzte ihnen die Obrigkeit Überreiter auf die Spur. Das war eine Art berittene Gendarmerie, die meist aus pensionierten Jägern bestand. Jedoch hatte diese Art der "Jagd" wenig Erfolg, zumal Salzburg das Bierbrauen forcierte, um ihre Bürger vom italienischen Wein abzugewöhnen, der über die Alpen transportiert und auch natürlich geschmuggelt wurde. Kärnten wiederum verbot den Import von Salz über die Tauern. Damit wollte Kärnten den Schmuggel von billigerem Salz aus Nordtirol und der Steiermark unterbinden.

Diese Handlungen zeigten ihre Wirkung. Anstelle von Händlern und Schmugglern zogen nun Kärntner Weber auf "Gastarbeit" nach Bayern und Frauen aus dem Mölltalzur Erntehilfe in den Pinzgau. Doch auch die Salzburger Schmuggler fanden wieder ein einträgliches Geschäft. Sie schmuggelten Schnaps über den aber gefährlicheren Umweg über den Kalser Tauern.

siehe auch

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle Ortsnamen im Land Salzburg, von Absatz Sam [und dortigen Quellen] kopiert