Heinrich Kraupner

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Kommerzialrat Heinrich Kraupner (* 18. Dezember 1890 in Skirschina, tschechisch Skršín bei Brüx, tschechisch Most, in Böhmen; † 3. Juli 1971 in Salzburg) war ein Salzburger Cafétier und SPÖ-Politiker, u.a. Vizebürgermeister der Stadt Salzburg und Landesrat.

Leben

Nach einer Lehre im Gastgewerbe war Heinz Kraupner in der Schweiz, Italien, Frankreich, England und den Niederlanden berufstätig. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er zum Obmann der Zentralorganisation der Hotelangestellten in Salzburg gewählt, später auch deren Landessekretär, und Kammerrat der Salzburger Arbeiterkammer.

1921 führte er den großen Streik der Gastgewerbeangestellten und trat 1925 der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (der Vorläuferin der SPÖ) bei. Er engagierte sich politisch als

1928 wurde er in einer Versammlung in Zell am See von politischen Gegnern schwer verletzt. Wesentlich einschneidender war für ihn die Ausschaltung des Parlaments und der Opposition durch Bundeskanzler Dollfuß im Anschluss an den Februaraufstand, was auch zu seiner Verhaftung führte.

Nach seiner Freilassung gründete er 1935 mit dem Erbteil seiner Mutter das Café Posthof in der Salzburger Kaigasse.

Auch nach dem Anschluss von 1938 wurde Kraupner verhaftet und schließlich 1944 in das Konzentrationslager Dachau deportiert.

Beim Ende des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus nahm er seine politische Tätigkeit wieder auf.

Das Café Posthof war der Ort, an dem am 3. Mai 1945, dem Tag vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen, sozialistische Vertrauensleute über das Vorgehen nach dem Ende der NS-Herrschaft berieten.

Heinz Kraupner war

1947 war er Gründungs- und Präsidiumsmitglied der Salzburger Volkshilfe.

Der 1924 gegründete Arbeiter-Schachklub kannte Heinz Kraupner als leidenschaftlichen Schachspieler. Allerdings zog sich dieser 1934 aus dem Sportgeschehen zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er am 1. Juli 1947 Vorsitzender der neu gegründeten inoffiziellen Schach-Landesgruppe Salzburg, die bald darauf dem neu geschaffenen Österreichischen Schachbund beitrat.[1]

Ehrungen

Quellen

  • Voithofer, Richard: Politische Eliten in Salzburg. Ein biografisches Handbuch. 1918 bis zur Gegenwart. Verlag Böhlau. Wien 2007. Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Band 32. ISBN 978-3-205-77680-2 S. 115.
  • Kaut, Josef: Der steinige Weg. Geschichte der sozialistischen Arbeiterbewegung im Lande Salzburg. 2. Aufl. Salzburg (Graphia) 1982, S. 227.
  • Artikel "1945" und "1948".