Induktionsgestütztes Lautsprechersystem

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Moderne, kaum sichtbare Hinter-Ohr-Hörgeräte, mit eingebauter T-Spule
Moderne Im-Ohr-Hörgeräte, die oft sichtbarer sind als Hinter-Ohr-Geräte und wegen ihrer Bauart für den Einbau einer T-Spule nicht geeignet sind

Induktionsgestützte Lautsprechersysteme in Veranstaltungsräumen aller Art ermöglichen Hörbehinderten Barrierefreiheit.

Technisches, einfach erklärt

Induktionsschleifen sind technische Vorrichtungen, die – wenn sie in Lautsprechersysteme eingebaut sind – über ein Magnetfeld die direkte Übertragung von in das Mikrofon Gesprochenem auf (mit einem entsprechenden Empfangsprogramm = T-Spule ausgestattete) Hörgeräte ermöglichen. Dadurch werden Nebengeräusche ausgeschaltet und auch Hörbehinderte haben damit die Möglichkeit, interessante Vorträge und wichtige Ansagen gleich nicht Hörbehinderten zu verstehen.

Wo gibt es Induktionsschleifen?

In Schweden müssen aus Gründen der Barrierefreiheit seit Jahren alle öffentlichen Räume entsprechend ausgestattet sein. In Österreich sind Induktionsschleifen in Lautsprechersystemen öffentlich zugänglicher Veranstaltungsräume nach wie vor rar, obwohl ein nicht zu unterschätzender Prozentsatz der Bevölkerung eine Hörschädigung aufweist. Diese Bevölkerungsgruppe wird stetig größer, da das durchschnittliche Lebensalter und damit die Zahl der Betroffenen ansteigen. Doch auch unter jungen und Menschen mittleren Lebensalters finden sich nicht wenige mit angeborener oder erworbener Hörbeeinträchtigung.

Ausstattungsstand im Bundesland Salzburg im März 2015

Die Stadt-Salzburgerin Dr. Gertraud Czermak, Psychologin und Betroffene, die sich für Belange Hörbehinderter einsetzt, wünscht sich eine Versorgung mit Induktionsschleife in:

und eine bessere Wartung der bereits vorhandenen Anlage im Salzburger Landestheater.

Zu diesen im Bereich der Stadt Salzburg befindlichen Kultur- und Veranstaltungsstätten kommen die in den Bezirken, deren Versorgung mit einer Induktionsschleifen ebenfalls wichtig wäre.

Im Bundesland Salzburg verfügen bislang nachweislich die unten aufgelisteten Kirchen, Kultur- und Veranstaltungszentren und Verkehrsanlagen über eine Induktionsschleife:

Die ÖBB haben eine Anfrage mit der Mitteilung beantwortet, dass die

  • ÖBB-Infopoints über ein solches System verfügen, nicht aber die Lautsprecheranlagen auf den Bahnsteigen. Eine diesbezügliche Anregung an den zuständigen Fachbereich wurde in der Mailbeantwortung angekündigt.

Fortschritte im Jahr 2016

Wie einem Artikel in den Salzburger Nachrichten vom 15. November 2016 zu entnehmen ist, forcieren nun auch Banken und Versicherungen für die individuelle Beratung den Einbau eines derartigen Systems. Umgesetzt wurde das beispielsweise bei der Neuerrichtung der Filiale der Salzburger Sparkasse in Zell am See. Mittlerweile ist auch der Veranstaltungssaal im Verlagsgebäude der Salzburger Nachrichten mit einer Induktionsanlage versehen und bei der Neuerrichtung von Billa-Filialen gilt die Vorgabe, die Frischetheke und zwei Kassen damit auszustatten.

Diese noch gut überblickbare Liste wird weiterhin anlassbezogen erweitert.

Quellen

  • Persönliche Erfahrung der Autorin als Betroffene
  • Gertraud Czermak, Schwerhörige stoßen überall auf Barrieren, Salzburger Nachrichten, 5. Jänner 2015, Seite 23
  • Anny Mayer-Schönberger, Besitzerin und Betreiberin des Kinos in Zell am See
  • Alfred Islitzer, Hörakustiker, Fa. Aug & Ohr, Zell am See
  • Mailbeantwortung Ferry Posche Congress Center Zell am See vom 3. April 2015
  • Mailbeantwortung Wirtschaftkammer Zell am See vom 30. März 2015
  • Mailbeantwortung Congress Saalfelden vom 27. Jänner 2015
  • Mailbeantwortung Nationalparkzentrum Hohe Tauern vom 27.Jänner 2015
  • Mündliche Anfragebeantwortung am 10. April 2015 durch Mario Steidl, Kunsthaus NEXUS, Saalfelden
  • Mailbeantwortung durch das infraKundenservice der ÖBB vom 16. April 2015
  • Gerald Stoiber, Eine sanfte Dusche reinigt die Ohren, SN, 15.11.2016, Seite 13