Irma von Troll-Borostyáni

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Irma von Troll um etwa 1875

Irma von Troll-Borostyáni (* 31. März 1849 in Salzburg; † 10. Februar 1912 ebendort), Schriftstellerin und Publizistin, gilt als Salzburgs erste Frauenrechtlerin.

Leben

Irma von Troll-Borostyáni wuchs als Marie Troll behütet als Tochter einer gut situierten Beamtenfamilie in der Salzburger Griesgasse auf. Ab 1864 besuchte sie die Klosterschule im Benediktinenstift Nonnberg, aus Krankheitsgründen musste sie jedoch bald privat zuhause weiter unterrichtet werden. Die Erziehung der Mutter galt als liberal, Marie trug die Haare kurz, was zu dieser Zeit mehr als ungewöhnlich war.

1870 übersiedelte von Troll nach Wien, um der Salzburger Kleinbürgerlichkeit zu entfliehen, die nach dem Anschluss Salzburgs an die k. k. Monarchie eingesetzt hatte. Dort ließ sie sich zur Konzertpianistin ausbilden. 1872 zog sie weiter nach Budapest, Ungarn, heiratete dort den Journalisten Nándor Borostyáni und machte sich mit ihrem 1878 erschienenen Werk Die Mission unserer Jahrhunderts. Eine Studie über Frauenfragen auch einen Namen als Schriftstellerin und Frauenrechtlerin. Neben Beifall erntete sie für dieses Werk aber natürlich auch genügend Protest für ihre Forderungen nach freier Bildungs- und Berufswahl bzw. dem allgemeinen Wahlrecht für Frauen.

Eine gemeinsame Tochter des Paares verstarb im Alter von nur drei Jahren.

Als von Troll 1882 nach Salzburg zurückkehrte, um bei ihrer Mutter zu sein, nannte sie sich bereits Irma. Sie wohnte nun mit ihrer Schwester Wilhelmine in der Riedenburger Straße 7 und wurde in Salzburg ob ihrer radikal-feministischen Einstellung und ihres betont maskulinen Äußeren als Provokation empfunden.

1902 verstarb Ehemann Nándor. Ein Jahr später veröffentlichte von Troll das Werk Katechismus der Frauenbewegung.

Irma von Troll-Borostyáni verstarb am 10. Februar 1912 an einem Gehirnschlag. Sie ist am Salzburger Kommunalfriedhof begraben.

Die Irma-von-Troll-Straße im Salzburger Stadtteil Maxglan und der seit 1995 jährlich zum Internationalen Frauentag vergebene Irma-von-Troll-Borostyáni-Preis sind nach ihr benannt.

Gedenktafel

Gedenktafel für Irma von Troll Borostyani in der Griesgasse 4

In der Griesgasse Nr. 4 befindet sich eine Gedenktafel für Irma von Troll-Borostyani.

Pseudonyme

Irma von Troll-Borostyáni trat auch unter den Pseudonymen Leo Bergen und Veritas auf.

Quellen