Karl Loidl (Lehrer)

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Karl Loidl
Karl Loidl als Fähnrich der Reserve

Karl Loidl (* 3. November 1889 in Hofgastein; † 24. Dezember 1930 in Schwarzach)[1] war Lehrer an der Volksschule in Hofgastein und Wintersportpionier im Gasteinertal.

Leben

Karl Loidl war der Sohn des k.k. Försters Anton Loidl und seiner Frau Maria, geborene Loidl (* Rußbach; † in Hofgastein) und seit 1910 als Lehrer in der Volksschule Hofgastein tätig.

Karl Loidl war seit 1921 mit Anita Loidl (* 1894; † 1981), geborene Klier, verheiratet. Der Vorname "Anna" als Eintrag im Trauungsbuch der Kirche ist das Resultat eines Schreibfehlers. Es wurde der Name ihrer Mutter Anna Klier (* 1871; † 1964) aus der vorgelegten Geburtsurkunde übernommen. Anita war Privat- und Klavierlehrerin. Sie überlebte Karl, den sie "Karo" nannte, um mehr als 50 Jahre. Seit seinem Tod stets in schwarz gekleidet, hatte sie einen hohen Bekanntheitsgrad in Bad Hofgastein. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Gunther (* 26. August 1921; † 22. September 1990) und Gudrun (* 28. August 1926; † 3. Mai 1969). Dieser Lehrerfamilie entstammend, sollten beide ebenfalls Lehrer werden. Sohn Gunther, der in der Stadt Salzburg die Lehrerbildungsanstalt besuchte, kam der Krieg dazwischen und er wurde Jagdflieger. Tochter Gudrun wurde Volksschuloberlehrerin in Bad Hofgastein.

Er war ein Pionier des Wintersports und engagierte sich im Alpenverein und im Wintersportverein in Hofgastein. An der Gründung des Rosegger-Lehrerheimes war er maßgeblich beteiligt.

Karl Loidl markierte eine Vielzahl von Wanderwegen und zeichnete in den 1920er-Jahren die erste Wanderkarte des Gasteinertals, die bis in die 1950er-Jahre in mehreren Auflagen erschien. Er fertigte aus Holz, Stoff, Gips und Farbe Panoramen an, die aus der Vogelperspektive betrachtet, das Gasteinertal zeigten. Mit all seinen Seitentälern und den Nachbartälern, dem Rauriser-, Hüttwinkl- und Großarltal. Diese Panoramen waren in der Volksschule Bad Hofgastein und im Kurmittelhaus bis in die 1990er-Jahre ausgestellt. Durch Umbauarbeiten und späterem Abriss der Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen, wurden sie entsorgt.

Wo sich heute die Talstation der Schlossalmbahn befindet, entstand in den frühen 1920er-Jahren die größte Sprungschanze im Gasteinertal: Die "Bilgeri-Schanze", benannt nach dem Skipionier und Freund Karl Loidls, Oberst Georg Bilgeri. Karl Loidl hatte mit seinen Freunden vom Wintersport- und Alpenverein noch weitere Ideen und Pläne. Ein Wintersportzentrum schwebte ihnen vor, neben der Schanze eine Seilschwebebahn auf die Schlossalm zu errichten. Damals von manchen als "Spinnerei" abgetan, gibt es heute, nach 100 Jahren diese Bahn (1946 war ein erster Schlossalm-Sessellift errichtet worden).

Karl Loidl, der an Tuberkulose verstarb, seine Frau Anita, deren Kinder Gunther und Gudrun und weitere Familienmitglieder sind am Ortsfriedhof Bad Hofgastein bestattet. Von der Gemeinde zum "Historischen Grab" erklärt, findet man es unter der Grabnummer 1/07/11. Die Grabinschrift lautet:

Halte nun Rast
Lehrer Karl Loidl,
Steinig war Dein Weg
Und so steil. Aber
Du wandertest frei von
Trug und immer mit Gott.
Dein Weggenosse
Anita
1889-1930

Bildergalerie

Quellen

Einzelnachweis