Karl Ludwig Libay

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Karl Ludwig Libay um 1885–87
Karl Ludwig Libay: Ansicht von St. Gilgen
Karl Ludwig Libay: Ansicht von Salzburg

Karl Ludwig Libay (* 13. Mai 1814 in Neusohl, heute Slowakei; † 16. Jänner 1888 in Wien) war Maler und Zeichner.

Leben

Karl Ludwig Libay kam in Neusohl (Besztercebanya, ehemaliges Oberungarn, heute Banska Bystrica, Slowakei) als zweiter Sohn von insgesamt sechs Kindern des Gold­schmieds Sámuel von Libay und der Mutter Frederike Schröppl, die aus Erlangen stammte, geboren. Sein zweiter Taufnamen Ludwig (Lajos) scheint oftmals auch als seine Unterschrift auf.

Von 1824 bis 1832 besuchte er die evangelischen Gymnasien in Neusohl und Miskolc, war anschließend von 1832 bis 1834 Lehrling bei seinem Vater und erwarb das Diplom als Goldschmied. Ab April 1834 studierte er an der Wiener Akademie in der historischen Zeichenklasse von K. Gsellhofer, Johann M. Ender und Leopold Kupelwieser, sowie in der Landschaftsklasse von J. Mößmer (auch Messner geschrieben). Während dieser Zeit verdiente er mit Goldschmiedearbeiten und als Zeichenlehrer bei der Familie des Grafen Breunner seinen Lebensunterhalt. Seit 1841 widmete er sich der Landschaftsmalerei und suchte auf seinen Wanderungen zunächst rund um Wien die Motive, doch von 1844 an reiste er bereits oft nach Salzburg und seine Umgebung. Bereits 1840 stellte er im Pester Müegylet (Pester Kunstverein) aus.

1845 war er Gründungsmitglied des Wiener Albrecht Dürer Vereins. 1848 arbeitete er erstmals in Ischl. 1849 reiste er für weitere Studien nach München und bereiste Bayern, ver­brachte in Nürnberg mehrere Monate, und kehrte über Bamberg, Regensburg und Passau nach Ischl zurück. Seit 1851 verbrachte er die Sommer in Bad Gastein (wo heute im [Gasteiner Museum]] Werke von Libay zu sehen sind) und von hier aus be­suchte er u. a. auch Tirol. Zwischen Herbst 1851 und Mitte 1852 war er im Auftrag von Erzherzog Johann von Österreich auf Rundreise in Italien, um die schönsten Punkte zu dokumentieren. Schwerpunkt war vor allem Oberitalien, das damals noch teilweise zu Österreich gehörte, aber er kam auch bis Rom und schließlich bis Neapel.

1851/1852 nahm er an Ausstellungen des Österreichischen Kunstvereins teil. 1853 bewarb er sich um die Stelle eines Zeichenlehrers an einer Wiener Realschule, erhielt diesen Posten jedoch nicht. Im Dezember 1855 reiste er als „künstlerische“ Begleitung des Grafen Joseph Breunner d. J. nach Ägypten von wo er erst im Mai 1856 zurück kam. 1857 erschienen in Wien seine ägyptischen Aquarelle und Zeichnungen – zum Teil von Rudolf Alt lithographiert - in einer im Selbstverlag herausgegebenen, großformatigen Mappe, die in mehreren Proskriptionen geliefert wurde. Für diese aquarellierten Lithographien erhielt er in Berlin - wegen ihrer Exaktheit und Naturtreue - als Erster den neu geschaffenen Humboldt Preis. Humboldt plante damals noch seine dritte Amerikareise, für die er Libay gewinnen wollte. Durch Humboldts Krankheit und seinen Tod kam es jedoch nicht mehr zu diesem Unternehmen. Der Brief, mit dem Humboldt seine Anerkennung an Libay mitteilte, blieb erhalten.

1857 fand eine Reise zum Plattensee (Ungarn) statt, die er in einem weiteren Album – Balatón Füred - festgehalten hat. 1858 bis 1861 wurden die ägypti­schen Bilder im Pester Müegylet ausgestellt. 1860/1861 arbeitete er in der Tatra (Hochgebirge zwischen Polen und der Slowakei). Diese Zeichnungen erschienen in der Tatra- und Szliács Mappe.

In den 1860er Jahren besuchte er öfter die Schweiz und neben seiner Tätigkeit in Bad Gastein unternahm er kleinere Reisen in Österreich und besuchte auch mehrmals seine Heimat, die er in aquarellierten Bleistiftskizzen mit z. T. sehr persönlichen Bemerkungen festhielt. 1874 zeichnete er in Tirol, und noch 1887 in Salzburg, dem sein letztes Skizzenbuch gewidmet war.

Am 16. Jänner 1888 starb er als Junggeselle in Wien und wurde am evangelischen Matzleinsdorfer Friedhof (Wien 10. Bez.) begraben. Einen Teil seines Vermögens erhielt die evangelische Elementarschule seiner Heimatstadt zur Unterstützung bedürftiger Kinder, der künstlerische Nachlass blieb in der Familie weitgehend erhalten.

Es ist das große Verdienst der Ungarischen National Galerie und damit von Frau Dr. Èva Bajkay, die mit der großen Ausstellung 1994 das Werk von LIBAY wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Kunstgeschichte gerückt haben.

Karl Ludwig Libay – Ausstellungen seit 1994

  • November 1994–Februar 1995: Budapest, Ungarn, Ungarische Nationalgalerie: Karoly Lajos Libay
Festöi utazások (Malerische Reisen), Katalog in ungarischer und deutscher Sprache.
  • Mai 1995–August 1995: Bad Ischl: Museum der Stadt Bad Ischl: Karl Ludwig LIBAY: Malerische Reisen - Bad Ischl und das Salzkammergut

Die gleiche Ausstellung an folgenden drei Orten:

  • April 1997–Juni 1997: Bratislava, Slowakei: Slovenská Národná Galéria
  • Juli 1997–August 1997: Piestany, Slowakei, Balneologické Múzeum
  • Dezember 1997–Jänner 1998: Banská Bystrica, Slowakei: Stredoslovenské Múzeum
Karol L'udovít Libay: Cesti a návraty na Slovensko (Reisen und Wiederkehr in die Slowakei), Katalog in slowakischer Sprache

Einzelne Werke wurden in folgenden Ausstellungen gezeigt:

  • Juli 1997–September 1997: Salzburg, Residenzgalerie: Orient, Österreichische Malerei zwischen 1848 und 1914, Katalog
Juni 2000–Oktober 2000: Linz, Schlossmuseum: Von Ansicht zu Ansicht, Oberösterreich in historischen Ortsansichten, Katalog
November 2001–Februar 2002: Wien, Österreichische Galerie im Belvedere: Italienische Reisen – Landschaftsbilder österreichischer und ungarischer Maler von 1770 - 1850, Katalog
August 2003: Gmunden, Stadtmuseum: Geologie und Landschaft – Aus dem Werk des Malers Karl Ludwig Libay

Museen, die Werke von Karl Ludwig von Libay besitzen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Akademie der bildenden Künste, Wien
  • Graphische Sammlung Albertina, Wien
  • Historisches Museum der Stadt Wien
  • Nationalbibliothek Wien
  • Salzburg Museum, Salzburg
  • Oberösterreichisches Landesmuseum, Graphische Sammlungen, Linz
  • Ungarische Nationalgalerie (MNG = Magyar Nemzeti Galéria), Budapest, Ungarn
  • Ungarisches Nationalmuseum (MNM = Magyar nemzety Múzeum), Budapest, Ungarn
  • Déri Múzeum, Debrecen, Ungarn
  • Slovenská národná galéria (SNG), Bratislava (Preßburg), Slowakei
  • Galéria mesta Bratislavy (GMB), Bratislava, Slowakei
  • Stredoslovenské múseum (SM), Banská Bystrica (Neusohl), Slowakei
  • Východoslovenské múzeum (VM), Košice (Kaschau), Slowakei
  • Vlastivedné múzeum, Zvolen (Altsohl), Slowakei
  • Tatranská galéria (TG), Poprad (Deutschendorf), Slowakei
  • Rijksmuseum-Stichting, Amsterdam, Niederlande

Weiterführende Literatur

  • Bajkay É. & Hessky O., 1994: Libay Károly Lajos. Festöi utazások – Malerische Reisen; zweisprachiger Katalog zur Ausstellung der ungarischen Nationalgalerie. Budapest 1994 (mit sehr vielen guten Abbildungen)
  • Slupetzky, Heinz & Vetters, Wolfgang, 1994: Libays Kunst naturwissenschaftlich gesehen. Ausstellungskatalog 1994
  • Vetters, Wolfgang, 1997: Montanhistorisches in Bildern des Malers Karl Ludwig Libay (1814 – 1888). 2. Erbe Symposium, Leoben 1995. Berichte der GBA, Bd. 41, Wien 1997
  • Zilak, J., 2000: Genealogie des Goldschmieds-Geschlechts LibayLIBAY(ovcov) aus Banska Bystrica (Original in Slowakisch). [unpubl. Übersetzung von Magdalena SYKORA, Wien, (korr. Dr. W. Vetters, Salzburg)]. BANSKÁ BYSTRICA HISTORICKO-ETNOLOGICKÉ STÚDIE I., ed.: Dr. Alexandra Bitusiková; Inst. sociálnych a kultúrnich stúdii; Univerzita Mateja Bela v Banskej Bystrici ISBN: 80-8055-324-6. Banska Bystrica 2000, Slovakia

Quellen

  • Katalog „Károly Lajos Libay - Malerische Reisen“, Ungarische Nationalgalerie, 1994
  • Katalog „Karol L’udovít Libay – Cesty a návraty na Slovensko“ –
„K.L.Libay – Reisen und Wiederkehr in die Slowakei“, 1997.
Slovenská Národná Galéria, Bratislava.
Balneologické Múzeum, Piešťany.
Stredoslovenské múseum, Banská Bystrica